Good News des Tages: Ausgebüxter Hund fährt mit dem Zug durch Irland

Johannes Giesler
Freier Autor
Eine Zugfahrt durch das grüne Irland kann wunderschön sein. Das dachte sich wohl auch Hund “Hamish” und stieg ohne seine Besitzer zu. Foto: Symbolbild / gettyimages / Dejan-Deko

Der kleine Hund „Hamish“ macht eine Zugfahrt – allerdings allein und ohne das Wissen seiner Besitzer. Ein Bahnmitarbeiter der „Irish Rail“ nimmt ihn daraufhin bei sich auf und setzt den Twitter-Kanal des Unternehmens für die Suche nach Hamishs Besitzern ein. Schnell beteiligen sich zahlreiche weitere Medien.

Wenn ein Thema die Nachrichtenlage überschattet – wie es der Brexit seit Monaten in ganz Großbritannien schafft – sind Menschen und Medien dankbar für jede Abwechslung: Das sieht man ganz wunderbar an der Geschichte von „Hamish“. Der kleine Hund entwischt seinen Besitzern vor einer Woche am Bahnhof von Sallins, einer Kleinstadt im irischen Kildare, und klettert in den Zug nach Dublin. Nur bemerkt das niemand. Erst einem Schaffner der „Irish Rail“, Ted Maher, fällt der herrenlose Vierbeiner auf. Weil dieser aber keinen implantierten Mikrochip trägt, auf dem Informationen seiner Besitzern programmiert sind oder gar eine Plakette mit deren Namen und Adresse, nimmt Maher ihn mit. Und nennt ihn Hamish.


Mit seinem neuen vierbeinigen Begleiter im Büro angekommen setzt Maher alle möglichen Social Media-Hebel in Bewegung. Es dauert nicht lange, bis der Fall um den entlaufenen Hamish nationales Format erreicht – Medien im ganzen Land beteiligen sich an der Suche nach den Eigentümern.

Gesagt, getan: „Bitte teilt diesen Beitrag“

Im ersten Beitrag auf Twitter, am vergangenen Mittwoch, schreibt die Irish Rail: „Hat jemand seinen Hund verloren? Denn dieser kleine Kerl hält sich momentan bei uns in Heuston auf. Helft alle mit, die Eigentümer zu finden.“ Nur wenig später folgt schon der zweite Tweet, mit einem eigenem Hashtag versehen: „Unser #LostDog schläft friedlich in unserem Büro. Wir hoffen noch immer, ihn so schnell wie möglich mit seinen Besitzern zu vereinen. Bitte teilt diesen Beitrag.“ Ein dritter Beitrag wenig später – Maher hat Hamish unterdessen auf eine Pferdefarm gebracht, wo er sich selbst ehrenamtlich engagiert – zeigt den Vierbeiner beim Spielen im Grünen.


Als eines der ersten Medien springt der öffentlich-rechtliche Radiosender RTÉ (Raidió Teilifís Éireann) auf das Thema an und dreht sogar einen Beitrag. Im Gespräch sagt Maher über Hamish: „Der Kleine ist ganz entspannt. Ein fantastischer Hund. Alle im Büro haben sich ganz rührend um ihn gekümmert. Auch wenn einige dabei ihr Sandwich eingebüßt haben.“ Schon bald ziert Hamish zahlreiche erste Seiten der überregionalen Zeitungen.


Und die Kampagne ist erfolgreich. Am Sonntag meldet sich Hamishs Familie bei Irish Rail und möchte ihren Hund auf der Pferdefarm „My Lovely Horse Rescue“ abholen. Auf Facebook verfassen die Farmbesitzer daraufhin einen Beitrag: „Die Abenteuer von Hamish/Tyson – so heißt der Hund wirklich – haben ein glückliches Ende genommen. Er ist wieder bei seiner Familie zuhause. In der Zwischenzeit aber hat er zahlreiche Abenteuer erlebt, die Herzen vieler Menschen berührt und uns allen eine Abwechslung zum Brexit beschert. Wir werden sein freches Gesicht vermissen. Die Geschichte zeigt, dass Irland eine Nation voller Tierfreunde ist.“

Wieder mit seiner Familie vereint

Mittlerweile haben die Besitzer Tyson mit einem Mikrochip versehen, damit die nächste Suche, wenn er wieder ausbüxt, nicht gleich das ganze Land in Atem hält. Sie haben auch zahlreiche Bilder veröffentlicht, die Tyson dabei zeigen, wie der vergnügt im Kreise seiner Liebsten zuhause herumtollt.