Wie gut sind Eigenmarken aus dem Drogeriemarkt?

Larissa Kellerer
Freie Autorin

“Öko-Test“ hat die Eigenmarken der drei größten Drogerien Deutschlands unter die Lupe genommen. Wie Müller, Rossman und dm abgeschnitten haben.

Beinah jeder Drogerie-Markt hat mittlerweile günstige Eigenmarken im Sortiment und sie haben den Öko-Test unterzogen. (Bild: Getty Images)

Sie heißen Balea, Isana oder Terra Naturi: Beinah jeder Drogerie-Markt hat mittlerweile günstige Eigenmarken im Sortiment. Durch den Verzicht auf aufwendige Werbung und Marketing können Müller, Rossmann und dm ihre hauseigenen Produkte zu einem unschlagbaren Preis anbieten. Mit Erfolg: Bei dm beispielsweise machen die Eigenmarken rund ein Drittel des Umsatzes aus.

Die Eigenmarken überzeugen aber auch dank Qualität. Wie der Handelsmarkenmonitor der “Lebensmittel Zeitung” herausfand, gucken vor allem weibliche Konsumenten zwischen 18 und 39 Jahren beim Einkaufen gezielt nach neuen Produkten, da sie die Eigenmarke sehr schätzen. Demnach waren 2018 auch knapp 60 Prozent der Verbraucher davon überzeugt, dass Eigenmarken genauso gut sind wie Markenartikel. Zu diesem Ergebnis kam nun auch “Öko-Test” - mit einer Ausnahme.

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Das Verbrauchermagazin hat sich bei dem Eigenmarken-Check auf “Alltagskosmetik“ beschränkt, also Pflegeprodukte, die man täglich nutzt: Handcreme, Körperlotion, Reinigungsschaum, Gesichtscreme, Shampoo, Spülung, Duschgel, Deodorant und Seife.

Geprüft wurden jeweils ein konventionelles sowie ein zertifiziertes Naturprodukt. Pro Drogeriemarkt wurden also 18 Produkte getestet, insgesamt waren es 54 Produkte.

Die wichtigsten Testkriterien für die Untersuchung waren:

  • Enthält das Produkt kritische Konservierungsstoffe oder Duftstoffe?

  • Welche Mengen an Silikonen stecken in den Produkten?

  • Gibt es wissenschaftliche Belege für die von dem Produkt versprochenen Wirkungen?

Die Eigenprodukte der Drogerien schneiden erstaunlich gut ab. (Bild: Getty Images)

Das Ergebnis: 32 Produkte schneiden “sehr gut” ab

Laut “Öko-Test” sind die Eigenmarken von dm, Rossmann und Müller überwiegend zu empfehlen. Allen voran die zertifizierte Naturkosmetik, aber auch acht konventionelle Kosmetika schneiden mit Bestnote ab.

32 der getesteten Produkte wurden dabei von “Öko-Test” mit seinem "sehr gut" und 21 mit einem "gut" bewertet. Lediglich das Deo "Aveo Kokos Deo Rollon" von Müller erhielt ein "befriedigend", da Tester einen oder mehrere Mängel in der vorgelegten Studie zur Deo-Wirkung über 24 Stunden feststellten. Die ausgelobte Wirkungsdauer konnte allerdings keines der Deos im Test beweisen.

dm geht als Testsieger aus der Untersuchung hervor

Zudem bemängelt “Öko-Test” bei einigen Eigenmarken-Produkten, dass sich darin PEG beziehungsweise PEG-Derivate, welche die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen, sowie umweltbelastende Kunststoffverbindungen fanden. Insgesamt ist dm “Testsieger“ der Untersuchung. Der Check von “Öko-Test” belegt also, dass Verbraucher ruhigen Gewissens zu den Eigenmarken greifen und gerade mit Naturkosmetik nichts falsch machen können.

Wer steckt hinter den Eigenmarken?

Seit Jahren hält sich hartnäckig das Gerücht, dass hinter der dm-Eigenmarke Balea das Traditionsunternehmen und Nivea-Produzent Beiersdorf steckt. Nivea hat dazu ein Statement herausgegeben und erklärt: "Das ist eines der hartnäckigsten Gerüchte, mit denen der Beiersdorf-Konzern zu kämpfen hat."

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Im Jahr 2014 hatte sich der Beiersdorf-Konzern sogar beschwert, dass die Marke Balea ähnlich wie Nivea klinge und auch das Logo optisch zu sehr an die Traditionsmarke erinnere. Der Streit wurde schließlich außergerichtlich beilegt: Der Name Balea blieb, aber das Design von Marke und Produkten wurde geändert.