Wie die Apple Watch einem Mann womöglich das Leben rettete

Hannah Klaiber
Freie Journalistin

Seit dem EKG-Update warnt die Apple Watch ihren Träger auf Wunsch, wenn der Puls dauerhaft zu hoch oder zu niedrig ist. Nachdem sein Gadget Alarm schlug, ging ein 48-Jähriger zum Experten – und lag kurze Zeit später auf dem OP-Tisch.

Der Pulsmesser der Apple Watch rettete einem Mann wohl das Leben (Symbolbild: Getty Images)

Solche Nachrichten werden die Macher der Apple Watch besonders freuen: Dem britischen “Telegraph“ zufolge konnte die Herzfrequenz-Funktion der Smartwatch zur Diagnose einer Herzkrankheit beitragen.

Die Geschichte dazu: Ein 48-Jähriger wurde von seiner Apple Watch immer wieder auf seinen sehr niedrigen Puls aufmerksam gemacht. Ein Feature, das zwar schon länger zur Verfügung steht, seit neuestem aber so eingestellt werden kann, dass die Watch Alarm schlägt, wenn der Puls über einen längeren Zeitraum zu hoch oder zu niedrig ist.

Statt der normalen 60 bis 100 Schläge pro Minute, die einem Standard-Ruhepuls entsprechen, zeigte die Uhr nur rund 40 bpm an. Ein Wert, der selbst bei Extremsportlern, die generell einen niedrigeren Puls haben, kritisch ist. Und so stufte die Apple Watch den Puls nach rund 10 Minuten als besorgniserregend ein. Der dreifache Vater ging zum Hausarzt, mäßigte auf dessen Rat seinen Koffeinkonsum – doch kurz darauf meldete sich die Uhr wieder: zu niedriger Puls!

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Ein Spezialist schließlich diagnostizierte einen sogenannten ventrikulären Bigeminus, eine Erkrankung, bei der das Herz unregelmäßig schlägt und das Blut daher nicht effektiv abpumpen kann. Wenig später lag der Mann auf dem OP-Tisch, nach drei Stunden war das fehlerhafte Gewebe entfernt. Heute geht es dem Technik-Autor aus Essex dem Bericht zufolge wieder gut: "Ich überprüfe ständig meinen Puls auf meiner Apple Watch und alles scheint okay zu sein", sagte er.

Danke, Apple Watch!

Durch Nachrichten wie diese zeigt das Gadget einmal mehr, dass seine Fähigkeiten über die vielen Service- und Entertainment-Features hinausgehen, für die die Apple Watch bekannt ist. Tragbare Smart Devices könnten gerade die Diagnostik von Herzkrankheiten revolutionieren, wird Ashleigh Li von der British Heart Foundation vom “Telegraph“ zitiert. So böten sie ein enormes Potenzial dafür, Anzeichen zu erkennen, bevor eine Person merkliche Symptome habe.

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Auch Ärzte können von der Vorarbeit der Wearables profitieren: "Innovative Technologien wie tragbare Geräte könnten für Experten im Gesundheitswesen von unschätzbarem Wert sein, um gefährdete Patienten zu identifizieren", sagt Li. Wie wertvoll, zeigen Smart Devices mit jedem neuen Update: So ist etwa bei den Geräten der Apple Watch Series 4 seit Anfang 2019 in einigen Regionen die sogenannte EKG-Funktion freigeschaltet, die per elektrischem Herzfrequenzsensor ein Elektrokardiogramm erstellen kann. Gefährdete Patienten können die Funktion bei Beschwerden aktivieren und die Resultate dann mit dem Facharzt besprechen.

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