Die Weihnachtsfeste der britischen Queen – und weshalb sie sich so sehr verändert haben

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Das Weihnachtsfest der britischen Royals wird in diesem Jahr etwas anders aussehen als sonst: Prinz Philip ist nicht mehr da, die Queen muss sich aus ärztlichen Gründen mehr schonen und Harry und Meghan sind noch immer weit weg in L.A.

ASCOT, UNITED KINGDOM - OCTOBER 16: (EMBARGOED FOR PUBLICATION IN UK NEWSPAPERS UNTIL 24 HOURS AFTER CREATE DATE AND TIME) Queen Elizabeth II attends QIPCO British Champions Day at Ascot Racecourse on October 16, 2021 in Ascot, England. (Photo by Max Mumby/Indigo/Getty Images)
Die Queen feiert das erste Weihnachtsfest seit dem Tod ihres Mannes (Bild: Max Mumby/Indigo/Getty Images)

Aber wie es die Tradition vorschreibt, werden sich die Royals trotzdem nach Sandringham House in Norfolk begeben, wo die Königsfamilie die letzten Jahrzehnte stets Weihnachten gemeinsam mit der Queen gefeiert hat.

Eine Quelle aus dem Palast wurde mit den Worten zitiert: „Die Queen hat allen gesagt, dass es ihr in letzter Zeit viel besser gehe und sie sich sehr darauf freue, (die Familie) zu Weihnachten zu empfangen.“

Wahrscheinlich werden in diesem Jahr Prinzessin Anne und ihr Ehemann Commander Tim Lawrence, Edward und Sophie Wessex, Charles und Camilla sowie der Herzog und die Herzogin von Cambridge mit ihren drei Kindern anwesend sein.

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Prinz Andrew ist trotz seiner aktuellen Probleme bei Familienfeiern immer noch willkommen, und auch seine Töchter Eugenie und Beatrice mit ihren Ehemännern Jack Brooksbank und Edoardo Mapelli Mozzi und ihren Neugeborenen werden mit ziemlicher Sicherheit während der Festtage vorbeischauen.

Die Weihnachtsfeste der britischen Queen – und weshalb sie sich so sehr verändert haben
Der royale Weihnachtsbaum in Windsor Castle. Er ist groß. (Foto von Steve Parsons/PA Images via Getty Images)

Normalerweise läuft das royale Weihnachtsfest wie folgt ab: Am Nachmittag werden „alberne“ Geschenke ausgetauscht und es folgt ein Abendessen in Abendgarderobe an Heiligabend. Am 1. Weihnachtsfeiertag geht es dann zum Gottesdienst in der St. Mary Magdalene Kirche auf Sandringham, gefolgt von einem Buffet und Spielen.

In diesem Jahr könnte es jedoch sehr viel ruhiger zugehen, da die Queen jetzt verwitwet ist. In der Regel fährt sie in der Woche vor Weihnachten mit dem Zug nach Sandringham und wurde schon oft bei der Ankunft am Bahnhof King's Lynn fotografiert. Sie bleibt bis Februar in Sandringham. Dann kehrt sie nach Windsor zurück, wo sie jetzt ihren Hauptwohnsitz hat.

Während einige royale Traditionen im Laufe der Jahre konstant geblieben sind, haben sich die Gäste, die Familienmitglieder und die umliegenden Veranstaltungen durchaus verändert. Hier ist ein Blick zurück auf vergangene royalen Weihnachtsfeste.

1950er

Die junge Queen

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25. Dezember 1952: Queen Elizabeth II. bei ihrer allerersten Weihnachtsansprache an die Nation aus Sandringham House, Norfolk. (Foto: Fox Photos/Getty Images)

Am 25. Dezember 1952, nur elf Monate nach dem Tod ihres Vaters, verlas die frisch gekrönte Queen Elizabeth II. aus ihrem Arbeitszimmer in Sandringham House ihre erste Weihnachtsansprache über das Radio an das Commonwealth. Erst ab 1957 wurde die Weihnachtsansprache im Fernsehen übertragen.

Das royale Weihnachtsfest in den 1950er Jahren fand auf Schloss Windsor statt und zu den Gästen gehörten die verwitwete Königinmutter und natürlich Prinz Charles und Prinzessin Anne, die als kleine Kinder für Wirbel sorgten.

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Queen Elizabeth hält ihre Weihnachtsansprache ans Commonwealth im Dezember 1953 aus dem Government House in Auckland. (Getty Images)

In ihrer ersten Weihnachtsansprache sprach die Königin davon, dass sie die von George V. und George VI. übernommene Tradition der Weihnachtsansprachen weiterführen wolle. Außerdem sagte sie, sie werde sich „bemühen, deren Arbeit fortzusetzen, um die Völker des Empire zu vereinen und ihre Ideale zu bewahren“.

Und sie dankte ihrem Volk für dessen „Loyalität und Zuneigung“ in den ersten Monaten ihrer Regentschaft. Sie sprach vom Commonwealth als einer „immensen Vereinigung von Nationen“, die „eine große Macht für das Gute sein kann – eine Kraft, von der ich glaube, dass sie für die gesamte Menschheit von unermesslichem Nutzen sein kann.“

Herzogin Camilla: Weihnachtsbaum schmücken mal anders

Die junge Familie besuchte am Weihnachtsmorgen immer einen Gottesdienst und hatte als Weihnachtsbaum eine Nordmanntanne, die im Windsor Great Park gefällt worden war.

1960er

Unbeschwerte Weihnachten

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1969: Queen Elizabeth II. und Prinz Philip betrachten ihren geschmückten Weihnachtsbaum während der Dreharbeiten zu einem Fernsehspecial über das Leben in der britischen Königsfamilie. (Getty Images)

In den 1960er Jahren nahmen auch die Prinzen Andrew und Edward am Familienweihnachtsfest teil, das immer noch auf Schloss Windsor stattfand. 1969 hielt die Queen keine Fernsehansprache, da sie offenbar der Meinung war, dass die Öffentlichkeit nach der im Fernsehen übertragenen Amtseinführung von Prinz Charles als Prinz von Wales und der Veröffentlichung einer noch nie dagewesenen Dokumentation über die königliche Familie „vielleicht schon genug hatte“.

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Januar 1960: Die Queen, Prinz Charles und ihre Hunde kehren nach Weihnachten aus Sandringham zurück. (Foto: Derek Berwin/Fox Photos/Getty Images)

In den 60er Jahren feierten die Queen und Prinz Philip Weihnachten gemeinsam mit Prinzessin Margaret und ihrem Ehemann Anthony Armstrong-Jones, ihren Kinder Viscount Linley und Lady Sarah Armstrong-Jones sowie der Königinmutter, Charles, Andrew, Edward und Prinzessin Anne.

1970s

Erwachsen werden

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Queen Elizabeth II. mit Prinz Andrew (l.) und Prinz Edward, wie sie während der Aufzeichnung ihrer Weihnachtsansprache im Buckingham Palace ein Buch lesen. (Getty Images)

1975 übertrug die Queen ihre Ansprache nach einem schwierigen Jahr mit Streiks und Stromausfällen von außerhalb des Buckingham-Palastes. 1978 wurde ihr erstes Enkelkind, Peter Philips, geboren und kam mit Prinzessin Anne und ihrem damaligen Ehemann, Captain Mark Philips, zu Weihnachten nach Windsor.

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Die Queen und Prinzessin Anne bei einem Ausritt auf ihren Pferden im Schnee auf Sandringham, 1979. (Getty Images)

Damals wurden unverheiratete Partner nicht eingeladen, die Festtage auf dem Schloss zu verbringen, und die Feierlichkeiten waren ganz auf die Familie beschränkt. Prinzessin Margaret war inzwischen geschieden und nahm allein teil.

1980er

Diana kommt dazu

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Diana in den 80ern beim Gottesdienst zu Weihnachten auf Sandringham. (Foto von Tim Graham Photo Library via Getty Images)

1981 heiratete Prinz Charles Diana, die daraufhin Weihnachten mit den Royals in Windsor feierte. Ihr Elend Ende der 80er Jahre ist gut dokumentiert, aber schon bald nach der Heirat erfreute sie sich großer Beliebtheit, und die Zahl der Fans, die darauf warteten, die Royals am 1. Weihnachtstag in der Kirche zu sehen, wuchs.

Als 1982 Prinz William und 1984 Harry geboren wurden, kamen auch sie zu Weihnachten zu den Royals, ebenso wie Zara, die 1981 geborene Tochter von Prinzessin Anne, die neue Frau von Prinz Andrew, Sarah Ferguson, und ihre kleine Tochter Prinzessin Beatrice, die 1988 geboren wurde.

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Diana mit den royalen Kindern und Prinz William, 25. Dezember 1987 (Getty Images).

Zu den royalen Weihnachtsfesten waren plötzlich viele kleine Kinder anwesend, die für eine viel lebhaftere Atmosphäre sorgten.

1988 wurde Weihnachten nach Sandringham zurück verlegt, während Schloss Windsor neu verkabelt wurde, und ist seitdem dort geblieben.

1990er

Ein schwieriges Jahrzehnt

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Die Queen nimmt in den 1990er Jahren ihre Weihnachtsansprache im Buckingham Palace auf. (Getty Images)

Die 1990er Jahre waren eine schwierige Zeit für Prinz Charles und Diana. Wie in dem Film Spencer dokumentiert, war Dianas düsteres Weihnachtsfest auf Sandringham 1992 der Anfang vom Ende ihrer Ehe. Charles' Affäre mit Camilla Parker Bowles kam ans Licht, und das Feuer in Schloss Windsor zerstörte unschätzbare Teile des Gebäudes.

Die Weihnachtsansprache der Königin in jenem Jahr bezog sich auf ihr „Annus horribilis“ und handelte von der Bedeutung der persönlichen Stärke.

Prinzessin Eugenie wurde 1990 geboren und nahm an den royalen Weihnachtsfeiern teil. 1992 trennten sich Andrew und Fergie, und ließen sich wie Charles und Diana 1996 scheiden. Damit war Fergies Teilnahme an den Weihnachtsfeierlichkeiten beendet.

Prinzessin Dianas plötzlicher Tod bei einem Autounfall schockierte 1997 die Welt. Zu Weihnachten sagte die Queen: „Wir alle haben den Schock und die Trauer über Dianas Tod gespürt.“

„Tausende und Abertausende von Ihnen haben ihre Trauer in den wundervollen Blumen und Botschaften zum Ausdruck gebracht, die zu Ehren von Diana hinterlassen wurden. Das war ein großer Trost für alle, die ihr nahestanden, während Menschen aus der ganzen Welt hier in Großbritannien an dem Gottesdienst in Westminster Abbey teilnahmen.“

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Der 1. Weihnachtstag nach dem Gottesdienst mit Prinzessin Margaret, Diana, der Königinmutter, William und Harry. (Foto von Martin Keene/PA Images via Getty Images)

Die Familie beendete das Jahrzehnt in neuer Zusammensetzung: Sophie Wessex, die 1999 Edward heiratete, kam hinzu.

Nullerjahre

Die Zeiten ändern sich

2002 verlor die Königin sowohl ihre Mutter, die im Alter von 101 Jahren starb, als auch ihre Schwester, Prinzessin Margaret.

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Anfang der 2000er hilft die Queen dem Weihnachtsmann beim Verteilen der Geschenke. (Getty Images)

Das Weihnachtsfest war unwiderruflich verändert, und in ihrer Weihnachtsansprache sprach die Monarchin über den „persönlichen Verlust“ und den Trost, den sie in ihrem Glauben und in der Anteilnahme anderer gefunden hatte.

In dieses Jahrzehnt fielen auch das goldene Thronjubiläum der Queen und die Heirat von Charles mit Camilla Parker Bowles im Jahr 2005. Von da an gehörte sie zur Familie und ist seitdem jedes Weihnachten mit auf Sandringham dabei.

Die Wessexes bekamen zwei Kinder – Lady Louise und James, Viscount Severn. Auch diese gehörten von da an zu den Familienmitgliedern, die Weihnachten gemeinsam verbrachten.

Zehnerjahre

Eine neue Generation

Das royale Leben erhielt 2011 einen bedeutenden Aufschwung, als Prinz William seine langjährige Freundin Kate Middleton in Westminster Abbey heiratete. Im Sommer 2013 wurde Prinz George geboren, gefolgt von Prinzessin Charlotte im Jahr 2015. Ihr kleiner Bruder Louis folgte 2018, dem Jahr, in dem Prinz Harry Meghan Markle heiratete, die 2019 Archie zur Welt brachte.

Die Weihnachtsfeste der britischen Queen – und weshalb sie sich so sehr verändert haben
Charles und Camilla besuchen mit William und Kate den Gottesdienst auf Sandringham. (Getty Images)

Weihnachten 2018 fand auf Sandringham in Anwesenheit der Cambridges und der Sussexes statt – das letzte Jahr, in dem dies der Fall sein würde, da Harry und Meghan im Jahr darauf vor Weihnachten bereits nach Kanada abgereist waren.

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Queen Elizabeth II. nimmt am 12. Dezember 2013 im Blue Drawing Room des Buckingham Palace ihre Weihnachtsansprache auf. Neben ihr stehen Fotos ihrer Eltern, König Georg VI. und Königin Elisabeth – der Königinmutter, sowie ein Bild von der diesjährigen Taufe von Prinz George von Cambridge. (Getty Images)

Nun haben sich die royalen Weihnachtsfeiertage erneut geändert – letztes Jahr blieben die Queen und Prinz Philip aufgrund der Pandemie in Windsor, doch nach aktuellen Plänen wird sie nächste Woche nach Sandringham reisen.

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Die Herzogin von Cambridge mit Louise, Charlotte und George bei einer traditionellen Panto-Aufführung zu Weihnachten im letzten Jahr. (Getty Images)

In diesem Jahr wird es einige sehr bedeutende Abwesenheiten geben – aber die Traurigkeit wird durch die neuen Babys gemildert, die ihr allererstes royales Weihnachtsfest der Familie erleben werden.

Flic Everett

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