„Black Monday“ bei den Kryptowährungen

Die Gewinne bei den Kryptowährungen schwinden dahin – Bitcoin nähert sich der Marke von 20.000 US-Dollar an. - Copyright: picture alliance / Zoonar | Yevhenii Podshyvalov
Die Gewinne bei den Kryptowährungen schwinden dahin – Bitcoin nähert sich der Marke von 20.000 US-Dollar an. - Copyright: picture alliance / Zoonar | Yevhenii Podshyvalov

Guten Morgen! Während ihr geschlafen habt, ging andernorts die Arbeit in der Digitalszene weiter.

Die Top-Themen:

Am Montag sind die Kryptowährungen nach einem bereits schwachen Wochenende kräftig gefallen. Am Ende war der Krypto-Meltdown gravierend: Bitcoin stürzte um 17 Prozent auf unter 23.500 US-Dollar ab, Ether verzeichnete ein Minus von 18 Prozent. Zeitweise fiel der Börsenwert aller digitaler Währungen unter eine Billion Dollar. Die Kryptowährungen, die viele in der Inflation als sicheren Hafen sahen, blieben von den äußeren Schocks – Rezessionsangst, Inflation, Zinserhöhungen – nun doch nicht mehr verschont.

Außerdem kündigte die Kryptoplattform Celsius an, Abhebungen und Überweisungen zwischen Konten vorübergehend auf Eis zu legen. Dies stachelte die Panik am Markt weiter an. Neben den Währungen stürzten auch die Firmen ab, die mit Kryptowährungen handeln oder mit der Technologie arbeiten, darunter der Marktplatz Coinbase oder die Softwarefirma Microstrategy. Selbst Tesla, das hohe Summen in Bitcoin investiert hat, baute mit sieben Prozent Minus deutlich ab. [Mehr bei Handelsblatt, CNBC und CNBC]

Auf Gründerszene: Hunderte Mitarbeiter von Tech-Firmen wie Gorillas, Klarna oder Nuri wurden zuletzt entlassen. Die Startupszene gesunde sich, sagt dazu Julian von Blücher, der Chef der Recruitingagentur Talent Tree. Nicht ganz so smartes Geld werde aus dem Markt gedrängt und Geschäftsmodelle müssten sich jetzt beweisen. Was von Blücher zu diesen Aussagen bewegt, hört ihr heute in unserem Podcast „So geht Startup“, moderiert von unserer Kollegin Nina Anika Klotz. [Mehr bei Gründerszene]

Und hier die weiteren Schlagzeilen der Nacht:

Oracle hat gute Quartalszahlen gemeldet und die Aktien des Softwareherstellers reagierten mit Wohlwollen: Sie stiegen im nachbörslichen Handel um 14 Prozent, nachdem die Firma für die drei Monate bis Ende Mai ein Cloud-Umsatzwachstum von 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr verbuchen konnte. Der Gesamtumsatz stieg im Berichtszeitraum um fünf Prozent auf 11,8 Milliarden US-Dollar. Offensichtlich wirkt sich die 28-Milliarden-Dollar-Akquisition des Gesundheitstechnologieanbieters Cerner positiv für Oracle aus: Die Firma prognostiziert, dass dank Cerner die Cloud-Einnahmen im laufenden Quartal um bis zu 47 Prozent wachsen könnten. [Mehr bei Wall Street Journal und The Information]

Amazon hat bekannt gegeben, dass das Städtchen Lockeford in Kalifornien einer der ersten Standorte in den USA für Prime Air sein werde. Prime Air ist die neue Drohnenlieferung des Unternehmens. Der E-Commerce-Händler arbeitet derzeit mit der US-Flugaufsichtsbehörde FAA zusammen, um die noch fehlenden Genehmigungen einzuholen, hofft aber, die Lieferungen aus der Luft noch vor Ende des Jahres starten zu können. [Mehr bei Techcrunch]

Electric Last Mile Solutions wird Konkurs anmelden. Das US-amerikanische Elektroauto-Startup hatte Schwierigkeiten, zusätzliche Mittel aufzubringen und einen Wirtschaftsprüfer für eine Untersuchung der Börsenaufsicht zu gewinnen. Das im US-Staat Michigan ansässige Unternehmen ging im Juni 2021 mit einer Bewertung von 1,4 Milliarden US-Dollar über eine Zweckgesellschaft an die Börse. Seitdem ist der Aktienkurs um mehr als 94 Prozent von seinen ursprünglichen zehn Dollar gefallen. Die Firma spiegelt einen allgemeinen Börsentrend wider – Spac-IPOs haben sich bisher meist nicht als positiv für die Entwicklung der Aktienpreise eines Unternehmens erwiesen. [Mehr bei Techcrunch und The Information]

Blockfi entlässt etwa 20 Prozent seiner Belegschaft – oder etwa 85 Mitarbeiter. Die US-amerikanische Kryptohandelsfirma begründete die Entscheidung mit den derzeitigen Marktbedingungen. Die Entlassungen sollen jedes Team im Unternehmen treffen, wie die Mitgründer Zac Prince und Flori Marquez am Montag in einem Blogbeitrag schrieben. Noch vor einer Woche hieß es, dass Blockfi eine neue Finanzierung anstrebe, die das Unternehmen aber nur noch mit einer anstatt mit drei bis fünf Milliarden US-Dollar bewerten würde. Auch Crypto.com baut etwa 260 Mitarbeiter ab, rund fünf Prozent der Belegschaft. [Mehr bei The Information und The Verge]

Google zahlt 118 Millionen US-Dollar im Rahmen eines Vergleichs. Bei der Sammelklage von drei Frauen ging es um Diskriminierung aufgrund des Geschlechts. Das Techunternehmen gab kein Fehlverhalten zu – einigte sich aber auf die finanzielle Abfindung. Außerdem machte Google Schlagzeilen, nachdem einer seiner Softwareentwickler für Künstliche Intelligenz behauptete, einen intelligenten KI-Chatbot auf den Servern von Google gefunden zu haben. Blake Lemoine sagte, dass das System Gedanken und Gefühle ähnlich wie ein menschliches Kind zum Ausdruck bringen könnte. Der Entwickler wurde inzwischen suspendiert. [Mehr bei Wall Street Journal und The Guardian]

Unser Lesetipp auf Gründerszene: Der Immobilien-Finanzierer Exporo soll laut eines Berichts neues Kapital eingesammelt haben. Doch die Konditionen waren wohl schlecht und drücken nun die Bewertung des Crowdinvesting-Portals. [Mehr bei Gründerszene]

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Einen schönen Dienstag!

Eure Gründerszene-Redaktion

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