Wie Honig gelagert werden sollte, damit er möglichst lange hält

Jennifer Caprarella
·Freie Autorin
·Lesedauer: 3 Min.

Ist Honig wirklich ewig haltbar? Das gilt wohl für kein Lebensmittel dieser Welt, doch Honig haftet dieser Ruf an, da er zumindest sehr lange durchhält. Wie lange? Das hängt ganz von der Sorte und vor allem der richtigen Lagerung ab.

Closeup of a wooden honey dipper that dips in honey in a honey pot. ideal for websites and magazines layouts
Selbst Honig ist nicht ewig haltbar, aber ganz schön lange - vor allem, wenn man ihn richtig lagert (Bild: Getty Images)

Eine Studie des Honiglabors des Länderinstitutes für Bienenkunde in Hohen Neuendorf hat sich nun wieder mit der Haltbarkeit von Bienenhonig beschäftigt. Rein theoretisch kann dem beliebten Brotauftrich nämlich kein Erreger so schnell etwas anhaben. Die Zuckermoleküle binden das ohnehin in geringem Maße vorhandene Wasser, was Mikroorganismen keine Überlebenschance bietet. Bestimmte im Honig enthaltene Säuren und Enzyme hemmen die Verbreitung von Bakterien und Pilzen zusätzlich.

Bei der Versuchsreihe des Instituts wurden laut "Bienenjournal" jedoch neben Veränderungen in der Konsistenz wie Kristallisation oder Blütenbildung auch die Menge an Hydroxymethylfurfural - kurz HMF - untersucht. Dieser Stoff ist in vielen Lebensmitteln enthalten, steht jedoch im Verdacht, in hohen Mengen krebserregend zu sein. Im Honig kann der HMF-Gehalt nach einiger Zeit ansteigen.

Alles, nur keine Zimmertemperatur: Welche Lagerung Honig am liebsten mag

Untersucht wurde frisch geernteter Honig, der auf drei verschiedene Arten gelagert wurde: im Kühlhaus (ca. 12 °C, bei Zimmertemperatur (20 °C) und in den Bienenhäusern, wo der Honig jahreszeitlichen Temperaturen von teilweise zwischen - 12 und 30 °C ausgesetzt ist.

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Das Ergebnis: Selbst extreme Temperaturschwankungen scheinen Honig wenig auszumachen, die besten Ergebnisse in Bezug auf chemische Qualitätsmerkmale hatte jedoch die Lagerung im Kühlhaus.

Weniger wohl scheint Honig sich bei Zimmertemperatur zu fühlen. Hierbei hatten Konsistenz und Invertasewerte nachgelassen, und der HMF-Wert war deutlich gestiegen.

Für die Lagerung zuhause bedeutet das: Im Kühlschrank ist besser als im Küchenregal,

Selection of honey in small honey jars. Closeup view, toned image
Neben der Lagerung ist vor allem der Wassergehalt, der sich auf die Haltbarkeit auswirkt - je höher der ist, desto scheller kann es zur Gärung kommen (Bild: Getty Images)

Wie Studienleiterin Dr. Birgit Lichtenberg-Kraag sagt, muss man sich um den HMF-Wert selbst bei älterem Honig nicht unbedingt Sorgen machen. "Wir haben vor einiger Zeit einen Honig in einem alten Imker-Honigglas untersucht, der aus dem Zweiten Weltkrieg stammte. Er wurde als eiserne Ration in einem Zwischenboden eingemauert und bei einer Renovierung gefunden. Der hatte einen HMF-Wert von 130 Milligramm/Kilo", sagte sie dem "Bienenjournal". Zum Vergleich: Pflaumenmus hat sogar 1,6 Gramm pro Kilo.

Kann Honig überhaupt schlecht werden?

Nun sollte bei der Studie in erster Linie die Frage beantwortet werden, wann Honig noch bereit für den Weiterverkauf ist, und diesen Test bestanden alle Honigsorten. Das heimische Honigglas wird also auch nicht schnell schlecht, wenn man es nicht im Kühlschrank aufbewahrt.

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Wie gesagt haben Keime wenig Chance, sich in der zuckrigen Substanz breitzumachen. Allerdings hat Honig die Eigenschaft, Wasser aus der Luft zu ziehen, was Hefepilzen zu Gute kommt. Wird Honig also zu oft offen und in warmer Umgebung stehengelassen, kann das den Gärungsprozess beschleunigen. Die Gärung lässt Honig zunächst fruchtig, und irgendwann sauer und verdorben riechen lässt. Schneller geht dies bei Honigsorten, die ohnehin einen hohen Wassergehalt von mehr als 20 Prozent haben.

Wann wird Honig also schlecht?

Wenn es nicht zur Gärung kommt, haut den Honig so schnell nichts um. Das Mindesthaltbarkeitsdatum, das in Deutschland nun Mal vorgeschrieben ist, gibt zum Abfülldatum noch zwei Jahre dazu. Meistens übersteht Honig diese Grenze um Längen.

Wie lange Honig sich maximal halten kann, ist bisher nicht endgültig erforscht. 2004 wurden in Südgeorgien in einem Grab aus der Bronzezeit Töpfe voller Honig gefunden, die schätzungsweise 5000 Jahre alt sind. Probiert hat diesen bisher jedoch niemand.

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