Zecken im Anmarsch: Alles, was Sie jetzt wissen müssen

teleschau
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Zecken stehen ganz oben auf der Liste der unliebsamen Lebewesen: Sie sind eklig und gefährlich. Und gar nicht so leicht totzukriegen. (Bild: iStock / ViktorCap)
Zecken stehen ganz oben auf der Liste der unliebsamen Lebewesen: Sie sind eklig und gefährlich. Und gar nicht so leicht totzukriegen. (Bild: iStock / ViktorCap)

Sie sind gemeine kleine Vampire und machen uns das Leben schwer. Zecken sind zwar winzig, aber gar nicht harmlos. Sie sind der Grund, dass wir uns mit Krankheiten wie Borreliose und FSME anstecken.

Sind Sie an sonnigen Tagen auch gerne in der Natur? Nehmen Sie sich in acht - Sie sind nicht alleine! Mit dem angenehmen Wetter kommen weniger angenehme Tierchen zum Vorschein. Zecken fühlen sich nun besonders wohl und warten auf ihre Opfer auf Grashalmen. Außerdem sind sie gar nicht so leicht loszuwerden. Wussten Sie, dass Zecken zum Beispiel einen Waschgang überleben können? Wir verraten Ihnen weitere wichtige Fakten über die Mini-Vampire.

Schlechte Nachrichten für Ungeimpfte: Wurden Sie von einer Zecke gestochen, besteht sofort die Möglichkeit einer Ansteckung mit FSME. (Bild: iStock / gabort71)
Schlechte Nachrichten für Ungeimpfte: Wurden Sie von einer Zecke gestochen, besteht sofort die Möglichkeit einer Ansteckung mit FSME. (Bild: iStock / gabort71)

Der Name sagt alles: Gemeiner Holzbock

Der gemeine Holzbock. Ob die häufigste Zeckenart freundlicher wäre mit einem netteren Namen? Auch wenn wir sie beim lateinischen Namen Ixodes ricinus nennen, ändert es nichts an der Tatsache, dass diese Zecke für Krankheiten wie Lyme-Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) verantwortlich ist. Circa drei Prozent der Drei- bis Sechsjährigen und sieben Prozent der 14- bis 17-Jährigen werden mindestens einmal von einer mit Borrelien infizierten Zecke gestochen, basierend auf Daten des Robert Koch-Instituts. Spirochäten, das sind schraubenförmige Bakterien, sind für die Übertragung von Borreliose verantwortlich. Eine Impfung gibt es nicht ...

Zecken sind nicht wählerisch. Sie stechen einfach jeden, der ihnen zu nahe kommt und bedienen sich an seinem Blut. (Bild: iStock / vzwer)
Zecken sind nicht wählerisch. Sie stechen einfach jeden, der ihnen zu nahe kommt und bedienen sich an seinem Blut. (Bild: iStock / vzwer)

Schwere Diagnose: Borreliose

Es ist nicht einfach, Borreliose zu erkennen. Die ersten Symptome der bakteriellen Erkrankung tauchen manchmal erst mehrere Wochen nach einem Zeckenstich auf. Die Wanderröte ist zum Beispiel ein typisches Zeichen. Aber es gibt weitere Anzeichen, die gar nicht so eindeutig sind - darunter Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, wie bei einem grippalen Infekt. Trockene und dünner werdende Haut ist ebenfalls ein Symptom für die Krankheit.

Wurden Sie von einer Zecke gestochen, dann verwenden Sie am besten immer eine Zeckenzange. Finger weg von Hausmittelchen wie Öl oder gar Nagellack. (Bild: iStock / andriano_cz)
Wurden Sie von einer Zecke gestochen, dann verwenden Sie am besten immer eine Zeckenzange. Finger weg von Hausmittelchen wie Öl oder gar Nagellack. (Bild: iStock / andriano_cz)

Impfung gegen FSME

Glücklicherweise gibt es gegen die andere von Zecken übertragenen Krankheit FSME eine Impfung. Warten Sie also nicht lange und vereinbaren Sie einen Termin mit Ihrem Hausarzt. Die durch einen Virus hervorgerufene Hirnhaut- oder Hirnentzündung ist besonders in Süddeutschland verbreitet. Eine Übersicht der betroffenen Gebiete finden Sie zum Beispiel auf den Seiten des Robert Koch-Instituts unter: www.rki.de/fsme-karte.

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Raus damit - und Finger weg von Hausmittelchen!

Schlechte Nachrichten für Ungeimpfte: Wurden Sie von einer Zecke gestochen, besteht sofort die Möglichkeit einer Ansteckung mit FSME. Bei Borreliose ist Ihre Prognose wesentlich besser: Entfernen Sie die Zecke am Tag des Stiches, ist eine Erkrankung sehr gering, da die Borrelien erst nach längerem Saugen aktiviert werden und in Ihr Blut gelangen können.

Wurden Sie von einer Zecke gestochen, dann heißt es, Ruhe zu bewahren. Verwenden Sie am besten immer eine Zeckenzange. Finger weg von Hausmittelchen wie Öl oder gar Nagellack: Das kann tatsächlich dazu führen, dass sich die Zecke übergibt und somit noch mehr Speichel in Wunde gelangt. Auch quetschen oder drehen der Zecke ist falsch. Ziehen Sie das Tier langsam und gleichmäßig aus Ihrer Haut.

Rache durch das Abflussrohr

Das Bedürfnis, die Zecke nach dem Entfernen in die Toilette zu werfen und die Spülung zu betätigen, liegt nahe. Doch wussten Sie, dass die fiesen Tierchen bis zu drei Wochen unter Wasser überleben können? Genug Zeit für die Zecke, Rachepläne zu schmieden und durch das Abflussrohr wieder nach oben zu gelangen ...

Heißer Waschgang für den garantierten Tod

Die kleinen Blutsauger wird man nicht so einfach los. Sie überleben nicht nur die Spülung der Toilette, sondern tatsächlich auch einen Waschgang bei 40 Grad mit anschließendem Schleudern. Selbst im Gefrierfach bei -12 Grad können sie einen Tag lang überleben. Vollgesogene Weibchen können theoretisch sogar ihren zehnten Geburtstag feiern.

Jeder ist ein wandelndes Zeckenfutter

Gelbfiebermücken stehen auf den Geruch von Milchsäure auf der Haut und stechen dann besonders gerne zu. Zecken sind dagegen leider gar nicht wählerisch und stechen einfach jeden gerne, der ihnen zu nahe kommt. Auch sind Zecken keine Bewegungs-Junkies. Fliegende, springende, von Bäumen fallende Zecken gibt es nicht, das sind alles Mythen. Sie sitzen einfach auf Grashalmen und warten faul auf ihr Essen. Besonders Kinder, die viel draußen spielen, sind leichte Opfer der bewegungsarmen Blutsauger.

Katze und Hund bringen ungebetene Gäste ins Haus

Wie bereits zuvor erwähnt, sind Zecken überhaupt nicht wählerisch. Sie saugen auch gerne das Blut Ihrer geliebten Vierbeiner und gelangen so in Ihre Wohnung. Ein Zeckenhalsband für Hunde und Katzen ist eine bewährte Schutzmaßnahme gegen die ungebetenen Gäste. Trotzdem sollten Sie vorsichtshalber jeden Abend Ihre Lieblinge nach den Parasiten absuchen.

Klimawandel macht's möglich: Zeckenstich im Winter

Auch wenn Frühling und Sommer zu den Lieblingsjahreszeiten der Zecken zählen, ist es nicht unwahrscheinlich, die verhassten Tierchen im Winter anzutreffen. Der Klimawandel beschert uns nicht nur wärmere Tage, sondern auch Zeckenstiche im Winter.

Gehaltvolle Mahlzeit

Stellen Sie sich vor, dass Sie nach dem Essen so viel wiegen wie ein Lastwagen. So ähnlich ergeht es einem Zeckenweibchen, wenn sie ihre Blutmahlzeit beendet. Ihr Körpergewicht kann sich durchaus auf das 100- bis 200-fache erhöhen.