YouTube-Hit: Zwei Stunden in die Kamera gestarrt

Moritz Piehler
·Freier Autor
·Lesedauer: 2 Min.
Genau diesen Ausdruck zwei Stunden lang zu halten, muss man erst einmal hinbekommen. (Bild: Screenshot Youtube)
Genau diesen Ausdruck zwei Stunden lang zu halten, muss man erst einmal hinbekommen. (Bild: Screenshot YouTube)

So einfach kann ein YouTube-Video zum viralen Hit werden. Zwei Stunden lang starrt ein YouTuber einfach in die Kamera und es schauen sich mehr als anderthalb Millionen User an.

Manche YouTuber betreiben inzwischen richtig viel Aufwand, um Klicks zu generieren. Sie produzieren professionelle Videos mit eigener Regie und tollem digitalen Equipment. Oder sie starren einfach zwei Stunden lang ausdruckslos in die Kamera. Genau mit diesem Rezept schaffte es der indonesische YouTuber Muhammad Didit, mehr als 1,6 Millionen Views zu bekommen. Das Video besteht tatsächlich ausschließlich daraus, dass der 21-Jährige zu Hause vor seinem Bett sitzt und mit fast ausdrucksloser Miene in die Kamera guckt.

Vielleicht ist das Nichtstun und in einem Raum festsitzen ein Gefühl, mit dem sich in der Corona-Zeit besonders viele Menschen identifizieren können. Vielleicht hat das Setting in einem eher trostlosen Raum mit grauen Betonwänden aber auch etwas von einem Suspense-Thriller und die User klicken das Video so fleißig, weil sie erwarten, dass doch noch etwas passiert. Tut es aber nicht. Ab und zu blinzelt er natürlich oder rollt die Augen nach links oder rechts. Nach zwei Stunden und zwanzig Minuten lehnt sich Didit leicht zurück und das Video bricht ab.

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Besonders in Indonesien ist sein Video inzwischen so bekannt geworden, dass es zahlreiche Memes inspiriert hat. Und andere YouTuber haben das “Konzept” bereits kopiert und ihn noch übertroffen, indem sie sich bis zu fünf oder sogar acht Stunden lang bewegungslos vor die Kamera setzen.

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Etwas “positives und lehrreiches”

Die Beschreibung seines Videos sagt eigentlich schon alles: “2 STUNDEN Nichtstun, ja, das ist der Titel meines Videos dieses mal.” Weiter schrieb der YouTuber, das Video sei eine Antwort auf Nachfragen eines Abonnenten, mal ein positives und lehrreiches Video aufzunehmen. Außer Nichtstun sei ihm aber nichts eingefallen.

“Wenn man über den Nutzen dieses Videos sprechen will, kommt es auf die User an, sich darauf einen Reim zu machen” schrieb der 21-Jährige. Dies jedenfalls sei sein einziger Ratschlag an alle und er hoffe, sie würden sich unterhalten fühlen und davon profitieren. Gegenüber Tribune News sagte er, er habe das Video zwischen elf Uhr morgens und ein Uhr mittags aufgenommen. Davor habe er etwas gegessen und sei zur Toilette gegangen, um sich vorzubereiten.

Eigentlich habe er nur fünf bis zehn Minuten nichts tun wollen. Dann aber sei er so in der Rolle aufgegangen, dass er einfach weiter gemacht habe. Seine größte Angst sei es gewesen, dass seine Eltern ihn rufen würden und er das nicht so lange hätte ignorieren können. “Ich hatte nicht erwartet, dass es so viral geht”, sagte er Tribune News, er habe einfach ein witziges Video für seine Abonnenten aufnehmen wollen.

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