Abtreibungsurteil: Aufschrei in den USA - "unbeschreiblich und ekelhaft"

Erneut haben in den USA zum zweiten Mal im ganzen Land Menschen gegen das Donnerschlag-Urteil des Obersten Gerichtshofs protestiert.

Mit seiner Entscheidung vom Freitag hat das höchste US-Gericht ein Urteil außer Kraft gesetzt, das fast 50 Jahre lang galt. Die Entscheidung Roe v. Wade von 1973 hatte zuvor das Recht auf Abtreibung sichergestellt.

Ab sofort können die Bundesstaaten selbst entscheiden, ob sie Schwangerschaftsabbrüche erlauben oder nicht. Das zutiefst polarisierte Land ist tief gespalten zwischen Staaten, die das Recht auf Abtreibung jetzt oder bald verweigern, und solchen, die es noch zulassen.

Für viele Menschen, vor allem Frauen, die mit dem Glauben aufgewachsen, dass man hart erkämpfte Freiheiten nicht einfach wieder verlieren kann, bedeutet das in Zukunft einen massiven Einschnitt in ihrem Leben.

Gesellschaftspolitischer Rückwärtsgang

Was da passiert ist, sei unbeschreiblich und ekelhaft, sagt die 19-jährige Studentin Mia Stagner auf einer Deomstration in Washington. "Dazu gezwungen zu werden, Mutter zu werden, ist nichts, was eine Frau tun sollte."

Mindestens acht rechtsgerichtete Staaten haben ein sofortiges Abtreibungsverbot verhängt - und eine ähnliche Anzahl wird in den kommenden Wochen folgen.

Viele befürchten nun, dass der Oberste Gerichtshof mit seiner klaren konservativen Mehrheit, die durch Donald Trump ermöglicht wurde, demnächst Rechte wie die gleichgeschlechtliche Ehe und die Empfängnisverhütung ins Visier nehmen könnte, was die Mobilisierung weiter anheizt.

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