Bed Bath & Beyond zieht schwarze Kürbis-Laternen zurück

Ann-Catherin Karg
Freie Journalistin

“Blackfacing“ heißt es, wenn sich Weiße dunkel schminken, um sich zum Beispiel als Afro-Amerikaner, Inder oder Indianer zu verkleiden. Das Einzelhandelsunternehmen Bed Bath & Beyond hat jetzt schwarze Kürbislaternen aus dem Verkauf genommen, nachdem Rassismusvorwürfe laut geworden waren.

Das Unternehmen Bed Bath & Beyond hatte schwarz gefärbte Kürbisse angeboten und sich nun dafür entschuldigt. (Symbolbild: Getty Images)

Justin Trudeau gilt als toleranter Kämpfer für die Rechte aller Menschen, egal, welche Religion sie haben, welches Geschlecht, welche Sexualität und welche Hautfarbe. Als dann aber Jahre alte Fotos des kanadischen Premiers publik wurden, auf denen er sich einmal als dunkel geschminkter Inder und einmal als Jamaikaner verkleidet hatte, hatte das einen “Blackface“-Skandal ausgelöst.

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Andere Zeiten, andere Regeln

So, wie Angehörige älterer Generationen sich heute nicht mehr damit rechtfertigen können, das N-Wort wäre früher ein ganz normaler und neutraler Begriff gewesen, half es Justin Trudeau wenig als er sagte, die Verkleidungen seien ihm damals nicht rassistisch vorgekommen. “Blackfacing“ gilt heute als eindeutig diskriminierend, und genau diesem Vorwurf sieht sich jetzt auch das US-amerikanische Einzelhandelsunternehmens Bed Bath & Beyond wegen eines bestimmten Produkts ausgesetzt.

Die Bedeutung ist nicht allen klar

Konkret handelte es sich dabei um schwarz gefärbte und mit weißem Mund und Augen bemalte Kürbis-Laternen, die u. a. vor einem Anwalts-Bürogebäude in Nyack, New York gestanden hatten. Anwohner erinnerte die Deko laut der britischen Internet-Zeitung “Independent“ an “Blackfacing“, woraufhin sie sich beschwert hatten.

Mary Marzolla, Partnerin der Anwaltskanzlei, sagte, die Kürbisse seien daraufhin sofort entfernt worden: “Wir repräsentieren Menschen aller Hautfarben und Glaubensrichtungen und würden nie irgendjemanden von irgendeiner Gemeinschaft ausschließen wollen.“

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Die Kürbisse sollen nicht mehr verkauft werden

Gegenüber “USA Today“ entschuldigte sich das Unternehmen und teilte mit, die Kürbisse nicht mehr zu verkaufen. Laut Wilbur Aldridge war das die einzig richtige Konsequenz. Der Director for the National Association for the Advancement of Coloured People (NAACP) in Westchester sagte, das Unternehmen hätte mit den Kürbissen einen eindeutigen Mangel an Sensibilität gezeigt. Das “Blackfacing“ sei nicht die schwarze Bemalung des Kürbisses allein zustande gekommen, sondern dadurch, dass ihm auch ein Gesicht gemalt wurde.