Whitney Port: Wie sich Freundschaften nach der Geburt verändern

Whitney Port

Als Kind dachte ich immer, dass meine Freundschaften mein ganzes Leben lang halten würden. Ich wuchs mit Redewendungen wie „Durch dick und dünn“ und „Friends forever“ auf und trug natürlich auch eine Freundschaftskette um meinen Hals (ich hatte die Herzhälfte, auf der “Be Fri“ stand). Doch je älter ich wurde und umso mehr sich meinem Leben veränderte, desto mehr veränderten sich auch meine Freundschaften. Am deutlichsten war es nach dem ich meinen Sohn Sonny auf die Welt gebracht hatte. Meine Prioritäten hatten sich buchstäblich über Nacht geändert.

Alles verändert sich. Alles.

Ob zum Partner, der Familie oder Freund*innen: Nach der Geburt verändern sich die Beziehungen zu allen Menschen in deinem Leben. Frischgebackene Eltern haben weniger Freizeit, das ist ein Fakt. Und manchmal ist es fast schon peinlich, wie viel Zeit allein zum Planen draufgeht, um das Haus mit Kind überhaupt verlassen zu können. Aus diesen, und tausend anderen Gründen hat sich jede einzelne meiner Freundschaften verändert, seitdem ich eine Mama bin. Mit manchen Menschen fühle ich mich jetzt viel verbundener, bei anderen ist ein Gefühl der Distanz entstanden. Ich habe aber auch viele neue Freund*innen gefunden und das ist wundervoll. Andere Mütter kennenzulernen, die selbst Kinder im Alter von Sonny haben, hat meinen Freundeskreis viel größer werden lassen als ich es mir jemals hätte vorstellen können.

Neue Freundschaften

Sonny ist jetzt kein Baby mehr, sondern ein richtiges Kleinkind. Und ich habe Kontakt mit Leuten, die ich, bevor ich eine Mama war, kaum oder gar nicht kannte. Ich erinnere mich noch daran, wie meine Mutter früher immer mit den Müttern meiner Freundinnen Zeit verbracht hatte und jetzt wo ich selbst in der gleichen Situation bin macht alles Sinn! Ich genieße es richtig, die unterschiedlichsten Menschen durch Sonny kennenzulernen. Diese Frauen machen die gleichen Sachen durch wie ich und sind mir eine große Stütze. Sie verstehen mich einfach wirklich und ich kann absolut offen mit ihnen über meine Gefühle, Ängste und Fragen zum Thema Mutterschaft sprechen. Abgesehen davon: Wie oft bekommt man als Erwachsene*r überhaupt noch die Chance, neue Freundschaften knüpfen zu können? Schließlich bewegt man sich immer in denselben Kreisen und hat irgendwann einen festen Job mit fester Belegschaft. Ich finde, neue Beziehungen unglaublich wertvoll, aber auch eine tolle Unterstützung, denn sie helfen mir, eine gute Mama zu sein. Ich würde alle frisch gebackenen Mütter dazu ermutigen, sich neue Mama-Freundinnen zu suchen, denn sie bringen immer eine neue Perspektive mit.

Fern-Freundschaften

Meine aller, allerbeste Freundin lebt in New York. Nicht nur die Entfernung hat zur Veränderung unserer Freundschaft beigetragen, sondern auch der Fakt, dass sie noch keine Kinder hat. Früher habe ich sie immer angerufen und ihr ständig wegen allem möglichen geschrieben. Heute ist das anders – besonders, wenn es um Kinderthemen geht. Es ist nicht so, als wäre mir ihre Meinung nicht mehr wichtig oder als würde ich manche Dinge nicht mir ihr teilen wollen! Es liegt daran, dass sie sich nicht in meine Situation hineinversetzen kann. Das ist einfach so. Wenn du ein Kind zur Welt bringst, verändert sich deine Haltung zu gewissen Themen und manchmal ist es dann eben leichter, mit jemandem zu reden, der das Gleiche durchmacht wie du. Ähnlich war es, als mein Papa gestorben ist. Meine Freund*innen wollten für mich da sein, aber am meisten Trost und Verständnis fand ich bei Menschen, sogar bei Fremden, die auch schon mal eine Person verloren haben, die ihnen sehr nahestand.

Die Unterhaltungen mit meiner New Yorker Freundin empfinde ich mittlerweile als total erfrischend. Manchmal ist es einfach schön, über etwas anderes als den Nachwuchs zu sprechen. Sie erinnert mich daran, dass ich nicht nur Mama bin, sondern auch noch andere Rollen habe. Ich schätze es sehr, dass wir uns gegenseitig als Individuen sehen.

Tipp: Wenn du eine freie Minute hast, überleg, bei wem du dich lange nicht gemeldet hast. Frag die Person wie es ihr geht und sag ihr, du musstest gerade einfach so an sie denken. Aber stelle vorher sicher, dass du auch wirklich Zeit für eine Unterhaltung hast! Ein „Hey“ gefolgt von einem „Sorry, kann grad nicht reden“ (oder noch schlimmer: gefolgt von Stille) wirkt so, als wäre die Person ein Punkt auf deiner To-do-Liste und als hättest du gar kein wirkliches Interesse daran, was gerade in ihrem oder seinem Leben passiert.

Alte Freundschaften

Eine meiner ältesten Freundinnen ist eine Frau, die ein paar Jahre vor mir ein Kind bekommen hat. Auch wenn der Altersunterschied nicht so groß wirkt, sind wir erziehungstechnisch an total verschiedenen Punkten. Außerdem ist sie mittlerweile geschieden und datet einen neuen Mann. Die Beziehung zu ihr zeigt mir drastisch, wie schnell sich die Dinge ändern können. Zum Glück haben wir die Art von Freundschaft, bei der man sich auch mal eine ganze Weile nicht hören kann und sich dann trotzdem alles wie immer anfühlt, wenn man sich wieder sieht. Ich schätze die Freundschaft mit ihr sehr und habe das Gefühl, dass ich bei ihr wirklich ich selbst sein kann – auch, wenn wir aktuell weniger Gemeinsamkeiten haben, was unser Alltagsleben angeht.

Mutti-Freundschaften

Ich habe zwei gute Freundinnen, die Kinder selbst in Sonnys Alter haben. Seit wir alle Kinder haben, fühle ich mich ihnen viel näher. Dadurch ist eine neue Seite unserer Freundschaft zum Vorschein gekommen und jetzt gehören sie zu meinen engsten Vertrauten.

Tipp: Gruppenchats sind super! Du kannst den Kontakt zu mehreren Freund*innen gleichzeitig aufrechterhalten und stärkst auch noch die Gruppendynamik. Du kannst dringende Mamafragen loswerden und bekommst sicher von mindestens einer Person einer Antwort. Du kannst aber auch einfach nur ein Foto vom neuen supersüßen Haarschnitt deines Sprösslings mit anderen teilen und ein „Awww!“ abstauben.

Party-Freundschaften

Die Freundschaften, bei denen es mir am schwersten fällt, sie am Leben zu halten, sind Party-Freundschaften. Als die Art von Freundschaften, die darauf basieren, gemeinsam auszugehen, zu trinken und einfach nur Spaß zu haben. Ich weiß, für manche Mütter ist es nicht leicht, sich von Menschen und Routinen zu verabschieden, die nicht mehr in ihr Leben passen. Aber meiner Erfahrung nach verstehen die meisten, dass Babys Veränderungen bedeuten. Aber nur, weil sich meine Prioritäten verändert haben und Beziehungen nicht mehr so eng sind, heißt das nicht, sie wären mir egal! Wir haben einfach weniger Gemeinsamkeiten und das ist okay. Manchmal zwingt dich das Leben dazu, Platz für etwas oder jemand Neues zu machen.

Nimm dir Zeit für Freundschaften

Kinder hin oder her, du brauchst Freund*innen. Wir sind soziale Wesen und es ist wichtig, echte, bedeutungsvolle Beziehungen aufzubauen und Quality Time mit anderen Menschen zu verbringen. Mein Mann und ich versuchen, uns ein oder zwei Mal pro Woche mit Freund*innen zu verabreden. Manchmal treffen wir uns zum Dinner, wenn unsere Nanny abends länger bleiben kann, manchmal laden wir Leute zum Brunch oder BBQ ein. Ich freue mich immer sehr, wenn jemand versucht, sich nach meinem Mamaleben zu richten und zum Beispiel für eine Folge Der Bachelor zu schauen, während Sonny Mittagsschlaf macht oder auf ein Glas Wein vorbeizukommen, wenn er abends eingeschlafen ist. Generell schlage ich gern vor, dass wir uns bei uns zu Hause treffen. Die meisten wollen Sonny auch gern mal sehen und für mich ist es einfacher, weil ich dann flexibler bin. Auch, wenn ich es liebe, mich aufzuhübschen, nutze ich im Moment jede Gelegenheit, nicht ausgehen zu müssen und meine Sweatpants anlassen zu können. Ich glaube, das ist die Mama in mir, die aus mir spricht.

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