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Diese Dinge solltest du niemals in die Toilette werfen

In der Toilette landet in Deutschland nicht nur Klopapier: Ob Küchenrolle, Taschentücher, abgelaufene Medikamente oder Feuchttücher - wir erklären, was in die Toilette gehört - und was nicht.

Essen gehört auf keinen Fall in die Toilette (Bild: Getty)
Essen gehört auf keinen Fall in die Toilette (Bild: Getty)

Neben dem kleinen und großen Geschäft landen in vielen Haushalten auch Dinge in der Toilette oder im Waschbecken, die unser Abwassersystem und auch die Meere nachhaltig belasten. Dabei ist es laut Wasserhaushaltsgesetz (WHG) und Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) sogar grundsätzlich verboten, Abfälle über das Abwasser, also zum Beispiel über die Toilette oder den Ausguss, zu entsorgen. Wir geben einen Überblick, was laut Umweltbundesamt oftmals fälschlicherweise dennoch ins Klo gespült wird und wie man die Sachen stattdessen entsorgt.

Abschminktücher & Co.

Feuchttücher, Küchenrolle, Taschentücher: Manch einer denkt sich vielleicht immer noch: Tuch ist Tuch. Doch weit gefehlt: Küchentücher, Taschentücher und Feuchttücher sind anders zusammengesetzt als Toilettenpapier und gehören deshalb auf keinen Fall ins Abwasser.

Feuchtes Toilettenpapier, Abschminktücher und feuchte Einmalputztücher sowie Babytücher sind mittlerweile ein großes Problem für die Kanalisation. Denn während Toilettenpapier im Wasser schnell zerfasert, sieht das bei Küchenrollen und Taschentüchern ganz anders aus. Sie sind im nassen Zustand deutlich fester und überstehen meist sogar einen Waschgang in der Waschmaschine.

Feuchtes Toilettenpapier gehört in den Restmüll (Bild: Getty).
Feuchtes Toilettenpapier gehört in den Restmüll (Bild: Getty).

Im Abwasser verstopfen sie deshalb die Leitungen oder müssen in der Kläranlage aufwendig aus dem Abwasser gefischt und dann entsorgt werden. Immer häufiger kommt es auch vor, dass große Mengen der reißfesten Tücher aus Viskose-Kunstfaser-Gemisch in den Abwasserrohren verklumpen und die Abwasserpumpen in der Kanalisation blockieren.

Das ist nicht nur Energieverschwendung, sondern verursacht auch Kosten, die über den Abwasserpreis am Ende alle tragen müssen.

Bei der Herstellung von Küchenrollen und Taschentüchern werden außerdem sogenannte Nassfestmittel auf Basis von synthetischen Polymeren verwendet, die schwer biologisch abbaubar sind.

Papiertaschentücher, Küchenrollen aber auch Feuchttücher aus synthetischen Fasern sind deshalb kein geeigneter Ersatz für Toilettenpapier und dürfen nicht in die Toilette. Am besten solltest du ganz darauf verzichten und statt dessen normales Toilettenpapier befeuchten.

Bild: Getty
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Auch Tampons, Slipeinlagen, Wattestäbchen, Zigarettenkippen, Kondome oder Verbände landen hierzulande immer wieder im Abwasser. Auch sie müssen in der Kläranlage zeit- und kostenaufwändig aussortiert werden und gehören stattdessen in den Restmüll.

Suppe in Klo schütten? Feste und flüssige Küchenabfälle sind ein No-Go

Mal eben das Öl vom letzten Fondue-Essen im Klo runterspülen? Gar keine gute Idee! Denn auch Küchenabfälle oder Essensreste haben im Abwasser laut Umweltbundesamt absolut nichts zu suchen. Sie gehören stattdessen in den Bio- oder Hausmüll.

Nicht zuletzt weil Essensreste in den Kanälen Ratten und anderes Ungeziefer anlocken, solltest du sie niemals im Abwasser entsorgen. Ratten verfolgen außerdem häufig den Weg bis zur Quelle der Nahrung zurück. Und vor allem in großen Städten leben schon jetzt immer mehr Haus- und Wanderratten.

Öle und Fette verschmutzen übrigens nicht nur die Abwasseranlagen. Wer flüssiges Fett in seine Toilette schüttet, riskiert, dass es erkaltet und sich an die Abflussrohre haftet, wo es kleben bleibt, so dass sich weitere Stoffe und Fette dort sammeln. Das stinkt und verstopft langfristig die Rohre deiner Toilette.

In manchen Gemeinden darf man Gekochtes sowie Fleisch- oder Fischreste übrigens in den Biomüll werfen, in manchen ist das hingegen nicht erlaubt - hier muss Gekochtes stattdessen in den Restmüll.

Medikamente

Viele Arzneimittelwirkstoffe, die Menschen zu sich nehmen, scheiden sie zu einem hohen Anteil wieder aus – oft in unveränderter Form und mit verheerenden Auswirkungen für die Umwelt.

So wundert es kaum, dass in Deutschland laut Umweltbundesamt bislang mehr als 400 unterschiedliche Arzneimittelrückstände wie Schmerzmittel, Hormone oder Antibiotika in Wasser und Boden nachgewiesen wurden, wenn auch meist in niedriger Konzentration. Dennoch schaden einige dieser Substanzen der Umwelt: Zum Beispiel wurde unterhalb von Kläranlagenabläufen bereits eine Verweiblichung von männlichen Fischen beobachtet, die in Kontakt mit hormonell wirksamen Medikamenten gekommen waren. - eine gruselige Vorstellung.

Es versteht sich deshalb von selbst, dass man deshalb auf keinen Fall (weitere) Medikamente in der Toilette entsorgen sollte. Medikamente oder Drogen können in den meisten Kläranlagen nur zum Teil oder gar nicht entfernt werden. Das in der Kläranlage behandelte Wasser kann also durchaus noch Medikamentenreste enthalten, die mit dem Kläranlagenablauf in unsere Gewässer oder bei Ausbringung von Klärschlamm und bei Verwendung als Bewässerungswasser auf unsere Böden gelangen.

Das Umweltbundesamt empfiehlt stattdessen, unverbrauchte Arzneimittel über Apotheken und Schadstoffsammelstellen zu entsorgen, um sicherzustellen, dass die Medikamente verbrannt und somit vollständig zerstört werden. Außerdem verhinderst du so, dass Kinder an die Medikamente gelangen können. Alte Medikamente dürfen in der Regel jedoch auch über den Hausmüll entsorgt werden.

Medikamente entsorgen: Wie's richtig geht und was verboten ist

Farben: Gefahr für Mikroorganismen

Farb- und Lackreste sowie Lösungsmittel enthalten meist viele Chemikalien. Wer die Reste einfach in den Abfluss oder die Toilette kippt, belastet die Umwelt. Denn sie enthalten häufig für Mikroorganismen giftige Substanzen und gefährden den biologischen Abbau in den Belebtschlammbecken der Kläranlagen.

Hinweise zur korrekten Entsorgung von eingetrockneten Farben und Lacken und leeren Gebinden findest du auf den Verpackungen. Wichtig: Flüssige Farb- und Lackreste und auch Lösungsmittel selbst musst du über Schadstoff-Sammelstellen entsorgen. Umweltbewusste Baumärkte nehmen die Reste manchmal aber auch wieder direkt zurück. Informiere dich am besten schon beim Kauf über Möglichkeiten zur Entsorgung und Rückgabe.

Katzenstreu gehört in den Restmüll

Auch wenn einige Hersteller damit werben: Auch Katzenstreu darf nicht in der Toilette entsorgt werden, denn es verursacht sehr schnell Verstopfungen. Und auch auf dem Komposthaufen hat es nichts zu suchen. Auch Katzenstreu, die aus pflanzlichen Bestandteilen besteht, hat nichts in der Biotonne verloren. Denn in Katzenkot können sich Toxoplasmose-Erreger befinden. Alle Arten von Katzenstreu gehören deshalb in den Restmüll.

Fazit: In die Toilette dürfen nur drei Dinge

Als Faustregel kann man sich merken: In die Toilette dürfen nur das große und kleine Geschäft sowie Toilettenpapier. Alles andere hat hier nichts zu suchen: Denn feste Abfälle müssen mit hohem Aufwand in der Kläranlage wieder herausgefischt werden oder führen zu kostspieligen Verstopfungen oder lahmgelegten Pumpwerke. Nicht nur die Reparatur von verstopften Rohren und lahmgelegten Pumpen kostet die Wasserversorger laut Umweltbundesamt Millionen: Auch die Säuberung unseres Wassers von den zahllosen unerwünschten Stoffen ist ein hoher Kostenfaktor, den jeder von uns leicht reduzieren könnte.

Wer seinen Abfall richtig entsorgt, schützt außerdem nicht zuletzt die Gewässer und die darin lebenden Organismen.

Video: So entsorgst du altes Frittierfett