Wie man einen hungrigen Puma vertreibt? Mit Metallica!

Ein Puma, oder auch Berglöwe, leckt sich die Lippen. So ähnlich sah auch das wilde Tier auf den verschwommenen Aufnahmen der Kanadierin Denise Gallants aus. Sie hatte einen Puma gefilmt, der nicht von ihr ablassen wollte. Foto: Symbolbild / gettyimages / BrendanSomerville

Eine Kanadierin trifft auf ihrer Hunde-Runde einen wilden Puma. Obwohl sie ruft und wild gestikuliert, will das Tier nicht von ihr ablassen. Also zückt sie ihr Handy und spielt laute Musik ab. Nach wenigen Takten Metallica ist der Puma verschwunden. Die Geschichte wird schnell viral, bald erfährt auch die Metal-Band selbst davon – und reagiert.

Als Denise Gallant vor zwei Wochen mit ihrem Hund Murphy spazieren ging, überkam sie das seltsame Gefühl, verfolgt zu werden. Sie drehte sich um und nahm den geschotterten Pfad, den sie gerade gekommen war, ins Visier. Da sah sie den Grund für ihr Unwohlsein: Mitten in der Wildnis ihrer Heimat, dem kanadischen Bezirk Cowichan Valley, stand ein Puma und beobachtete sie. Gallant machte sich sofort groß, wie sie es gelernt hatte für so einen Fall und begann, laut zu sprechen: „Ich kann dich genau sehen, Kätzchen. Verschwinde! Böses Kätzchen! Geh weg! Ich werde es mit dir aufnehmen, wenn es sein muss.“ Doch der Puma ging nicht weg, im Gegenteil. Er bewegte sich langsam auf sie zu.

Von ihrer Begegnung hat Gallant ein kurzes Handy-Video gemacht und es wenig später auf YouTube hochgeladen. Sie ist also heil aus der Sache rausgekommen, obwohl sich das wilde Tier anfangs nicht erschrecken lassen wollte. Wie aber hat die Kanadierin das angestellt?

Don’t Tread on Me jagt Tieren wohl Angst ein

Auch dabei hat ihr Handy die entscheidende Rolle gespielt. Denn nachdem das wilde Tier nicht auf ihre Drohung eingegangen ist, versuchte es Gallant mit einer anderen Taktik. Sie drehte laut Musik auf. Und zwar: „Don’t Tread on Me“ (etwa: geh mir nicht auf Nerven) von „Metallica“. Und tatsächlich, nach nur wenigen Takten verschwand der Puma.

Die Begegnung fand am 23. Juli statt, seither haben mehr als 1,5 Millionen Menschen das YouTube Video Gallants gesehen und zahlreiche nationale (wie etwa „KelownaNow“) und internationale (darunter „Vice“ und „Billboard“) Medien über ihre Metallica-Selbstverteidigung berichtet. So kam es wohl auch, dass die Metal-Band selbst davon erfuhr. Kirk Hammett, der Gitarrist, teilte vor einer Woche einen Artikel von „usatoday“ über Gallant und ihren Puma auf seiner Facebook-Seite. Nur wenig später bekam Gallant einen Anruf, laut „ctvnews“ sah sie eine ausländische Nummer und dachte sich: „Wohl wieder irgendein Reporter, der über den Puma berichten will.“

Ein (nicht ganz) unbekannter Anrufer

Nicht ganz. Denn es meldete sich: James Hetfield, Sänger von Metallica. Im Interview mit ctvnews erinnert sich Gallant: „Ich fand zuerst keine Worte. Es ist einfach unglaublich, wie schnell und wie groß die ganze Geschichte geworden ist.“

Sie kam dann aber doch mit Hetfield ins Gespräch: „Er war ganz bodenständig und einfach ein absolut netter Typ. Ich bin dankbar, dass ich ihn kennen lernen durfte.“ Die beiden sprachen darüber, wie es ist, einen Hund zu haben und wie der Alltag so in Australien und Kalifornien ist. „Ich kann kaum glauben, dass er jetzt weiß, wie mein Hund heißt“, sagt Gallant. „Mein 18-jähriges Ich hätte das alles nie geglaubt.“

Dass auch ihr erwachsenes Ich nicht absolut überzeugt war, da am Handy gerade wirklich mit James Hetfield von Metallica gesprochen zu haben, spürte wohl auch der Sänger. Er schickte ihr deshalb wenig später ein Selfie von sich und schrieb dazu: „Nur als Bestätigung, dass du gerade wirklich mit mir gesprochen hast.“