Eurovision Song Contest: So tickt Malik Harris, der in Turin für Deutschland singt

Noch ist Malik Harris (24) ganz cool: "Bei mir knallt die Aufregung immer erst ein paar Sekunden, bevor ich auf die Bühne gehe, richtig rein. Bis dahin bin ich noch ganz entspannt und freue mich", erklärte der Sänger, der Deutschland am 14. Mai in Turin beim Eurovision Song Contest vertritt, gegenüber der Deutschen Presse Agentur. Und mit seinem Song 'Rockstars' hat er tatsächlich etwas zu sagen.

Der allgemeine Verlust der Leichtigkeit

"Es geht um die Kindheit und Jugend, als wir alle noch so kleine Rockstars waren, die sich über nichts Gedanken gemacht haben, die sehr unbekümmert und unbeschwert durchs Leben gegangen sind", verriet Malik. "Ich hatte letztes Jahr die Erkenntnis, dass man diese Unbeschwertheit der Jugend so ein bisschen verloren hat und dass wir das alle tun, wenn wir älter werden." An seine eigene Kindheit südlich von München hat er noch viele schöne Erinnerungen: "Ich bin mit dem Fahrrad rumgefahren, mit Freunden auf Bäume geklettert, wir haben Wasserschlachten gemacht, sind in Seen gesprungen."

Aber auch er hatte Erlebnisse, die sein Grundvertrauen erschüttern. "Was bei mir in der Kindheit immer ein komisches Gefühl ausgelöst hat, war das Spiel 'Wer hat Angst vorm schwarzen Mann?'", sagt der Sänger. "Ich dachte mir, komisch, mein Dad ist ein schwarzer Mann, rennen die jetzt vor ihm weg? Später habe ich dann begriffen, dass das ein typisches Beispiel dafür ist, dass das integriert ist in dieser Gesellschaft und man sich gar nicht groß Gedanken drüber macht. Aber für Leute, die betroffen sind, ist es halt echt hart."

Malik Harris wünscht sich eine gerechtere Welt

Die Reaktionen und Proteste, die nach dem gewaltsamen Tod des Afroamerikaners George Floyd um die Welt gingen, geben ihm bis heute zu denken. Zuerst war da der Schock, aber dann: "Gleichzeitig war ich wie viele in meiner Familie schon ein bisschen taub", sagt Harris, der schon zu viele Videos von rassistischer Gewalt sah. Leider sei es typisch, dass es erst einen öffentlichen Aufschrei gibt, "und langsam klingt alles wieder ab und keiner redet mehr drüber." Aber er will die Hoffnung nicht aufgeben: "Ich habe das Gefühl, dass wir jetzt in einer Zeit leben, in der wir Dinge verändern müssen und auch können, weil viel mehr Bewusstsein entsteht", sagte Malik Harris, von dem wir sicherlich noch mehr hören werden - schließlich erklärt er in seinem Instagram-Status "My aim ist the top" (Mein Ziel ist die Spitze).

Bild: picture alliance/dpa/dpa-POOL | Britta Pedersen

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