Beauty-Mythos: 100 Bürstenstriche für seidiges Haar - hilft das?

Carolin Klar
Freie Autorin für Yahoo Style
Bürsten ist gut, aber hundert Bürstenstriche schaden dem Haar eher, als dass sie ihm zu Glanz verhelfen. (Bild: Getty Images)

Es heißt, dass hundert Bürstenstriche am Tag dem Haar mehr Glanz und Geschmeidigkeit verleihen. An dem old-school Schönheitstipp ist tatsächlich etwas dran. Aber in einer Hinsicht ist er überholt.

Ja, das Haar bekommt Glanz vom Bürsten

Die Talgdrüsen an den Haarwurzeln produzieren Fett, und dieses wird durch das Bürsten auf das Haar verteilt. Das Haar glänzt mehr. Seine Geschmeidigkeit wird durch das natürliche Fett ebenfalls erhöht und die Bruchanfälligkeit verringert. Voraussetzung ist jedoch, dass das Haar nicht jeden Tag gewaschen wird, da sonst das natürliche Fett von der Kopfhaut weggespült wird und folglich nicht mehr ausreichend vorhanden ist, um beim Bürsten seine Wirkung tun zu können.

Beim Bürsten passieren noch zwei Dinge, die dem Haar einen schönen Schimmer geben: Bei sprödem Haar stehen die Schuppen der Haaroberfläche ab. Durch das Bürsten hingegen legen sich die Schuppen an, das heißt die Haaroberfläche wird geglättet. Zudem liegen gebürstete Haare schön parallel zueinander. Dadurch reflektieren sie das Licht besser.

Nein, es müssen keine 100 Bürstenstriche sein

Früher haben sich Frauen die Haare nicht so oft gewaschen und vor dem Schlafengehen das angesammelte Fett aus der Kopfhaut ins lange Haar gestrichen. Wahrscheinlich mit rund einhundert Bürstenstrichen. Heute ist die Haarhygiene eine andere, und man muss nicht Minuten lang kämmen. Ein Dutzend Bürstenstriche am Tag reichen und sind sogar besser für Haar und Kopfhaut. Denn: Längeres Bürsten regt die Talgproduktion in der Kopfhaut stärker an, und das wiederum führt zu strähnigen und fettigen Haaren. Zudem werden die Haarfasern durch übermäßiges Bürsten porös.

Wildschweinborsten steigern den Glanz

Mit welcher Bürste soll man bürsten? Nicht mit Metall- oder Plastikborsten. Die Bürste, die das Beste aus dem Haar herausholt, hat Naturborsten. Bürsten mit Wildschweinborsten sind besonders hilfreich, denn sie nehmen das Fett von der Kopfhaut besonders gut auf und verteilen es optimal auf das restliche Haar.

Das Haar muss trocken sein

Damit das Fett von der Kopfhaut ins Haar gestrichen werden kann, darf das Haar nicht nass sein. Außerdem müssen längere Haare vorsichtig entwirrt worden sein, damit sie beim Bürsten nicht beschädigt werden. Ein Tangler kann mit seinen unterschiedlich langen und flexiblen Borsten helfen. Das Haar dann vom Haaransatz bis in die Spitzen bürsten. Sanft und kurz, mit Naturborsten.