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10 Fakten: Was viele nicht über Cannabis wissen

Frau liegt in einer Hängematte und raucht einen Joint
Aus Cannabis lassen sich verschiedene Rauschmittel-Produkte verarbeiten (Symbolbild: Getty Images)

Kaum eine andere Droge ist so umstritten wie Cannabis. Trotzdem ist es seit dem 1. April 2024 in Deutschland legal, Cannabis zu besitzen und zu konsumieren. Wer über 18 ist, darf bis zu 25 Gramm Cannabis in der Öffentlichkeit mit sich führen und bis zu 50 Gramm zu Hause aufbewahren. Doch wie gefährlich ist Kiffen wirklich und was ist eigentlich der Unterschied zwischen Marihuana, CBD, Haschisch und Hanf?

Etwa 4,5 Millionen Menschen in Deutschland im Alter von 18 bis 64 Jahren haben in den letzten 12 Monaten laut gesund.bund.de mindestens einmal an einem Joint gezogen oder an einem Haschkeks geknabbert. Das macht Cannabis zum Spitzenreiter unter den illegalen Party-Verstärkern hierzulande. Zwar gibt es keine verzeichneten Drogentodesfälle durch Cannabis, allerdings ist die Droge auch nicht komplett harmlos und kann bei langanhaltendem, starkem Konsum zu Abhängigkeit führen und das Risiko für verschiedene psychische Störungen erhöhen.

10 Fakten, die du vielleicht noch nicht über Cannabis wusstest:

Was ist der Unterschied zwischen Haschisch, Marihuana und Hanf? Aus Cannabis, der Name der Hanfpflanze, lassen sich verschiedene Rauschmittel-Produkte herstellen. Zu den bekanntesten gehören zweifelsfrei Haschisch und Marihuana. Marihuana besteht aus den getrockneten Blüten oder Blättern der weiblichen Hanfpflanze, die umgangssprachlich auch "Weed" oder "Gras" genannt werden. Diese werden in der Regel zu Joints gerollt und geraucht.

Haschisch hingegen ist Cannabisharz und hat einen höheren Wirkstoffgehalt als Marihuana, weil es mehr THC enthält. Das Harz wird zusammen mit Pflanzenteilen und manchmal Streckmitteln zu kleinen Platten oder Blöcken gepresst. Diese Platten werden im Volksmund oft auch als "Dope" oder "Shit" bezeichnet. Die Farbe ist oft bräunlich-grünlich. Ähnlich wie Marihuana wird auch Haschisch in der Regel geraucht.

Was bedeutet THC und CBD? Eine Cannabis-Pflanze produziert sowohl THC als auch CBD. Bei beiden Abkürzungen handelt es sich um chemische Verbindungen, doch nur eine ist für die berauschende Wirkung verantwortlich: THC oder auch Tetrahydrocannabinol. Der erlaubte Grenzwert für die THC-Konzentration im Blut liegt bei 1,0 Nanogramm pro Milliliter. Anders ist das bei CBD (Cannabidiol), denn dieses unterliegt im Gegensatz zu THC nicht dem Betäubungsmittelgesetz und darf legal vertrieben werden, solange der enthaltene THC-Gehalt 0,2% nicht übersteigt.

CBD ist ein nichtpsychoaktives Cannabinoid aus dem weiblichen Hanf Cannabis sativa und wird für seine beruhigende Wirkung geschätzt. Aktuell wird sogar untersucht, ob CBD in der Medizin Verwendung finden kann, zum Beispiel bei psychotischen Störungen oder Schizophrenie. Oder zur Behandlung von Depressionen, Angststörungen, Suchterkrankungen und Epilepsie. Es soll nämlich entkrampfend, entzündungshemmend, angstlösend und gegen Übelkeit wirken. Die Forschungen dazu sind allerdings noch im Gange.

Nur eine Pflanze hat eine berauschende Wirkung: Cannabis kann praktisch überall wachsen. In Ländern wie Indien und China wird die heilende und bewusstseinserweiternde Wirkung dieser Pflanze bereits seit Tausenden von Jahren geschätzt. Wer sich aber einen Rausch verspricht, sollte auf die weibliche Hanfpflanze setzen. Denn nur sie hat berauschende Eigenschaften. Die männliche Pflanze hingegen wird als Rohstoffquelle für Kleidung oder Seile genutzt.

Cannabis sativa ist beispielsweise besonders reich am Wirkstoff Cannabidiol, Cannabis indica enthält deutlich mehr berauschendes THC und Cannabis ruderalis enthält weniger THC.

Cannabis ist in Holland legal? Von wegen! Tatsächlich ist Cannabis nur in wenigen Ländern wirklich legal. In den meisten Staaten wird der Konsum von Cannabis lediglich geduldet. Ein Beispiel dafür sind unsere Nachbarn in den Niederlanden: In den bekannten Amsterdamer Coffeeshops wird der Verkauf zwar toleriert, aber offiziell ist auch in den Niederlanden der Handel sowie der Anbau und der Besitz von Cannabis verboten.

Coffeeshop Smokey ist ein Cannabis Coffeeshop in Amsterdam, Rembrandt Square.
Auch im Coffeeshop in Amsterdam ist Kiffen eigentlich nicht erlaubt (Symbolbild: Getty Images)

Ein südamerikanisches Land ist führend bei der Legalisierung von Cannabis: Uruguay. Dort ist der Anbau von bis zu sechs Pflanzen erlaubt, allerdings ist hierfür im Voraus eine staatliche Genehmigung erforderlich. Erwachsene können für den persönlichen Gebrauch bis zu 40 Gramm Marihuana pro Monat in Apotheken erwerben. Und auch in Kanada darf man sich öffentlich bekiffen. Seit Herbst 2018 ist Cannabis für alle frei erhältlich, Konsum und Besitz sind erlaubt.

Ein US-Präsident baute Cannabis an: George Washington, der erste Präsident der USA, war ein bedeutender Anbauer von Nutzhanf und äußerte seine Begeisterung für die Pflanze in zahlreichen Briefen. Es wird angenommen, dass Washington Hanf möglicherweise auch rauchte, um seine Zahnschmerzen zu lindern.

Irgendwann in den 1760er Jahren erwog Washington sogar, ob der Anbau von Hanf möglicherweise profitabler wäre als der von Tabak. Letztendlich entschied er jedoch, dass der Anbau von Weizen eine bessere Option sei.

Diese Stadt hat mehr Marihuana-Kioske als McDonald's-Filialen: In Denver, Colorado, gibt es mehr Marihuana-Verkaufsstellen (Dispensaries) als Filialen von Starbucks und McDonald's zusammen. Allgemein sind die Vereinigten Staaten ziemlich tolerant, wenn es um Cannabis geht: 41 der 50 Bundesstaaten erlauben den Konsum von Cannabis, in dem meisten Fällen allerdings nur für medizinische Zwecke. Dennoch: Kiffen zum Vergnügen, ohne gleich dafür ins Gefängnis zu wandern, kann man bisher in stolzen 19 US-Bundesstaaten.

Kann man mit Cannabis an einer Überdosis sterben? Es sind zwar keine Todesfälle durch Cannabis verzeichnet, doch könnte man so wie bei jeder Droge theoretisch daran sterben. Dafür müsste man einer Schätzung zufolge allerdings 680 Kilogramm Gras konsumieren. Und das ist mehr als unwahrscheinlich. Denn die Menge kommt in etwa einem ausgewachsenen Pferd gleich.

International Kiffertag bzw. 420 Day: So wie in den meisten Drogenszenen haben auch Kiffer ihren eigenen geheimen Code: nämlich 420. Aus diesem Grund wird am 20. April - oder 4/20, wie er in den USA geschrieben wird - der sogenannte "Kiffertag" gefeiert. Die Geschichte besagt, dass dieser Code entstanden ist, weil eine Gruppe von Schülern sich immer nachmittags um zwanzig nach vier zum gemeinsamen Kiffen traf.

Alkohol verschwindet schnell aus dem Körper, Cannabis nicht: Nach dem einmaligen Konsum von Cannabis bleibt es etwa ein bis zwei Tage im Blut nachweisbar, während es im Urin bis zu zwölf Tage nachgewiesen werden kann. Bei regelmäßigen Konsumenten kann sich diese Zeitspanne sogar auf bis zu sechs Wochen ausdehnen. Der Nachweis von Cannabis in den Haaren ist noch länger möglich. Eine Haaranalyse kann den Cannabiskonsum teilweise sogar noch Jahre später beweisen.

In den USA gibt es über 1200 Slang-Begriffe für Marihuana: Auf Wikipedia gibt es eine Liste von über 1200 umgangssprachlichen Begriffen, die die Amis als Synonym für ihren heiß geliebten Jolly benutzen, darunter happy cigarette (deutsch: "glückliche Zigarette"), 2 long, Greta, Bud, Chiba, Dank, Dope, Ganja, Grass, Herb, Mary Jane, Pot, Reefer, Trees, Weed, Kush, Chronic, Nug und sogar Asparagus (deutsch: "Spargel").