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Energie sparen: Sollte man die Heizung über Nacht anlassen?

Ist die Temperatur richtig eingestellt, kann bei Energie und Kosten gespart werden. Ob man die Heizung über Nacht allerdings komplett ausschalten sollte – darüber gehen die Meinungen auseinander. Wir klären auf, wie ihr am energiesparendsten heizt.

Heizkörper mit Thermostat
Bei den meisten Heizkörpern kann ein Thermostat nachgerüstet werden. Durch das Programmieren lassen sich Energiekosten einsparen, weil die Heizperioden individuell eingestellt werden können. (Bild: Getty Images)

Fragt man Energie-Expert*innen, ob man zur Einsparung von Kosten und Energie die Heizung nachts abdrehen sollte, wird man eine unbefriedigende Antwort erhalten: Kommt drauf an.

Vom gesundheitlichen Aspekt und unter Beachtung der richtigen Schlaftemperatur, scheint ein Abschalten der Heizung über Nacht nicht nur gut für den Geldbeutel zu sein. Gerade im Schlafzimmer liegt die ideale Raumtemperatur zwischen 16 und 18 Grad Celsius. Die Heizungsluft kann zudem den Körper dehydrieren (man wacht beispielsweise mit Kopfschmerzen auf) und die Schleimhäute austrocknen – und dann haben Viren und Bakterien leichtes Spiel, man wird schneller krank.

Für einen erholsamen sollten Schlafzimmer und Bettzeug weder zu warm noch zu kalt sein. Sowohl Frieren als auch Schwitzen ist nicht förderlich für einen erholsamen Schlaf.

Absenken oder abschalten?

Was also tun hinsichtlich steigender Heizkosten? Ob die Heizung über Nacht komplett ausgeschaltet oder die Temperatur lediglich nur abgesenkt werden sollte, hängt maßgeblich von der Bauweise des Hauses oder der Wohnung sowie der Art der Heizungsanlage ab.

Grundsätzlich gilt: Je kälter die Außentemperatur, desto mehr Energie wird benötigt, um die Innenräume aufzuheizen. Wird die Heizung über Nacht ausgeschaltet, läuft sie morgens auf Hochtouren, um die ausgekühlten Wände und Räume wieder zu erwärmen. Das kann sich jedoch unter gewissen Umständen trotzdem lohnen, weil nachts durch das Abschalten ausreichend Energie eingespart wurde.

Grundsätzlich empfehlen Fachleute das Absenken der Raumtemperatur um vier bis fünf Grad – dies gelingt beim einen durch das Abstellen, beim anderen durch das Drosseln der Heizung.

Heizen ohne Heizung: Tipps für eine wohlig warme Wohnung

Gut gedämmte Häuser beispielsweise kühlen deutlich langsamer ab als unsanierte Gebäude. In massiven, gedämmten Wänden wird Wärmeenergie gespeichert, die erst nach und nach abgegeben wird. Es dauert hier allerdings auch entsprechend länger, diese Wände wieder zu erwärmen. Der Einspareffekt hält sich also in Grenzen.

Schlecht isolierte Wohnungen, wie zum Beispiel Altbauten, verlieren sehr schnell an Wärme. Gerade die dort verbauten klassischen Heizkörper an der Wand benötigen eine hohe Vorlauftemperatur – nicht sehr ökonomisch.

Ein effektiver Mittelweg, um Energie zu sparen ist demzufolge die Nachtabsenkung: Dies erreicht man am gezieltesten durch bestimmte Einstellungen der Vorlauftemperatur am Heizkessel. Mit einem Thermostat lassen sich auch entsprechende Zeitfenster einstellen, während derer die Heizleistung gedrosselt wird, als eben nachts oder wenn man tagsüber im Büro und nicht zuhause ist.

Lediglich bei Gebäuden mit Fußbodenheizungen und Wärmepumpen lohnt sich eine Nachtabsenkung nicht – denn beide benötigen viel Zeit zum Aufheizen.

Feuchtigkeit raus: Sofort nach dem Duschen, Baden, Kochen oder Schlafen sollte ausgiebig gelüftet werden.
Feuchtigkeit raus: Sofort nach dem Duschen, Baden, Kochen oder Schlafen sollte ausgiebig gelüftet werden. (Bild: Getty Images)

Lüften gegen Schimmelbildung

Um bei einer Absenkung der Raumtemperatur Schimmelbefall vorzubeugen, ist das richtige Lüften entscheidend. Kühlen Wände und Zimmerdecken aus, kann Feuchtigkeit kondensieren und eindringen. Sammelt sich dieses Kondenswasser an den Fenstern, kann – je nach Beschaffenheit der Rahmen, Fensterbretter oder Böden – durch die Feuchtigkeit Schimmel entstehen. Sprich: Je höher die Luftfeuchtigkeit und niedriger die Raumtemperatur, umso größer ist das Schimmelrisiko.

Auch ab einer relativen Luftfeuchte von etwa 70 bis 80 Prozent direkt an einer Wand, können Schimmelpilze wachsen. Und auch ohne Absenken der Temperatur: Ein Vier-Personen-Haushalt gibt pro Tag zwischen sechs und zwölf Liter Wasser an die Luft ab, wie die Verbraucherzentrale schreibt.

Sprich: Es ist wichtig, täglich für einen Luftaustausch zu sorgen. Dies wird durch regelmäßiges Stoß- und Querlüften erreicht. Im Winter bei niedrigen Außentemperaturen oder Wind reichen drei bis fünf Minuten. Vor allem im Bade- und im Schlafzimmer, aber beispielsweise auch nach dem Kochen sollte gut durchgelüftet werden.

Video: Heiztipps – so wird im Winter Energie gespart