US-amerikanische Mutter stillt im Auto - und bekommt Strafzettel

Stillen in der Öffentlichkeit ist in den USA immer noch ein Streitthema (Symbolbild: Getty Images)

Als eine Mutter in New York ihr Baby in ihrem Auto stillte, während es in einer Ladezone geparkt war, wurde ihr dafür prompt ein Strafzettel aufgebrummt. 115 Dollar – umgerechnet 100 Euro – sollte sie zahlen, und um ein Haar wäre noch dazu ihr Auto abgeschleppt worden. Jetzt kritisiert sie den Parkwächter dafür, sie dafür abgestraft zu haben, dass sie sich um ihr hungriges Baby gekümmert hat.

„Ich weiß, es gibt Gesetze, aber jetzt mal ehrlich, was soll ich machen, das Kind schreien lassen?“, erzählte Guillermina Rodriguez der NY Daily News.

Am Morgen des 11. Aprils setzte die 30-jährige Rodriguez ihren Ehemann für einen Zahnarzttermin in der Nähe des Times Square ab, als ihr drei Monate altes Baby anfing, zu schreien. Da sie Probleme hatte, im belebten Stadtzentrum einen Parkplatz zu finden, stellte Rodriguez ihren Toyota Suburban in einer Ladezone ab und setzte sich auf den Rücksitz, um ihre Tochter Eliana zu stillen.

„Ich musste rechts ranfahren, um sie zu stillen. Ich wollte nicht in der zweiten Reihe parken“, erzählte Rodriguez der NY Daily News. „Ich sah das Schild für eine Ladezone, und es besagt, dass man dort nicht parken darf – natürlich nicht, aber wo findet man in der Innenstadt einen Parkplatz?“

Zwei bis drei Minuten, nachdem sie das Auto im Gewerbegebiet abgestellt hatte, kam laut Rodriguez eine NYPD-Parkwache mit einem Abschleppwagen, um ihr Auto abzuschleppen. Die Mutter hupte, um den Parkwächter darauf aufmerksam zu machen, dass sich jemand im Auto befand. Und obwohl der Parkwächter sah, dass sie ihr Baby stillte, brummte ihr der Polizist laut ihrer Aussage eine heftige Strafe in Höhe von 115 Dollar (100 Euro) auf.

„Er schaut hinein, ich zeige ihm meine Brust, ich stille mein Baby. Er dreht seinen Kopf weg. Er sieht mich, aber er gibt mir trotzdem ein Parkticket“, sagte Rodriguez.

Sie ist außer sich über das Bußgeld und meint, dass dies „unnötig“ und „taktlos“ gewesen sei. Deshalb wandte sich Rodriguez an La Leche League, eine gemeinnützige Organisation, die sich für stillende Mütter einsetzt und wurde später mit Stillberaterin Laura Beth Gilman in Kontakt gebracht.

Gilman sagt, dass Rodriguez als gute Mutter keine andere Wahl hatte, als auf das Weinen ihres Babys zu reagieren. „Wir sind genetisch dazu veranlagt, auf das Weinen unserer Babys zu reagieren. Es soll uns verrückt machen. Eine gute Mutter ist eine, die reagiert“, erklärte Gilman gegenüber NY Daily News.

Aus diesem Grund sollten Streifenpolizisten laut Gilman besser geschult werden und solche Vorfälle als Notfall behandeln.

„Wenn Sie einen Platten gehabt hätte, hätte er ihr eine Strafe aufgebrummt? Wenn sie einen gesundheitlichen Notfall gehabt hätte…hätte er ihr eine Strafe aufgebrummt? Sie hatte einen Notfall“, sagte Gilman den News. „Sie fand den erstbesten sicheren Ort und behob den Notfall.“

Sowohl Gilman als auch Rodriguez sind der Auffassung, dass die Parkstrafe widerrufen werden sollte. Die NY Daily News kontaktierten einen Sprecher der NYPD, der sagte, dass die Angelegenheit geprüft werde.

Paulina Cachero