Woody Harrelson: Trump hielt er nur bekifft aus

Moritz Piehler
Freier Autor
Woody Harrelson ist bekannt für seinen Schalk im Nacken und seine Liebe zu Marihuana. Beides brauchte er bei seinem denkwürdigen Dinner mit Donald Trump. (REUTERS/Mario Anzuoni)

US-Schauspieler Woody Harrelson ist dafür bekannt, seine politischen Ansichten nicht gerade für sich zu behalten. In einem Interview erzählte er jetzt von einem Treffen mit Donald Trump und was er von dem amtierenden US-Präsidenten hält.

Woody Harrelson ist den meisten Kinogängern hierzulande bekannt durch seine Rollen in “Die Tribute von Panem” und der Basketballkomödie “Weiße Jungs bringens nicht”. In der Vergangenheit hat er sich öfter in politische Debatten eingemischt. Beispielsweise warf er George W. Bush vor, die Politik hinter dem Irak-Krieg sei “rassistisch und imperialistisch”. In “Wag the Dog” spielte Harrison auch schon einmal in einer Satire über die Irrungen und Wirrungen hinter den Kulissen der US-Politik mit. Doch selbst die zugespitzte Politsatire kann mit dem aktuellen Bewohner des Weißen Hauses kaum mithalten. Dem Magazin “Esquire” erzählte Harrelson nun von einer denkwürdigen Begegnung mit Donald Trump.

Der Ex-Wrestler Jesse Ventura, ein Freund Harrelsons, hatte ihn im Jahr 2002 zu einem Dinner im Trump-Tower mitgenommen. Ventura war zu dem Zeitpunkt Gouverneur von Minnesota. Das Abendessen sei so furchtbar gewesen, dass Harrelson sich zwischendurch verdrückte, um vor der Tür einen Joint zu rauchen. “Es war brutal”, sagte der 58-Jährige in dem “Esquire”-Interview: "Wenn vier Leute an einem Tisch sitzen und es fair zuginge, hätte jede Person 25 Prozent Gesprächsanteil, richtig?" Trump aber habe die Gesprächsrunde komplett dominiert. "Ich schätze, Melania hatte vielleicht etwa 0,1 Prozent. Ich hatte ein Prozent. Und der Gouverneur, Jesse, hatte etwa drei Prozent", erzählt der Schauspieler. "Trump nahm sich den Rest." Ohne zu kiffen habe er dieses "Monolog-Monopol" nicht aushalten können. Er kenne aus seinem Beruf und dem Umfeld aus Hollywood ausreichend Narzissten aber keiner könne mit Donald Trump mithalten. Das Maß an Narzissmus habe ihn wirklich umgehauen.

Mit Mike Pence an der Uni

Das einzig Wahre, was Trump an dem Abend von sich gegeben habe, sei gewesen, als er über sein Erbe sprach. “Er sagte, ich bin vier oder fünf Milliarden Dollar schwer. Egal wie viel es ist, aber wenn ich sterbe, werden sich meine Kinder auf jeden Fall um das Geld streiten.” Trump hatte Ventura übrigens damals eingeladen, um diesen zu überzeugen, gemeinsam mit ihm für die Präsidentschaft zu kandidieren - damals liebäugelte er dabei noch mit den Demokraten. Harrelson habe, nachdem er sich per Joint beruhigt hatte, mit großem Vergnügen beobachtet, wie sein Freund Ventura den Avancen des heutigen Präsidenten immer wieder auswich.

Trump redet und der Rest hört zu. So wie hier dem japanischen Premierminister Shinzo Abe und seiner Frau Akie Abe ging es auch Harrelson. First Lady Melania Trump dürfte das ohnehin gewohnt sein. (REUTERS/Jonathan Ernst)

Es ist übrigens nicht die einzige Verbindung zum Weißen Haus, die der dreifach Oscar-nominierte Harrelson hat. Er hat mit Trumps Vize-Präsident Mike Pence gemeinsam studiert. “Als Erstsemester hielt ich mal eine Ansprache für eine Jugendgruppe, die von Mike Pence betreut wurde.” Tatsächlich fand er den zwei Jahre älteren Pence nicht unsympathisch. “Ich hielt ihn für einen netten Kerl, sehr aufrichtig. Keine Ahnung, wie gut wir uns heute verstehen würden, aber damals kamen wir gut miteinander klar.”

Bereits im Februar hatte Harrelson mit “Esquire” über seinen experimentellen Film “Lost in London” gesprochen. Dabei erwähnte er auch Donald Trump: “Die Welt wird durch unglaubliche ökologische Katastrophen bedroht und Typen wie Trump sagen, das sei nur ein kalter Tag und es gebe keinen Klimawandel.” Das sei ein doch ein ziemlich vereinfachter Gedanke und deshalb nannte Harrelson als Antwort auf die Frage nach seiner größten Angst: “Dass Trump wiedergewählt wird.”