Was bedeuten eigentlich die Hotel-Sterne?

Nina Baum
Freie Autorin für Yahoo Style
Einige Hotels werben mit Fantasie-Sternen: Achten Sie deshalb auf dieses offizielle Schild des Hotel- und Gaststättenverbands.

Bei der Frage, welche Unterkunft gebucht werden soll, orientieren sich die meisten Gäste zuallererst an der Anzahl der Sterne. Aber was sagen die Sterne eigentlich aus? Welche Kriterien müssen die Hotels erfüllen und sind diese in allen Ländern identisch?

Ein einheitliches internationales System gibt es leider nicht, was die Vergleichbarkeit der Hotels teilweise erheblich erschwert. Das liegt unter anderem auch an den unterschiedlichen Erwartungen: Während die Japaner ein Mini-Bad als vollkommen ausreichend erachten, würden Amerikaner das als Mangel empfinden. Auch die Größe des Bettes hängt von kulturellen Eigenarten ab.

Die gute Nachricht: In Europa hat sich ein einheitlicher Standard der „Hotelstars Union“ etabliert, an dem sich immer mehr Länder orientieren. Inzwischen sind 17 europäische Staaten Mitglied in dieser Union – darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Wie kommen die Hotelsterne eigentlich zustande?

Für die Bewertung wird ein ganzer Katalog abgearbeitet. Für eine bestimmte Sterne-Anzahl muss das Hotel bestimmte Angebote mindestens erfüllen, beispielsweise wie lange die Rezeption besetzt ist oder ob die Bettwäsche täglich gewechselt wird. Darüber hinaus muss das Hotel eine bestimmte Anzahl an Punkten erreichen. In Deutschland ist die Klassifizierung freiwillig und muss kostenpflichtig beantragt werden. Wenn die Sterne vergeben wurden, sind diese drei Jahre gültig. Zusätzlich zu den Sternen gibt es auch noch das Prädikat „Superior“, was darauf hinweist, dass das Hotel die Mindestanforderungen übertrifft, aber es noch nicht für die nächsthöhere Kategorie reicht.

Was die Hotelsterne verraten

Für die Klassifizierung eines Hotels werden 270 Kriterien bewertet. Das sind die wichtigsten Ausstattungs- und Servicemerkmale.

1 Stern: Einfach

Diese Kategorie erfüllt nur das Notwendigste: Alle Zimmer müssen ein eigenes Bad mit WC und mindestens einer Dusche besitzen. Das Zimmer wird täglich gereinigt, es gibt Handtücher und die Bettwäsche wird mindestens einmal pro Woche gewechselt. Das Zimmer verfügt über einen Fernseher mit Fernbedienung, ein Bett, Tisch und Stuhl. Ein Telefon muss für den Gast zumindest zugänglich sein. Es gibt ein Getränkeangebot und morgens ein einfaches Frühstücksangebot.

2 Sterne: Standard

In dieser Kategorie können Sie zusätzlich mit einem Frühstücksbuffet rechnen. Auch Hygieneartikel wie Duschgel, Zahnbürste, Zahncreme, Einmalrasierer werden bereitgestellt. Ein Internetzugang ist im Hotel verfügbar und die Rechnung darf man mit Karte zahlen. Die Einrichtung ist zwar etwas komfortabler als in der Ein-Stern-Kategorie, aber immer noch recht zweckmäßig.

3 Sterne: Komfort

In dieser Kategorie wird es schon etwas geräumiger und wohnlicher mit einem bescheidenen Komfort. Eine Sitzecke im Zimmer ist hier schon durchaus möglich, mindestens jedoch im öffentlichen Bereich. Außerdem gibt es ein Telefon, eine Minibar und einen Ankleidespiegel auf dem Zimmer. Zudem muss in einem Drei-Sterne-Hotel die Rezeption 14 Stunden täglich mit einem Mitarbeiter besetzt sein. Einen Haartrockner und Wäsche-Service gibt es außerdem.

4 Sterne: First Class

Vier Sterne sollen auch den hohen Ansprüchen genügen. Dazu zählt eine erstklassige, zeitgemäße und hochwertige Einrichtung. Die Betten müssen mindestens zwei Meter lang sein und die Bettwäsche wird auf Wunsch auch täglich gewechselt. Das Bad ist großzügig und beheizt. Es gibt einen Sessel oder eine Couch mit Couchtisch, Bademäntel und Tageszeitungen. Neben dem Frühstücksbuffet wird auch ein Zimmerservice angeboten. Die Rezeption ist mindestens 16 Stunden besetzt und einen Getränkeservice in der Lobby gibt es auch. Die Zimmer müssen mit einem Lift erreichbar sein.

Das Hotel Chateau Frontenac im kanadischen Quebec begeistert seine Gäste mit 5-Sterne-Luxus. (Bild: Getty Images)

5 Sterne: De Luxe

Diese Hotels sollen höchsten, auch internationalen Ansprüchen genügen. Die Mitarbeiter müssen mehrsprachig sein, die Rezeption ist Tag und Nacht besetzt. Auch der Zimmerservice muss 24 Stunden verfügbar sein. Es gibt Pagen, einen Concierge und zur Begrüßung Blumen oder ein Präsent auf dem Zimmer. Auch muss das Hotel Suiten im Angebot haben. Die Pflegeartikel werden in einzelnen Flakons präsentiert und einen Safe gibt es auch im Zimmer. Und für viele ganz wichtig: Die Zimmer müssen sich komplett verdunkeln lassen. Die allgemeine Einrichtung und das Ambiente müssen elegant und hochwertig sein. Ein Hotelrestaurant ist obligatorisch.

Wer vergibt die Hotelsterne?

In Deutschland wird die Bewertung vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) durchgeführt. Bei Fünf-Sterne-Hotels kann es sogar sein, dass anonyme Tester die Bewertung unangemeldet überprüfen. Seit 2010 orientiert sich Deutschland ebenfalls an den Maßstäben der „Hotelstars Union“. Wenn ein Hotel eine bestimmte Sterne-Kategorie erreicht hat, dann erhält es vom Verband ein einheitliches Schild, an dem Sie erkennen können, dass es sich tatsächlich um ein offizielles Sterne-Hotel handelt. Es gibt aber leider auch einige Hotels, die mit Fantasie-Sternen werben. Achten Sie deshalb am besten auf das offizielle Schild der „Hotelstars Union“ wie im Foto. Alternativ können Sie auf der Website https://www.hotelstars.eu/germany/ die klassifizierten europäischen Hotels suchen.