Yelp darf weiterhin Bewertungen aussortieren

teleschau

Eine Fitnessstudio-Betreiberin klagte gegen die Benotungsmethoden beim Bewertungsportal Yelp - und verlor. Der Bundesgerichtshof stärkte vielmehr die Rechte entsprechender Portale.

Seit mehreren Jahren klagte eine Fitnessstudio-Betreiberin gegen das Bewertungsportal Yelp. Ihrer Meinung nach waren die Bewertungen auf der Seite verzerrt und damit ungerecht. Nun hat sie endgültig verloren - die Rechte von Bewertungsportalen hingegen wurden gestärkt.

Die Richter des Bundesgerichtshofs (BGH) urteilten, dass Yelp die Gesamtbewertung eines Unternehmens weiterhin auf eine automatisierte Auswahl von Bewertungen stützen darf. Auch eine Einstufung in "empfohlen" und "nicht empfohlen" sei von der Berufs- und Meinungsfreiheit gedeckt. So müsse ein Gewerbetreibender "Kritik an seinen Leistungen und die öffentliche Erörterung geäußerter Kritik grundsätzlich hinnehmen". Mit der Entscheidung hob der BGH ein vorinstanzliches Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) München auf.

Das Bewertungsportal Yelp errechnet aus Benotungen (zwischen einem und fünf Sternen) und zugehörigen Textbeiträgen von Nutzern automatisiert eine Gesamtbewertung. In diese fließen jedoch nicht alle Beurteilungen ein, sondern nur jene, welche die Software für hilfreich hält. Laut Angaben des Unternehmens spiele dabei etwa die Vertrauenswürdigkeit des Nutzers und oder deren bisherige Aktivität eine Rolle. Die Klägerin wählte den Rechtsweg, da im Februar 2014 nur zwei von 26 Bewertungen in eine Gesamtnote von nur 2,5 Sternen einflossen.

Mit dem Urteil stärkte der BGH die Rechte von Bewertungsportalen. Die Benotungen seien auch dann noch von der Meinungsfreiheit gedeckt, wenn nicht alle Bewertungen in der Gesamtnote berücksichtig werden.