Woran erkennst du guten und schlechten Wein?

Larissa Kellerer
Freie Autorin

Egal, ob Rot, Weiß oder Rosé: Die Auswahl an Weinen im Supermarkt oder im Fachhandel kann einen erschlagen. Und die richtige Weinauswahl ohne Kostprobe ist gar nicht so einfach. Diese Tipps helfen.

Teurer Wein muss nicht immer ein gutes Tröpfchen sein. Die wichtigsten Kriterien zur Auswahl im Überblick. (Bild: Getty Images)

Ganz salopp gesagt ist ein guter Wein ein Wein, der schmeckt. Die gängigsten Unterschiede bei Wein (egal, welcher Preiskategorie) sind: trocken, feinherb, halbtrocken, lieblich. Diese Süßegrade sind immer auf dem Etikett ausgewiesen. Deine persönliche Vorliebe kannst in diesem Falle nur du selbst bestimmen.

Erst das Essen bestimmen, dann den Wein

Der beste Wein der Welt ist ziemlich schnell wertlos, wenn er zum falschen Gericht serviert wird. Soll der Wein also zum Dinner gereicht werden, kommt es zuallererst darauf an, was auf der Speisekarte steht. Eine perfekte Ergänzung ist der Wein dann, wenn er den Geschmack des Gerichts ergänzt, es also weder überdeckt, noch davon dominiert wird.

Fleisch: Zu rotem Fleisch und Braten eignet sich eher Rotwein – zu hellem Fleisch und Geflügel ist Weißwein die bessere Wahl.

Fisch: Eine gute Ergänzung sind leichte Weißweine mit einer leichten Zitrusnote.

Gegrilltes: Zu Grillgemüse eignen sich leichte, fruchtige Sommerweißweine. Zu gegrilltem Fleisch, das kräftige Röstaromen aufweist, ist ein kräftiger, trockener Rotwein die beste Wahl.

Die verschiedenen Qualitätsstufen von Weinen

Hierzulande wird die Qualität in vier verschiedene Kategorien eingeteilt, die jeweils auf dem Etikett gekennzeichnet werden müssen. Hier die Auflistung von der geringsten zur höchsten Qualitätsstufe:

Güteklasse 1: "Deutscher Wein ohne Herkunftsbezeichnung"

Der Wein in der untersten Qualitätsstufe muss nicht allzu vielen Anforderungen gerecht werden. Verpflichtend ist es, dass die gelesenen Trauben ausschließlich aus Deutschland stammen und aus zugelassenen Rebsorten gekeltert sind. Die Güteklasse hat übrigens den alten Begriff "Tafelwein" ersetzt, weil dieser in anderen EU-Ländern eine völlig andere Bedeutung hat und dort keiner gesetzlichen Klassifizierung entspricht.

Güteklasse 2: Landwein

Zusätzlich zu den Kriterien, die für die Güteklasse 1 gelten, muss beim Landwein angegeben werden, aus welcher der Weinanbaugebiete die Trauben stammen. Außerdem muss der Alkoholgehalt um mindestens 0,5-Volumen-Prozent über dem des Weins ohne Herkunftsbezeichnung liegen.

Life-Hack: Wein öffnen ohne Korkenzieher

Natürlich spielen auch Anbaugebiet und Rebensorte eine große Rolle. (Bild: Getty Images)

Güteklasse 3: Qualitätswein

Wo Qualität draufsteht, ist zumindest bei deutschem Wein auch Qualität enthalten. In dieser Güteklasse gibt es noch einmal die Unterscheidung zwischen Qualitätsweine bestimmter Anbaugebiete (Q.b.A.), in der die Bezeichnung von den ausgewiesenen Anbaugebieten abhängt. Zudem gibt es die Qualitätsweine garantierten Ursprungs (Q.g.U.), bei denen es auf das Anbaugebiet ankommt, aus der eine für die Region typische Rebsorte stammt.

Des Weiteren muss der Qualitätswein:

  • die amtliche Qualitätsweinprüfung bestehen, die nach Aussehen, Geruch, Geschmack und gebietstypischen Geschmacksprofil beurteilt

  • aus einem der 13 ausgewiesenen Anbaugebieten Deutschlands stammen

  • bestimmte Rebsorten einhalten

  • den Grenzwert für die Entstehung von zusätzlichem Alkohol durch Gärung mit Zucker von 20 bis 28 Gramm nicht überschreiten.

Beide Kategorien der Qualitätsweine erhalten eine "A.P.-Nr."-Nummer – daran können Kunden schnell beurteilen, dass es sich um einen guten Tropfen handelt.

Sommelier aufs Smartphone: Diese Apps helfen bei der Weinauswahl

Güteklasse 4: Prädikatswein

Mit der höchsten Auszeichnung kommen natürlich die höchsten Anforderungen an den Prädikatswein.

Verliehen wird dieser Titel ausschließlich den Prädikaten:

  • Kabinett: leichter Wein aus reifen Trauben

  • Spätlese: fruchtig-süße Weine aus reifen bis vollreifen Trauben

  • Auslese: fruchtig-süßer Wein aus vollreifen bis edelfaulen Trauben

  • Beerenauslese: fruchtige Weine aus überreifen, edelfaulen Beeren, die von Hand gepflückt werden

  • Trockenbeerlese: süße Weine mit Honignote aus rosinenartig eingeschrumpften, edelfaulen Beeren

  • Eiswein: Wein, der einen extrem hohen Beereninhaltsstoff aufweist, der durch die Ernte bei mindestens minus 7 Grad entsteht

Weitere Kriterien sind, dass der Prädikatswein:

  • aus einem einzigen Anbaugebiet stammt

  • nicht mit Zucker angereichert wird

  • einen Gesamtalkoholgehalt von mindestens 12-Volumen-Prozent aufweist

Korken oder Schraubverschluss: Welcher Wein ist besser?

Das Preis-Leistungsverhältnis

Die Preisklassen der Weine richten sich selbstverständlich nach der Güteklasse und wird nach Einstiegsweinen, Mittelklasse und gehobenere Klasse unterschieden. Innerhalb dieser Kategorien können die Preisunterschiede jedoch ebenfalls noch enorm sein. Verschiedene Blindverkostungen belegen, dass es kaum möglich ist, zu erschmecken, wie viele Euros die jeweiligen Weine in ihren Kategorien auseinanderliegen.

Weiß oder Rot? Das sagt dein Lieblingswein über dich aus

Je nach Anlass (Geburtstagsparty, Hochzeit oder ein spontanes Gläschen mit Freunden?) gilt es also zu entscheiden, welche Güteklasse es sein soll und wie viel Geld ausgegeben werden darf. Dann hilft nur noch eins: die Verköstigung!