Erkältet nach dem Flug: Wie krank macht die Luft im Flugzeug wirklich?

Hannah Sommer
Freie Autorin für Yahoo Style
Ein Experte erklärt: Die Luft im Flugzeug macht nicht krank. (Symbolbild: Getty Images)

Der Albtraum eines jeden Reisenden: Nach einem entspannten Urlaub plagt einen nach dem Rückflug lästiges Halskratzen oder eine verstopfte Nase. Viele vermuten als Ursache dafür verunreinigte Luft im Flugzeug. Aber was ist dran am “schlechte Luft”-Mythos?

Professor Andreas Strohmayer ist sich sicher: Wer nach einem Flug Erkältungssymptome spürt, hat sich bei anderen Passagieren angesteckt oder merkt die Auswirkungen der zirkulierenden Luft im Flieger. “Die Luft in Flugzeugen ist sehr trocken”, sagte Strohmayer im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Der Leiter des Bereichs Flugzeugentwurf am Institut für Flugzeugbau der Universität Stuttgart hat deshalb einen Tipp: “Reisende besonders auf Langstreckenflügen sollten viel Wasser trinken.”

Angenehme 24 Grad bei minus 60 Grad Außentemperatur

Während die Temperatur im Flugzeug auf ungefähr angenehme 24 Grad reguliert wird, herrschen außerhalb der Maschine eisige minus 60 Grad. Zwei bis drei – je nach Bauart des Flugzeugs – unabhängig voneinander betriebene Klimasysteme sorgen dafür, dass optimale Bedingungen für die Passagiere herrschen. “Die Luft im Flugzeug wird konstant ausgetauscht – das passiert etwa zwanzigmal pro Stunde, also etwa alle drei Minuten”, erklärt Professor Strohmayer. Ein Teil der Luft zirkuliere, etwa die Hälfte komme von außen: “Diese Luft gelangt üblicherweise über den Verdichter des Triebwerks ins Flugzeug.” In diesem herrschen laut Strohmayer bis zu 200 Grad. Bevor die frische Luft also über die Klimaanlage in den Flieger geblasen wird, muss sie noch drastisch heruntergekühlt werden. Dabei wird allerdings auch die Feuchtigkeit entzogen.

Die Luft ist sauberer als in Bürogebäuden

Die Luft in Flugzeugen ist sauberer als in Wohn- und Geschäftsräumen. (Symbolbild: Getty Images)

Spezielle Filter gewährleisten außerdem eine hohe Luftqualität an Bord. “Sehr feine Faserfilter sorgen dafür, dass trotz Zirkulation keine Keime oder Erkältungsviren erneut in die Kabine gelangen”, erklärte Strohmayer in dem Interview weiter. Die eingesetzten Filter sind laut des Bundesverbandes der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) so hochwirksam, dass neben Staub und Erregern auch kleine Zigarettenpartikel, die über die Kleidung von Rauchern ins Flugzeug gelangen, keine Chance haben. “Die auf diese Weise gefilterte Kabinenluft ist sauberer als die Luft in jedem Wohn- und Geschäftsgebäude”, heißt es auf der Website des BDL.