Forscher erfinden Schokolade aus Kaffeesatz

Schokolade gehört für viele Menschen zum absoluten Lieblingssnack. Doch das Problem ist die Produktion, die kaum nachhaltig möglich ist. Amerikanische Forscher präsentierten jetzt eine Alternative.

Schokolade in all ihren Formen. Jetzt gibt es sie auch aus Kaffeesatz. (Bild: Getty)
Schokolade in all ihren Formen. Jetzt gibt es sie auch aus Kaffeesatz. (Bild: Getty)

Vor gut zwei Wochen haben die Wissenschaftler auf einer Konferenz der “American Chemical Society” ihre neue Kreation vorgestellt. Das Ziel der Forscher war es, den Nährwert von Schokolade zu steigern. Im natürlichen Kakao sind Antioxidantien enthalten, die entzündungshemmend wirken. Auch Herz und Gefäße werden durch die in Schokolade enthaltenen Wirkstoffe gestärkt. Allerdings hauptsächlich in dunkler Schokolade mit hohem Kakaogehalt, die viele Menschen nicht gerne mögen, weil sie bitterer ist.

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In der süßeren Milchschokolade aber ist viel mehr Fett und Einfachzucker enthalten, dafür aber auch weniger der gesunden Wirkstoffe. Bei der Produktion von Kakaobohnen wird eine immense Menge an Wasser benötigt, bei Milchschokolade kommt die schlechte CO2-Bilanz von Kuhmilch hinzu. Zudem enthalten viele Schokoladensorten Palmöl, für dessen Herstellung große Mengen an Regenwald abgeholzt werden müssen.

Nachhaltigere und gesündere Schokolade

Die Forscher hatten sich nun zum Ziel gesetzt, eine nachhaltigere und gesündere Schokolade zu entwickeln, die den Geschmack von Milchschokolade nicht wesentlich verändert. Dafür griffen sie auf Zutaten zurück, die auf den ersten Blick nicht besonders lecker wirken. Dazu gehören Erdnussschalen und Kaffeesatz. Die Speiseabfälle sorgen nicht nur für eine umweltbewusstere Herstellung, sie enthalten auch ebenjene entzündungshemmende Antioxidantien, die in pflanzlichen Phenolverbindungen vorkommen.

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“Die Idee hinter diesem Projekt begann mit Versuchen von verschiedenen Bioabfällen, insbesondere Erdnussschalen,” erklärt Dr. Lisa Dean, die das Projekt federführend leitete. “Unser ursprüngliches Ziel war es, Phenolverbindungen aus den Schalen zu lösen und mit Nahrungsmitteln zu mischen.” Die Schokolade, die als Endresultat aus der Forschung hervorging, könnte nun deutlich nachhaltiger sein und zudem noch ein weiteres Problem angehen. Allein in Deutschland werden im Jahr 10 Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Eine Zweitnutzung von Bioabfällen ist dafür immerhin ein kleiner Lösungsansatz, vor allem, wenn daraus auch noch lecker Schokolade entsteht.

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