250 Millionen Euro: Wise-Gründer legt Fonds mit interessantem Detail auf

Taavet Hinrikus ist Milliadär hat den Fonds Plural mitgegründet. Letztes Jahr machte er den Finanzdienstleister Wise zum Einhorn.
Taavet Hinrikus ist Milliadär hat den Fonds Plural mitgegründet. Letztes Jahr machte er den Finanzdienstleister Wise zum Einhorn.

Europa brauche noch mehr Investoren, die selbst mal eine Firma gegründet oder geführt haben. So begründet Khaled Heloui, Ex-Chef des Gaming-Konzerns Bigpoint, im Gespräch mit Gründerszene sein neues Projekt: Einen Fonds mit 250 Millionen Euro. Mit dem Geld will Heloui zusammen mit Partnern europäische Startups in frühen Phasen unterstützen. Einzelne Schecks sollen dem Investor zufolge zwischen einer und zehn Millionen Euro groß sein. Besonders an dem sogenannten Plural Fonds sei, dass er nur Geld von Investoren verwaltet, die selbst mal eine Firme gegründet oder geleitet haben.

Den Plural Fonds hat Heloui unter anderem mit dem gebürtigen Esten Taavet Hinrikus gegründet, der den Finanzdienstleister Wise (früher: Transferwise) im vergangenen Jahr an die Börse brachte. Ian Hogarth, Songkick-Gründer aus London sowie Sten Tamkivi, Ex-Manager bei Skype, haben den Fonds ebenfalls mitgegründet.

Nur wenige Investoren mit Gründungserfahrung

Die Vier wollen erfahren haben, dass die Mehrheit der in Europa tätigen Investoren nur wenig Erfahrung mit dem Aufbau von Technologieunternehmen hat. Auf Großbritannien bezogen stammt laut dem Onlineportal Sifted tatsächlich ein Großteil der Investoren aus dem Beratungs- oder Bankensektor.

Nur acht Prozent sollen dem Bericht zufolge eigene Erfahrungen in Startups gesammelt haben. Anders als in den USA, wo rund 60 Prozent der Investoren selbst eine Firma gegründet oder im Startup gearbeitet haben sollen. Heloui behauptet, dass es auch in anderen europäischen Ländern viele Investoren gebe, die selber wenig Erfahrungen in Startups gesammelt hätten. Dadurch bleibe viel Potenzial unentdeckt – und Möglichkeiten ungenutzt, meint er.

Ziel des Plural Fonds sei es also, so Heloui, Startup-erfahrene Investoren zusammenzubringen, um damit besser auf Bedürfnisse von jungen, europäischen und risikofreudigen Tech-Firmen eingehen zu können.

Den Fonds gibt es bereits seit vergangenem Jahr – doch nun folgt der offizielle Launch. Eigenen Angaben zufolge soll sich Plural bereits an 14 Unternehmen beteiligt haben, darunter am Berliner Versicherungs-Startup Feather oder am US-Fintech Mos. Wer außerdem Geld investiert hat, ist aktuell nicht öffentlich bekannt.

Trotz Krisenstimmung fließt weiter Geld

In den vergangenen Monaten hat auch die Wagniskapitalszene mit den weltweiten Krisen wie dem Ukraine-Krieg und der wachsenden Inflation zu kämpfen gehabt. Nichtsdestotrotz sprießen immer wieder neue, millionenschwere Fonds aus dem Boden. Zuletzt machte unter anderem der Wagniskapitalgeber Project A Schlagzeilen, der mit 400 Millionen Euro den größten Fonds seiner Firmenhistorie auflegte. Weiteres Geld will der IDnow-Gründer Felix Haas in Startups stecken, der mit weiteren Szeneköpfen auch erst vor kurzem einen 160 Millionen Euro Fonds aufgesetzt hat.

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