Gefühltes und gewünschtes Alter: Junge Erwachsene leiden mehr

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Je nachdem, wie alt wir uns fühlen und wie alt wir gerne wären, ändern sich unsere Ansichten über das Alter immer wieder.

Eine neue Studie offenbart die Zusammenhänge zwischen unseren Ansichten über das Älterwerden und unserer Gesundheit. Als Subjective Age Discordance (SAD) bezeichnen Wissenschaftler*innen den Unterschied zwischen dem gefühlten Alter und dem Wunschalter. Dieses Konzept ist ein neuer Aspekt der Alterspsychologie und zeigt, wie sich die Sichtweisen verändern.

Der SAD-Wert wird ermittelt, indem man das Wunschalter vom gefühlten Alter abzieht und durch das wahre Alter teilt. Eine höhere Zahl zeigt, dass man sich älter fühlt, als man gerne wäre.

Um dem Thema auf den Grund zu gehen, ließen die Forscher*innen von ihren Probanden an acht aufeinander folgenden Tage Fragebögen ausfüllen, in denen sie neben ihrem tatsächlichen Alter angeben sollten, wie alt sie sich an dem jeweiligen Tag fühlten, was ihr ideales Alter wäre und welche positiven und negativen Stimmungen sie gerade hatten. Stress sowieso körperliche Probleme wie Erkältungssymptome oder Rückenschmerzen sollten sie ebenfalls nennen.

Co-Autorin Shevaun Neupert, Psychologieprofessorin an der North Carolina State University, erklärte, dass die Forschungen klären sollten, ob SAD das tagtägliche Auf und Ab unserer Ansichten über das Altern darstellen kann und inwiefern sich daraus positive Schlüsse für Wohlbefinden und körperliche Gesundheit ziehen ließen.

"Sowohl bei älteren als auch bei jüngeren Erwachsenen stellten wir SAD fest", erklärte sie. "Bei älteren Erwachsenen war es ausgeprägter, was logisch ist. Bei jüngeren Erwachsenen waren die Schwankungen von Tag zu Tag jedoch ausgeprägter, was interessant ist."

Ihr Team stellte fest, dass die Teilnehmenden an solchen Tagen positiver gestimmt waren, an dem ihr gefühltes Alter ihrem Wunschalter nahekam. Menschen mit gesundheitlichen Problemen hatten hingegen höhere SAD-Werte.

Hauptautorin Jennifer Bellingtier schrieb: "Wir glauben, dass junge Erwachsene mehr hin und her gerissen sind. Jüngere Erwachsene sorgen sich um die negativen Stereotypen, mit denen das Altern behaftet ist, während sie gleichzeitig mit negativen Klischees zu kämpfen haben, die über die jüngere Generation bestehen, sodass sie sich wünschten, dass sie Privilegien und Status hätten, wie sie mit Älteren assoziiert werden."

Die Studie 'Daily Experiences of Subjective Age Discordance and Well-Being' erschien im Fachmagazin 'Psychology and Aging'.

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