Wolfgang Joop über „König der Fashion“ Karl Lagerfeld in der aktuellen GQ

Anne Borchardt
Editor in Chief Yahoo Style & Entertainment

Die ab 7. März erhältliche April-Ausgabe von GQ Gentlemen’s Quarterly zeigt die vor wenigen Wochen verstorbene Modelegende Karl Lagerfeld auf drei verschiedenen Covern und erscheint mit einem exklusiven Gastbeitrag von Wolfgang Joop. „Als Deutscher in Paris König der Fashion zu werden ist eine unvorstellbare Leistung“, lobt der Designer seinen ehemaligen Freund aus Hamburg. Neben bewundernden Worten findet Wolfgang Joop in seinem Text für die GQ auch kritische: „Ich wurde sehr unwirsch aus seiner Freundschaft entlassen, bloß weil ich mal irgendetwas über ihn gesagt hatte.“

GQ erscheint mit exklusiver Berlin-Reportage und widmet Modelegende Karl Lagerfeld drei Cover. (Bilder: GQ)

Am 19. Februar verstarb der deutsche Modeschöpfer Karl Lagerfeld in einem Pariser Krankenhaus. Er war ein kreatives Mastermind, Fotograf, Popkultur-Ikone und natürlich Chefdesigner – eine Ära nach Kaiser Karl erscheint undenkbar. Für die April-Ausgabe der GQ brachte Designer Wolfgang Joop seine ganz persönlichen Erinnerungen an den gebürtigen Hamburger zu Papier…

 „Als Deutscher in Paris König der Fashion zu werden ist eine unvorstellbare Leistung“

In den 70er Jahren hatten sich Wolfgang Joop und Karl Lagerfeld in Paris kennengelernt. Kurz nach dem ersten Treffen ging es gemeinsam mit Freunden und Bekannten für einen Wochenendausflug in die Bretagne, wo Karls Mutter lebte. Bereits während des Kurzurlaubes bemerkte Joop, dass Karl aus seiner Sicht ein typischer Hamburger sei: „Er als Hamburger hat ja seine ganze großartige Biografie verschwiegen. Das tun Hamburger komischerweise oft. Sie haben ein ganz bestimmtes Bild von sich, was sehr viel mit Diskretion zu tun hat.“

An diese Diskretion waren auch seine Mitarbeiter gebunden. Joop erinnert sich an eine bezeichnende Begebenheit: Karl Lagerfeld habe Inès de la Fresagne unsanft entlassen, weil sie in einem Interview über die Arbeit mit Karl sprach und herausstellte, was er in besonders stressigen Zeiten am liebsten esse. Ein ähnliches Schicksal traf auch Wolfgang Joop – zu lesen in der aktuellen Ausgabe der GQ. „ Ich wurde sehr unwirsch aus seiner Freundschaft entlassen, bloß weil ich mal irgendetwas über ihn gesagt hatte. Es war nicht böse gemeint, ich habe ihn ja sehr, sehr bewundert. Aber er fühlte sich beleidigt,“ erinnert sich Joop in seinem Artikel.

Wolfgang Joop mit Karl-Muse Claudia Schiffer im Jahr 1998. (Bild: Getty Images)

“Wenn diese Welt Karl Lagerfeld verlieren sollte, dann wird sie mir noch fremder”

Wolfgang Joop und Karl Lagerfeld haben sich aber weiterhin oft gesehen, nur mit der Freundschaft war es ab dem Tag vorbei, was seiner Bewunderung für das kreative Mastermind hinter der Marke Chanel keinen Abbruch tat. Am meisten schätzte der 74-Jährige Karls Opportunismus, „seine Fähigkeit, sich anzupassen – an das Haus Chanel, an den Stil einer Coco Chanel. Das war eine große Zeit.“

Diese große Zeit geht mit dem Tod von Karl Lagerfeld zu Ende und ein Modegott von dieser Erde. Die Fashion-Welt hat einen kreativen Kopf verloren – einflussreich durch seine Designs sowie mit seinen Worten, die oft auf großen Gegenwind stießen und polarisieren. „Trotz allem habe ich immer gesagt, wenn diese Welt Karl Lagerfeld verlieren sollte, dann wird sie mir noch fremder,“ Wolfgang Joop in der aktuellen GQ.

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