Blauer Haken für Hauswände - echt jetzt?!

Antonie Hänel
·Freie Autorin
·Lesedauer: 3 Min.

Eine Firma bietet an, die “Blauen Haken” von Twitter und Co. an Hauswände anzubringen. Die ganze Sache ist nur ein ironischer Scherz – aber das hat nicht jeder sofort verstanden.

Blaue Haken, die Auszeichnungen des Internets (Bild: Getty)
Blaue Haken, die Auszeichnungen des Internets (Bild: Getty)

Der blaue Haken auf Twitter ist für viele Menschen so etwas wie eine Auszeichnung des Internets: Er zeigt an, dass der Nutzer des Accounts verifiziert worden ist – was nur passiert, wenn der Account als “beachtenswert” und “aktiv” angesehen wird, wie Twitter in seinen FAQs erklärt. Manche nehmen dieses Ziel aber scheinbar etwas zu ernst.

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Der (bisher noch nicht verifizierte) Account der Künstlerin Danielle Baskin hat sich auf Twitter einen Scherz mit dem blauen Haken erlaubt und die Jagd danach auf die Spitze getrieben. Sie hat eine Website aufgestellt, die vorgibt, die blauen Verifizierungsabzeichen für Hauswände herzustellen.

“Blue Check Homes” nennt sich diese Firma. Ihr Werbeversprechen: "Das blau verifizierte Abzeichen auf Ihrem Haus zeigt den Außenstehenden, dass Sie eine authentische Persönlichkeit des öffentlichen Lebens sind", heißt es auf der Website des Fake-Unternehmens. Um es zu erhalten, “muss jemand authentisch und bemerkenswert aktiv im Haus leben.”

Zusammen mit dem Foto eines Hauses mit entsprechendem Stuckabzeichen haben viele Leute das Ganze wohl zu ernst genommen. Und sahen ihre Chance gekommen, dass alle auch außerhalb des Internets sehen können, wie authentisch und bemerkenswert sie sind.

Knapp 500 Bewerbungen um das Abzeichen

Knapp 500 Personen haben sich bereits für ein Abzeichen angemeldet, vermeldete Baskin. Wie viele davon nur den Witz weiterspinnen und wie viele es ernst meinen, werden wir im Ironiesumpf Internet wohl nie erfahren.

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Dass darunter aber mit Sicherheit einige sind, die sich wirklich einen blauen Stuckhaken an ihrer Hauswand wünschen, das bezweifelt wohl niemand. Mittlerweile ist der Witz so außer Kontrolle geraten, dass sich die Künstlerin gezwungen sah, einen Disclaimer auf der Website zu posten. Darin klärt sie den Witz auf und bittet zudem darum: “Wenn du dachtest, das wäre ein ernstzunehmender Service, dann informiere dich bitte besser über die Dinge, die du im Internet liest.”

Und auch für die Menschen, die sich das Schild nur ironisch bestellen wollten, hat Baskin einen durchaus ernstgemeinten Tipp: “Wenn du darüber nachdenkst, dir ein Schild ironisch zu besorgen, dann denke doch darüber nach, Geld an das Bündnis für Obdachlose zu spenden.”

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