CEO hebt das Mindesteinkommen in seiner Firma auf 70.000 Dollar pro Jahr an – schon wieder!

Hannah Klaiber
Freie Journalistin

Schon 2015 hatte CEO Dan Price aus Seattle sein eigenes Gehalt gekürzt, um das Einkommen seiner Mitarbeiter anzuheben. Auch bei einem Tochterunternehmen steht der CEO jetzt zu seinem Wort.

Dan Price sorgt mit seiner Entscheidung, das Mindesteinkommen zu heben, für Begeisterung (Bild: Getty Images)

Zumindest in finanzieller Hinsicht scheint Dan Price aus Seattle der perfekte Chef zu sein. Schon 2015 machte der CEO des Kreditkartenunternehmens Gravity Payments Schlagzeilen, als er ankündigte, sein eigenes Gehalt von 1 Million US-Dollar um 90 Prozent zu kürzen, um seinen 120 Mitarbeitern ein Mindestgehalt von 70.000 Dollar pro Jahr zu ermöglichen. Auf einen Schlag verdoppelte Price damit das Einkommen von ungefähr 30 seiner Arbeiter und führte zu weiteren 40 signifikanten Gehaltserhöhungen.

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Von seiner Entscheidung scheint Price auch vier Jahre später noch überzeugt zu sein – so überzeugt, dass er auch bei den Mitarbeitern eines Unternehmens, das von seiner Firma übernommen wurde, zu seinem Wort stehen will:

“Heute Morgen haben wir das neue Büro von Gravity Payments Boise eröffnet UND angekündigt, dass alle Mitarbeiter hier unser Mindestgehalt von 70.000 US-Dollar verdienen werden“, schrieb Price in einer Twitter-Nachricht. “Ich bin so dankbar, mit diesem großartigen Team zusammenzuarbeiten und sie für den Wert zu entschädigen, den sie für unsere Gemeinschaft erbringen."

Price, der seit seiner Aktion 2015 für einen “menschenzentrierten Kapitalismus“ wirbt und andere Geschäftsführer mit seiner Begeisterung anstecken will, begründet seine Einstellung auf eine Studie, die er zum Thema Glück gelesen hatte. Darin hieß es, dass zusätzliches Einkommen bis zu einer Höhe von 75.000 US-Dollar pro Jahr einen signifikanten Unterschied im emotionalen Wohlbefinden einer Person ausmachen kann. Alle Mitarbeiter von Gravity Payments werden das neue Mindestgehalt bis 2024 bekommen.

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Im Netz stößt die Entscheidung des CEOs auf viel Begeisterung: “Ich könnte sagen, deine Entscheidung ist aufrichtig, mitfühlend, großzügig und das ist sie sicherlich auch. Aber genauso wichtig ist, dass das wirklich ein gutes Geschäft ist. Menschen, die ihren Lebensunterhalt verdienen, geben nicht nur mehr aus. Sie werden mehr geben. Mehr Zeit, mehr Geld für wohltätige Zwecke“ schreibt etwa ein Nutzer auf Twitter, während ein anderer zwar die fehlende Diversität auf dem von Price geposteten Mitarbeiterbild bemängelt, aber lobt: “Ich sehe nicht viel Diversität, aber das ist immer noch eine sehr großzügige Sache! Ich freue mich für diese Mitarbeiter. Es ist toll, vom Management anerkannt zu werden, geschweige denn vom CEO eines Unternehmens, für all die harte Arbeit. Bravo!“