So erlebte die Branche die neue Berlin Fashion Week

Jill Asemota
Fashion Bloggerin
Bild: Getty Images

Diesen Januar war die Modebranche ganz besonders gespannt auf die Berlin Fashion Week Herbst/Winter 2018. Denn wie bereits letztes Jahr angekündigt, wurden einige Veränderungen und ein neues überarbeitetes Format umgesetzt. Vom 15. bis 19. Januar zeigten mehr als 3.500 Aussteller ihre neuen Kollektionen auf Modenschauen, Präsentationen und Messen in ganz Berlin. Doch wie kamen die Neuerungen bei der Branche an und was hat sich tatsächlich alles geändert? Wir haben die Veränderungen der neuen #MBFWB einmal genauer zusammengefasst:

1. Neue Veranstalter

Die neue Mercedes Benz Fashion Week wurde von Mercedes Benz, der Kreativagentur Nowadays und dem Fashion Council Germany organisiert. Der ehemalige Hauptveranstalter IMG gehört nicht mehr zu den Veranstaltern. Außerdem gibt es eine neue Berlin Fashion Week Website.


2. Neuer Hauptaustragungsort

Hauptaustragungsort der neuen Berlin Fashion Week ist das E-Werk in Berlin-Mitte. Hier fanden die Fashion Shows statt, die im offiziellen Fashion Week Kalender gelistet sind. Es zeigten sowohl einige große Modemarken als auch kleinere Fashionbrands ihre Kollektionen.


3. Weniger Runwayshows


Diese Saison zeigten deutlich weniger Designer ihre Kollektionen auf dem Runway als in den vorherigen Saisons. Mit dieser Maßnahme möchte die Berliner Modewoche selektiver werden und mehr Wert auf die Qualität der teilnehmenden Modelabels legen. Im offiziellen Schauenplan standen nur 10 Designer, die ihre neue Kollektion im E-Werk präsentierten. Designer wie Strenesse, Bogner und Dorothee Schumacher entschieden sich anstelle einer Fashion Show für eine Präsentation, bei der man einen ganz nahen Blick auf die neuen Kollektionen werfen konnte.

4. Ein neues Fashion Event Format


In der Halle am Berghain wurde vom Fashion Council Germany ein neues Fashion Event Format namens “Fashion Hab presented by Mercedes Benz” veranstaltet. Ausstragungsort dieses Events war die Halle am Berghain, in der Designer Damir Doma seine neue Kollektion mit einer exklusiven Runway Show präsentierte. Außerdem zeigten hier deutsche und internationale Nachwuchsdesigner ihre Kollektion im Rahmen einer Fashion Installation.

5. Neue, ausgefallene Locations


An weiteren, sogenannten Off-Site Locations fanden diese Saison ebenfalls einige Fashion Shows statt. Unter anderem präsentierte Designerin Rebekka Ruetz ihre neuesten Kreationen in der österreichischen Botschaft, Lena Hoschek im Botanischen Garten, William Fan in einem chinesischen Restaurant und Marc Cain im Potsdamer Platz U-Bahnhof.


Besucher und Designer hatten über das neue Fashion Week Format geteilte Meinungen. Ein Kritikpunkt war die weite Distanz zwischen den einzelnen Austragungsorten. Gäste gerieten in Stress und konnten Fashion Shows und wichtige Events nicht rechtzeitig wahrnehmen. Kritisiert wurde vermehrt auch die neue Eventlocation E-Werk, die laut einigen Besuchern als Hauptaustragungsort der Fashion Week nicht gerecht wurde. Gäste standen teilweise lange im Regen, bevor sie in die Show-Location gelassen wurden. Außerdem waren einige Runway Schauen schlichtweg überbucht und die Gästekoordination wirkte unorganisiert. Auch die limitierte Anzahl an Fashion Shows kam einigen Besuchern nicht gelegen, sie wünschten sich eine größere Anzahl an Designern.


Nichtsdestotrotz stellte die Berlin Fashion Week auch diese Saison unter Beweis, dass Deutschland sehr talentierte und junge Designer hat, die weiterhin gefordert werden müssen. Mit dem Berliner Modesalon und dem Vogue Salon, zwei großartigen Plattformen zur Unterstützung und Förderung junger Nachwuchsdesigner, haben deutsche Modedesigner weiterhin die Möglichkeit bei einer kuratierten Sammelpräsentation ihr Können auszustellen. Wir freuen uns schon auf die nächsten #MBFW und bleiben gespannt…