Wie gefährlich ist Blausäure und ab welcher Menge?

Ann-Catherin Karg
Freie Journalistin

Das Unternehmen Gesund & Leben hat Aprikosenkerne zurückgerufen, die Verbraucher wegen der erhöhten Menge an Blausäure auf keinen Fall essen sollten. Auch andere Lebensmittel enthalten das Gift, das im schlimmsten Fall zum Tod führen kann.

Wer in letzter Zeit Aprikosenkerne von Gesund & Leben gekauft hat, sollte diese keinesfalls essen! (Symbolbild: Getty Images)

Wie schon ein Mal im vergangenen Jahr hat das Unternehmen Gesund & Leben Aprikosenkerne zurückgerufen. In dem Produkt “Bio Bittere Aprikosenkerne“ wurden erhöhte Mengen an Cyanwasserstoff gefunden, den man auch als Blausäure bezeichnet. Betroffen sind Aprikosenkerne mit den Artikelnummern 37.718 (75 Gramm), 37.720 (200 Gramm) und 37.721 (500 Gramm) aus den Chargen 17.484 (haltbar bis 31.12.2020) und 23.682 (haltbar bis 31.03.2021).

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Das Gift wirkt schnell und schon in geringen Dosen tödlich

Kunden sollten die Aprikosenkerne auf keinen Fall essen. Wer es doch tut, läuft Gefahr, starke Kopfschmerzen, Schwindel oder Herzrasen zu bekommen oder sich zu erbrechen. Die Blausäure kann auch zu Erstickungsgefühlen und zum Tod führen. Der Cyanwasserstoff hemmt ein wichtiges Enzym im Organismus, das für die Zellatmung zuständig ist. Es kommt also zu einem Sauerstoffmangel in den Zellen, der innerhalb weniger Sekunden zu einem inneren Ersticken führen kann. Schon ein bis zwei Milligramm Blausäure pro Kilogramm Körpergewicht können tödlich wirken.

Blausäure kann zum Tod führen (Symbolbild: Getty Images)

Bittermandeln sind besonders gefährlich

Bittere Aprikosenkerne, die manche Menschen als Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen, gelten als besonders gefährlich. Das Bundesinstitut für Risikobewertung warnt Verbraucher davor, mehr als zwei pro Tag davon zu essen. Sehr vorsichtig sollte man auch mit Bittermandeln umgehen. Bei Kindern können schon fünf bis zehn Stück oder zehn Tropfen Bittermandelöl tödlich sein.

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Kochen macht das Gift unschädlich

Aber auch unreife Bambussprossen, Maniokknollen, Gartenbohnen, Zuckerhirse, Leinsamen und bestimmte Süßkartortoffelsorten enthalten Blausäure. Um diese unschädlich zu machen, muss man das Gemüse kochen. Das Gift verflüchtigt sich ab einem Siedepunkt von 26 Grad.

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