Wünschen leichtgemacht: Japanische Firma plant künstliche Sternschnuppen

Moritz Piehler
Freier Autor
Einen natürlichen Meteoritenschauer wie hier in China will eine japanische Firma künstlich von einem Satelliten erzeugen lassen. (Bild: Getty Images)

Ein Himmel voller Sternschnuppen ist für viele Menschen ein traumhafter Anblick. Ein japanisches Unternehmen plant, künstliche Meteoritenschauer von einem Satelliten verschießen zu lassen.

Sternschnuppen haben etwas magisches, wer sie entdeckt ist meistens voll in ihrem Bann. Nicht von ungefähr gibt es die mythische Vorstellung, dass Wünsche, die man einer Sternschnuppe hinterherschickt, in Erfüllung gehen. Das Start-Up Astro Live Experiences (ALE) allerdings will die Magie nicht dem Zufall überlassen. Die Firma aus Tokio hat einen Mikro-Satelliten entwickelt, der am Freitag mit einer Rakete der Firma Space Lab von Neuseeland aus in die Umlaufbahn starten soll.

Der erste Auftritt ist für das kommende Jahr geplant. “ALE-2” wird dann bis zu 400 Kügelchen abschießen, die beim Eintritt in die Erdatmosphäre wie Sternschnuppen aussehen werden. Dabei können sie sogar in unterschiedlichen Farben erleuchten. Nach der Premiere sollen auch Privatfirmen oder Regierungen die künstlichen Meteoritenschauer bestellen können.

Der CEO der japanischen Firma, Okajima Lena, sprach von einem “echten Meilenstein” für ALE: “Wir sind damit einen Schritt näher daran, einen von Menschenhand gemachten Sternschnuppe zu realisieren.” Der genaue Zeitpunkt ist noch nicht bekannt, das Start-Up will ihn ankündigen, sobald die Details festgelegt sind. Bis dahin sollen noch einige Funktionstests durchgeführt werden. In einem animierten Promotionsvideo zeigt ALE, wie die künstlichen Meteoritenschauer aussehen könnten.

ALE_Astro Live Experiences from ALE_Astro Live Experiences on Vimeo.

Doch der bunte Sternregen soll nicht nur ein ästhetisches Gimmick bleiben. Durch die künstlich erzeugten Meteoriten sollen Wissenschaftler das Phänomen besser erforschen können. Meteoriten mit einem Durchmesser von mehr als einem Millimeter lösen bei ihrem Eintritt in die Atmosphäre einen hellen Lichtblitz aus, der dann auf der Erde als Sternschnuppe sichtbar ist. Durch den “Aufprall” entstehen Risse im Gestein, durch die Luft eindringt, die die Brocken förmlich zum Explodieren bringt.

Durch das genaue Studium von Einschlag, Geschwindigkeit und verschiedener Materialien bei den künstlich erzeugten Meteoriten sollen die Astronomen auch die Mechanik und das Verhalten natürlicher Meteoriten untersuchen können. Ein weiterer Lerneffekt könnte sich einem zunehmendem Problem widmen. “Die Ergebnisse könnten möglicherweise Anwendung in der sicheren Entsorgung von Raum-Müll finden”, heißt es auf der Website des Unternehmens.

Wer doch lieber natürliche Sternschnuppen beobachten will, kann den Blick in der Nacht vom 14. auf den 15. Dezember gen Himmel richten. Dann ist der nächste Meteoritenschauer in Deutschland vorhergesagt. Am schönsten soll er bei klarem Himmel in Süddeutschland zu sehen sein.