Blaulicht im Straßenverkehr: So verhältst du dich richtig

·Freie Journalistin
·Lesedauer: 3 Min.

Autofahrer, die eine Sirene hören oder denen Blaulicht im Straßenverkehr begegnet, müssen oft schnell handeln, um Menschenleben zu schützen. Die wichtigsten Verhaltensregeln im Überblick!

Blaulicht im Rückspiegel kann Autofahrer nervös machen. Wichtig ist es, Ruhe zu bewahren und vorausschauend zu handeln. (Bild: Getty Images)
Blaulicht im Rückspiegel kann Autofahrer nervös machen. Wichtig ist es, Ruhe zu bewahren und vorausschauend zu handeln. (Bild: Getty Images)

Ob in der Innenstadt oder auf der Autobahn: Wo Blaulicht zum Einsatz kommt, ist Eile geboten. Denn das Durchkommen von Rettungskräften oder Polizeifahrzeugen ist oft entscheidend, um Leben zu retten und Menschen zu schützen. Trotzdem sollte man als Fahrer nicht plötzlich eine Vollbremsung einlegen, wenn man Blaulicht im Straßenverkehr sichtet – sonst baut man am Ende noch einen Auffahrunfall, der womöglich zu einer größeren Verkehrsbehinderung führt und zudem Menschen gefährdet. Es ist deshalb ratsam, Tempo langsam rauszunehmen und herauszufinden, aus welcher Richtung Licht und Sirene kommen. Und weiterhin: In welche Richtung sind die Einsatzfahrzeuge unterwegs?

Wer darf alles mit Blaulicht im Straßenverkehr fahren?

Nach Paragraf 52 der StVZO dürfen Beamte der Polizei, Militär-Polizei, Bundespolizei, des Zolldienstes, des Bundesamts für Güterverkehr, der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung, Feuerwehr, des Zivil- und Katastrophenschutzes sowie Rettungsdienste und Unfallhilfswagen der öffentlichen Verkehrsbetriebe Blaulicht im Straßenverkehr einsetzen.

Muss ich bei Blaulicht im Stadtverkehr zwingend anhalten?

Insbesondere in Innenstädten müssen Autofahrer mehrere Faktoren beachten, bevor sie einem Einsatzwagen Platz machen. Denn: im innerstädtischen Straßenverkehr ist es nicht immer ratsam, rechts anzuhalten. Wenn der Verkehrsfluss es zulässt, ist es besser, den Weg freizumachen und dabei langsam weiterzufahren. Wer sich fürs Anhalten entscheidet, sollte den Einsatzkräften, wie auch den anderen Verkehrsteilnehmer unbedingt sein Vorhaben signalisieren und den Blinker setzen. Zum Anhalten eignen sich größere Flächen wie Bürgersteige, Einfahrten, Abbiegespuren oder die daran angeschlossenen Sperrflächen.

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Darf ich gegen die StVO verstoßen, um den Weg frei zu machen?

Sofern dadurch keine anderen Verkehrsteilnehmer gefährdet werden, ist es möglich, das Tempolimit kurz zu übertreten oder eine rote Ampel zu überfahren (etwa in einer Kleinstadt mit geringem Verkehrsaufkommen). Es empfiehlt sich in diesem Fall jedoch, sich das Nummernschild des Einsatzwagens zu merken. Da Fahrten mit Blaulicht dokumentiert werden, kann der Verstoß entsprechend zugeordnet werden und ein Bußgeld umgangen werden, falls der Platz machende Fahrer geblitzt wird.

Rettungsgassen müssen schon gebildet werden, wenn man auf den Stau zufährt. (Bild: Getty Images)
Rettungsgassen müssen schon gebildet werden, wenn man auf den Stau zufährt. (Bild: Getty Images)

Überlebenswichtig: Die Rettungsgasse

Auf Autobahnen und zweispurigen Straßen außerorts gibt es eine klare Regel nach §11 StVO: Rettungsgasse bilden – und zwar schon, wenn man auf einen Stau zufährt. Hier gilt: Alle Fahrzeuge auf der linken Spur weichen nach links aus, alle Fahrzeuge auf den anderen Spuren nach rechts. Dazu darf das ganz rechte Fahrzeug nur zur Hälfte auf den Seitenstreifen ragen. Die Rettungsgasse muss auch nach dem Passieren von Rettungsfahrzeugen bestehen bleiben, falls nachfolgend weitere Einsatzkräfte folgen. Ein Blick in den Rückspiegel hilft, um die Situation zu beobachten.

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Welche Strafen drohen beim Blockieren des Fahrstreifens?

Weil es gerade nach Unfällen auf der Autobahn für die Rettungskräfte oft um Sekunden geht, liegen die Strafen für das Behindern entsprechend hoch: Wer keine Rettungsgasse bildet, muss mit einem Bußgeld ab 200 Euro und zwei Punkten rechnen. Wenn eine nachweisliche Gefährdung oder gar Sachbeschädigung hinzukommen, droht außerdem ein Fahrverbot von einem Monat.

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