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Kuss-Skandal in Spanien: Nicht nur Frauen protestieren gegen Fußball-Präsident Rubiales

Die Präsidenten der spanischen Fußball-Regionalverbände haben in der Kuss-Affäre den sofortigen Rücktritt von Verbandschef Luis Rubiales gefordert. Nach einer Krisensitzung am Montagabend erklärten sie, die jüngsten Ereignisse und inakzeptablen Verhaltensweisen hätten dem Image des spanischen Fußballs schwer geschadet.

Rubiales hatte die Weltmeisterin Jenni Hermoso bei der Siegerehrung in Australien ohne deren Zustimmung auf den Mund geküsst.

Der Fall beschäftigt inzwischen den spanischen Sportgerichtshof Tad. Auch die zuständige Staatsanwaltschaft leitete Vorrmittlungen ein. Rubiales verweigert trotz der wachsenden Empörung im In- und Ausland einen Rücktritt.

Organisiert von mehreren Verbänden und Gruppierungen gingen in Madrid zahlreiche Frauen auf die Straße, um das Verhalten von Rubiles zu kritiisieren und ihre Unterstützung für Hermoso zu bekunden.

Arbeitsministerin: "Es ist vorbei"

Die spanische Arbeitsministerin Yolanda Díaz verlangte auf der Demonstration in Madrid Konsequenzen: "Wir fordern die Erneuerung der Sportverbände, damit sie der Realität unserer Zeit entsprechen, damit es eine ausgeglichene und feministische Politik gibt. Vor allem arbeiten wir daran, dass wir nie wieder erleben, was Jenni Hermoso widerfahren ist.“ Daher: alles Liebe für Jenni. "Es ist vorbei“, es ist ein kollektives "Es ist vorbei“, und unser Land ist besser als das, was wir in diesen Tagen gesehen haben.“

Demonstrantin Pilar Rodriguez sagte: "Ich bin hier, um unsere Champions zu unterstützen, sie für ihren Erfolg zu unterstützen. Ihren Fußballerfolg und auch für ihre Großartigkeit im Kampf gegen Sexismus.“

Demonstrantin Celia Diez meinte: "Was Jenni (Hermoso) passiert ist, das ist kein Einzelfall, sondern passiert in vielen Sportarten und im täglichen Leben. Daher ist unsere Unterstützung sehr wichtig."

Der Weltverband FIFA hat Rubiales bereits für 90 Tage suspendiert und ein Disziplinarverfahren eingeleitet. Auch die Vereinten Nationen verstärkten den Druck auf den 46-Jährigen. Es gebe ein kritisches Problem des Sexismus im Sport, sagte der Sprecher von UN-Generalsekretär Antonio Guterres, Stephane Dujarric, in New York.

Rubiales gibt sich unterdessen weiter unbeirrt und beharrt auf seiner Theorie von einer "Hexenjagd" gegen ihn.