Zuckerschock statt Virusinfektion: Eine Bäckerei in Italien bietet Coronavirus-Törtchen

Die Angst vor dem Coronavirus hat Norditalien fest im Griff. Um sich dem Thema auf eine unbeschwertere Art zu nähern, griff eine Konditorei in Genua zu etwas ungewöhnlichen Maßnahmen - und verwandelte das Virus in ein Backwerk.

Die Pasticceria Mangini existiert in Genua seit 1876 und gehört zu den ältesten Konditoreien in der Stadt. (Bild: Caters News)

Von allen europäischen Ländern hat das Coronavirus Italien definitiv am schlimmsten erwischt. Vor allem im Norden hat eine Vielzahl an Infektionen den Alltag gehörig durcheinandergewirbelt und sorgt für große Angst. Trotzdem - oder gerade deswegen - hat sich die alteingesessene Konditorei Mangini dafür entschieden, aus dem unheimlichen Virus eine süße Versuchung zu machen.

Wohl bekomm's: Das Coronavirus kann man jetzt essen. (Bild: Caters News)

Wie schmeckt das Coronavirus?

Die kleinen Törtchen, die die Pasticceria seit einigen Tagen anbietet, sehen nicht nur aus wie die von Wissenschaftlern erstellten Computermodelle des Covid-19, sie heißen auch Coronavirus.

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So unappetitlich sieht der neuartige Coronavirus wissenschaftlichen Computersimulationen zufolge eigentlich aus. (Bild: Center for Disease Control/Planet Pix via ZUMA Wire/dpa)

Sie bestehen aus einer Orangencreme - wobei es sie auch in einer Kaffeevariante gibt - auf Keksboden, die von einer Schicht aus weißer Schokolade überzogen und mit roten Zuckerpünktchen verziert ist.

1,50 Euro kosten die kleinen Pasteten. Und wie schmeckt das potentiell tödliche Virus in seiner Gebäck-Version? Offensichtlich köstlich: Innerhalb weniger Tage hat die Konditorei laut “Caters News” hunderte der Törtchen verkauft.

Unter der Schicht aus weißer Schokolade befindet sich Orangen- oder Kaffeecreme. (Bild: Caters News)

Die Meinungen gehen auseinander

Doch längst nicht alle können dem süßen Jux etwas Positives abgewinnen. Einige Bürger finden die Aktion italienischen Medien zufolge angesichts der Lage unangebracht. Carmelita Guarrera sagte der News-Plattform “Genova24”: “Wenn das alles nur ein Spaß ist, können wir doch auch die Schulen und andere Einrichtungen gleich wieder aufmachen.”

Dass viele das anders sehen, zeigt der Erfolg der kleinen Kuchen, die laut Chef-Konditor Gianluca Ceresa weggehen wie warme Semmeln. In jedem Fall wollte er den Coronavirus nicht bagatellisieren, sondern inmitten von Schwermut und Angst ein wenig “Humor in die Situation bringen”, wie Ceresa “Caters News” sagte.

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Italien ist von allen europäischen Ländern am schlimmsten betroffen. Bisher gibt es 655 bestätigte Infektionen mit dem Coronavirus und 17 Todesfälle. Vor allem im Norden bleiben viele Schulen und öffentliche Einrichtungen geschlossen. Kulturelle Veranstaltungen wie zum Beispiel der Karneval in Venedig wurden abgesagt.

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