60 Prozent der Kaffeesorten sind vom Aussterben bedroht

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Kaffee ist eine milliardenschwere Branche. Doch Nachhaltigkeit ist auch hier gefragt. (Symbolbild: Getty Images / Anthony Pappone)
Kaffee ist eine milliardenschwere Branche. Doch Nachhaltigkeit ist auch hier gefragt. (Symbolbild: Getty Images / Anthony Pappone)

Krankheiten, Klimawandel und Rodung bedrohen rund 60 Prozent der wild wachsenden Kaffeesorten. Das behindert zwar noch nicht die weltweite Versorgung, aber es gefährdet die Widerstandsfähigkeit unseres Lieblingskaffees: Denn die Sortenvielfalt gibt Aufschluss über Problembekämpfung in der allgemeinen Kaffeezucht.

Ähnlich wie die wesentlichen Inhaltsstoffe von Bier reagieren auch Kaffeepflanzen besonders sensibel auf Hitze und Dürreperioden. Hinzu kommt, dass großflächig angelegte Rodungen den Lebensraum der Kaffeebohnen vernichten. In einer neuen Studie über das “Hohe Aussterberisiko für Wildkaffeearten und Auswirkungen auf die Nachhaltigkeit des Kaffeesektors” stellten Pflanzenforscher nun fest, dass 75 von 124 Wildkaffeesorten bereits vom Aussterben bedroht sind. Das klingt, als wären noch ausreichend Sorten übrig. Doch für den Kaffeetrinker sollte das alarmierend sein: Denn Experten betonen, dass wilde Arten der Schlüssel zu einer gesunden, lebendigen und geschmackvollen Kaffeeversorgung sind.

“Hohes Aussterberisiko für wilde Kaffeearten; natürliche Bodenbakterien gefunden, die Moskitos abwehren können; Best-Practice-Standards für globale und regionale Biodiversitätsbewertungen; und mehr in dieser neuen Ausgabe von Science Advances!”

Artenvielfalt hält die Lieblingskaffeesorte am Leben

“Die Kaffeeindustrie wird immer wieder mit Herausforderungen konfrontiert sein, von denen wir wissen, dass sie existieren, und mit potenziellen Herausforderungen, von denen wir noch nicht wissen, dass sie existieren”, erklärt Hanna Neuschwander, Kommunikationsdirektorin der industriell finanzierten landwirtschaftlichen Organisation für Kaffee “World Coffee Research”, laut Mashable in einem Interview. “Wenn man die wilden Arten nicht schützt, hat man wahrscheinlich die Möglichkeit verschenkt, das Problem zu lösen, weil man einfach nicht das genetische Werkzeug dazu hat.” Auch der Kaffee, den wir heute trinken, existiere aufgrund von Artenvielfalt. Das betonte Aaron Davis, der leitende Forschungsleiter für Pflanzenressourcen bei “The Royal Botanical Gardens Kew” und Hauptautor der Studie. Neben der Arabica-Bohne ist die Robusta-Pflanze eine der beliebtesten Kaffeesorten, die heute jeder trinkt. Sie war bis Anfang 1900 kaum bekannt. Auch weniger populäre Sorten zu schützen sei daher essenziell.

In 60 Jahren ist die Arabica-Bohne ausgestorben

Untersuchungen ergaben, dass allein aufgrund des Klimawandels die wilde Arabica-Pflanze in etwa 60 Jahren aussterben wird. “Es ist eine langfristige Bedrohung, aber sie ist kürzer, als sich manche Leute vorstellen können”, sagte Neuschwander. “Es klingt weit entfernt, aber das liegt in meiner Lebenszeit.” Ein Lösungsansatz könnte die Konservierung der Wildkaffeesamen in Samenbanken sein. Rund 55 Prozent der Wildarten sind bereits in solchen Genbanken konserviert, doch sie sind noch nicht ausreichend zuverlässig oder vollständig. Um den Erfolg der milliardenschweren Kaffeebranche zu sichern, muss man die Probleme angehen. Da sind sich die Wissenschaftler der Studie sicher – auch wenn das eine Investition von über 20 Millionen US-Dollar kosten könnte.

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