Zimmerpflanzen sind nicht nur hübsch, sie machen auch schönere Haut

Natalie Gil

Pflanzenliebhaber*innen sind die Katzen-Ladies der Millennial-Generation und das nicht nur, wegen der teils wilden und egoistischen Lebensstile, unter denen Tiere bloß eine kleine Überlebenschance hätten. Pflanzen machen nicht viel Arbeit, sind für kleines Geld zu haben, dazu noch gut für die Psyche und machen sich super im Instagram-Feed.

Und auch wenn Plastikpflanzen gerade ein kleines Revival feiern, sollte allein der Fakt, dass sie der eher Umwelt schaden, anstatt ihr gutzutun, ein starkes Argument gegen sie sein. Plastik ist doof, klar. Und statt CO2 in lebenswichtigen Sauerstoff umzuwandeln, stauben die Fakes nur ein. Wem das nicht ausreicht, den wird vielleicht dieser nächste Fakt überzeugen: Zimmerpflanzen sorgen für ein besseres Hautbild!

Darum machen Zimmerpflanzen einen schönen Teint

Eine neue Studie der Royal Horticultural Society der Reading University (RHS) ist dem Grund dafür nun nachgegangen und hat bisher sieben Pflanzenarten und ihre Vorteile für die Haut untersucht. Die Forscher*innen fanden heraus, dass Räume, in denen sich Pflanzen befinden, in der Regel feuchter sind, was durch die Verdunstung im Boden und auf den Blättern der grünen Mitbewohner zurückzuführen ist. Das ist besonders jetzt, wo der Winter immer näher rückt, ein großer Vorteil. Mittlerweile hat man es tausendfach gelesen: Der Mix aus trockener Heizungsluft und klirrender Kälte sorgt für trockene Stellen und einen fahlen Teint, auch Winterhaut genannt. Jede noch so kleine Linderung, für die man im besten Fall noch nicht einmal viel tun muss, ist besonders ab Oktober demnach mehr als willkommen.

Auch Dr. Tijana Blanusa, eine der Wissenschaftlerinnen der RHS findet: „Zimmerpflanzen sind nicht nur ein einfacher und erschwinglicher Weg, um die Feuchtigkeit im eigenen Zuhause zu regulieren, sie sind auch noch gut für die Psyche und Gesundheit.“ Wer braucht da noch einen teuren Luftbefeuchter aus der Technikabteilung, der nicht einmal halb so schön ist wie eine Monstera?

Welche Planzenarten befeuchten Räume am meisten?

Durstigere Pflanzen, also jene mit höherer Transpirationsrate oder großen Kronen, erhöhen die Luftfeuchtigkeit des Raumes deutlich, fügt Dr. Blanusa hinzu. „Die Best-Performer in unserer Studie waren die Friedenslilie (Spathiphyllum) und das Efeu (Hedera), doch wir planen neben den bisher sieben Spezies noch weitere zu testen.“

Je nach Art können dekorative Zimmerpflanzen mehrere hundert Milliliter Wasser pro Quadratmeter Blattfläche abgeben, so die Expertin weiter. Am Beispiel einer Lilie mit einer Höhe von etwa 50 Zentimetern und 30 Zentimeter Durchmesser, ergibt das am Ende eines Tages schätzungsweise 100 Milliliter an verdunstetem Wasser. „Um nachweislich einen Effekt wahrzunehmen, sollte man an Grünem jedoch nicht sparen. Optimal wäre ein Mix aus unterschiedlich großen und verschieden geformten Zimmerpflanzen, dann wirkt sich das natürliche Interior nicht nur positiv auf den Teint, sondern auch auf das allgemeine Wohlbefinden, die Produktivität und sogar gesundheitsfördernd auf den Puls aus.“

Zimmerpflanzen: der wohltuende Allrounder

Doch wir sind noch lange nicht fertig mit unserem Pflanzen-Fangirling: Sie machen die Luft im Raum nämlich auch noch sauberer! „Sie beseitigen eine Vielzahl an Chemikalien, die sich in Wandfarben oder Möbeln verstecken können und filtern Gase vom Kochen heraus.“

Wir haben zur Sicherheit noch eine gefragt, die den ganzen Tag von reichlich Grün umgeben ist. Emma Sibley ist die Inhaberin von London Terrariums und ist sich sicher: Ihr Arbeitsplatz hat ihren Hautganz klar zum Besseren verändert. „Ich sehe die Unterschiede im Feuchtigkeitshaushalt meiner Haut deutlich, seit ich den ganzen Tag von Planzen umgeben bin – besonders im Winter! Und meine Kolleg*in und ich waren seit der Eröffnung nicht einmal krank.“

Also wir sind definitiv überzeugt und freuen uns schon darauf, statt wie gewöhnlich viel Geld für Cremes, Seren oder Gesichtsöle auszugeben, zum Saisonwechsel einen Trip zum Blumenladen zu machen und die Glow-Bringer in diesem Jahr auch begutachten zu können, statt sie nur wieder im Badezimmerschrank zu verstecken.

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