Wie oft wechseln und welche ist am besten? Der kleine Zahnbürsten-Guide

Hannah Klaiber
Freie Journalistin

Wer die Zähne richtig putzt, hat schon halb gewonnen. Aber eben nur halb – denn zur Kunst der perfekten Zahnpflege gehört auch ausreichendes Wissen in Sachen Zahnbürste. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Verwendung und Pflege, Aufbewahrung (auch auf Reisen!) und wie (oder ob!) sich Zahnbürsten keimfrei halten.

Sind "analoge" Zahnbürsten wirklich schlechter? (Bild: Getty Images)

Was ist besser – eine elektrische oder eine manuelle Zahnbürste?

Wer gewissenhaft putzt, bereit ist, Zeit ins Putzen zu investieren (dafür aber bei den Bürsten selbst sparen will), liegt mit einem herkömmlichen Modell zum manuellen Putzen richtig. Viele Zahnärzte empfehlen allerdings elektrische Modelle – aus einem ganz einfachen Grund: Sie erleichtern das gründliche und zeitsparende Putzen, indem sie die Putzbewegungen komplett übernehmen.

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Doch auch hier gibt es Unterschiede: Schallzahnbürsten reinigen per Vibration, bei rotierend-oszillierenden Zahnbürsten pendelt der Bürstenkopf blitzschnell hin und her und erzeugt eine dreidimensionale Bewegung, die sich wie ein Pulsieren anfühlt. Für viele Käufer sind allerdings die laufenden Kosten entscheidend: Die elektrischen Modelle, besonders die Bürstenköpfe, sind um einiges teurer als die manuellen Bürsten.

Welche Borstenvariante ist richtig für meine Zähne?

Ob elektrische Zahnbürste oder herkömmliches Modell: Der Durchschnittsbürger greift zu den Medium-Borsten aus Nylon – und liegt damit meist gar nicht so falsch. Denn von harten Borsten sollten selbst unerschrockene Putzer die Finger lassen. Mittelharte Borsten sind für die meisten Zähne gängig. Wer allerdings sensible Zähne hat, die schmerzempfindlich auf Heißes oder Kaltes reagieren, sollte zu weichen Borsten greifen. Für extrasensible Zähne gibt es auch extraweiche Borsten. Grundsätzlich gilt bei allen Typen: Die Borsten sollten mit dem Prädikat „abgerundet“ versehen sein, so können Verletzungen von Zahnfleisch und Zahnschmelz minimiert werden. Auf Naturborsten, z.B. aus Schweinehaar, sollte weitgehend verzichtet werden – ihre Borsten sind scharfkantig, außerdem können sich in ihrem Inneren Bakterien sammeln.

Verschiedene Zahnbürsten nie in einem Becher aufbewahren - so können sich Krankheitserreger schnell verbreiten. (Bild: Getty Images)

Welcher Zahnbürstenkopf passt zu meinen Zähnen?

Die Größe des Zahnbürstenkopfs sollte sich nach der Größe der Mundhöhle orientieren. Zwar gilt: Je größer der Kopf, desto mehr Zähne können gleichzeitig geputzt werden. Allerdings wird ein eher kleiner, kompakter Bürstenkopf empfohlen, damit auch schwer zugängliche Stellen etwa an den Backenzähnen erreicht werden können. Elektrische Zahnbürsten verfügen im Allgemeinen über die kleinsten Bürstenköpfe, die sich bis zu 1.000 mal pro Minute bewegen können.

Auch eine Zahnbürste braucht tägliche Reinigung

Den wichtigsten Schritt für eine saubere Zahnbürste vergessen die meisten: nämlich den, sich vor dem Putzen die Hände zu waschen! Wer dies nicht tut, verteilt die dort angesammelten Bakterien direkt auf der Bürste. Ebenfalls schon vor dem Putzen sollte die Zahnbürste selbst mit Wasser abgespült werden, um eventuelle Reste von Zahnpasta zu entfernen und die Borsten zu befeuchten.

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Nach dem Putzen sollte die Bürste so lange unter fließendem Wasser durchgespült werden, bis keine Rückstände von Zahnpasta oder Essensresten mehr sichtbar sind. Danach die Bürste kräftig ausschütteln, damit möglichst viel Wasser verloren geht und die Borsten leichter trocknen. Bei elektrischen Zahnbürsten lässt sich der Bürstenkopf leichter reinigen, wenn er vom Handstück getrennt ist, dabei sollte aber die Reinigung des Handstücks nicht vergessen werden. Einige elektrische Schallzahnbürstenmodelle verfügen übrigens über UV-Reiniger, mit denen die Bürsten gereinigt werden können.

Wie sollte eine Zahnbürste aufbewahrt werden?

Im Glas, Zahnputzbecher oder in einer speziellen Halterung? Hauptsache, die Zahnbürste befindet sich an der Luft und am besten stehend mit dem Bürstenkopf nach oben, damit enthaltenes Wasser nach unten ablaufen kann, die Borsten trocknen können und sich nicht verformen. Besonders in Familien empfiehlt es sich übrigens, die Bürsten nicht in einem einzigen Becher aufzubewahren, damit eventuell enthaltene Krankheitserreger nicht überspringen können.

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Zahnbürste auf Reisen – was muss man beachten?

Unterwegs reist die Bürste am hygienischsten in einer speziellen, möglichst luftdurchlässigen Box mit. Wenn die Bürste vor dem Verstauen noch nass ist, sollte man sie direkt nach der Ankunft am Reiseziel auspacken und trocknen lassen, damit sich auf dem Bürstenkopf keine Bakterien oder Keime entwickeln.

Wie halte ich meine Zahnbürste keimfrei?

Streng genommen: gar nicht – in jeder Zahnbürste befinden sich nach jedem Putzen Bakterien, die sich zum Beispiel bei falscher Aufbewahrung oder in warm-feuchter Umgebung vermehren können. Ein intaktes Immunsystem kommt mit diesen Keimen zurecht. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann die Bürste regelmäßig einer antibakteriellen Spülung unterziehen.

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Oft wird auch Essiglösung verwendet, um die wasserbedingten Kalkrückstände auf der Bürste zu entfernen. Viel wichtiger als diese Sonderbehandlung ist allerdings ein regelmäßiger Austausch.

Wie oft muss ich meine Zahnbürste wechseln?

Manuelle Modelle sollten spätestens alle zwei bis drei Monate ausgetauscht werden. Elektrische Bürstenköpfe halten bei richtiger Anwendung etwas länger – etwa drei bis vier Monate. Bei eingeschränktem Immunsystem (z.B. bei chronischen Krankheiten, Schwangerschaft) sollte die Bürste häufiger getauscht werden. Auch eine schwere Grippe ist ein Anlass, um die Bürste zu erneuern. Die Annahme, dass man erst ans Austauschen denken muss, wenn die Borsten ausgefranst sind, ist übrigens falsch: Dann ist es streng genommen schon zu spät und das Zähneputzen erzeugt nicht mehr den optimalen Effekt.

Wie wirksam sind die Alternativen zur Zahnbürste?

Zahnpflegekaugummis sind buchstäblich in aller Munde – mit Kalzium, Fluorid, Xylitol... Aber bringt das wirklich etwas? Studien zufolge können Zahnpflegekaugummis die Mundhygiene zwar unterstützen, einen wirklichen Effekt haben sie allerdings nicht, wenn es beispielsweise um die starken Zahnbeläge durch Kaffee oder Tee geht. Auch die kaubaren Bürsten, die heute zum Beispiel unter dem Namen „Fuzzy Brush“ erhältlich sind, sind nur dann zu empfehlen, wenn keine andere Möglichkeit zum Zähneputzen besteht. Aber besser als nichts sind sie allemal.

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