Good News des Tages: Mann baut „inklusives“ Iglu für seine Kinder

Johannes Giesler
Freier Autor
Wie in diesem Iglu hat auch Gregg Eichhorn viel Platz für seine Kinder geschaffen. Der Zugang ist bei ihm sogar groß genug, dass ein Rollstuhl hindurchfahren kann. Foto: Symbolbild / gettyimages / @Michi B.

Ein barrierefreies Iglu für seine beiden Kinder in Rollstühlen – kein Problem für Gregg Eichhorn. In fünf Stunden baute er eine zweigeschossige Schneefestung. Ein Bild davon eroberte wenig später die Internetplattform Reddit.

Das Bauwerk besitzt nur zwei Stockwerke, eine kleine Kammer, darüber ein Turm mit einer kleinen Fläche, von der man im Falle einer Schneeballschlacht Höhenvorteile hat. Das Bauwerk ist ein Iglu und der Architekt und Handwerker dahinter Gregg Eichhorn. Der Amerikaner aus Cincinnati wollte damit nur seinen Kindern eine kleine Freude machen. Stattdessen ging ein Bild des Iglus durch das Internet um die ganze Welt und sorgte für Tausende begeisterte Kommentare. Denn Eichhorn hatte das Iglu barrierefrei konzipiert, damit auch seine beiden Kinder in Rollstühlen mitspielen konnten.

„Es ist eigentlich keine große Sache, wir waren sowieso dabei, eine Schneefestung zu bauen. Da dachte ich, wir können sie auch so konstruieren, dass meine beiden Kinder Elijah und Zahara, beide sitzen im Rollstuhl, was davon haben“, sagt Eichhorn vor wenigen Tagen im Gespräch mit dem Onlinemagazin People. „Wir wollten einfach nur alle Kinder miteinbeziehen.“

„Elijah öffnete sogar seine Augen“

Das ist für den 34-Jährigen und seine Frau gar nicht so leicht. Sie sind Eltern von neun Kindern, alle sind adoptiert, manche haben eine Einschränkung oder Behinderung. Umso wichtiger sei es, gemeinsame Zeit und Aktivitäten zu finden. Mit seiner Schwester Sarah Brantley und seinen Kindern hat er daher in fünf Stunden Buddelarbeit das „inklusive“ Iglu gebaut. Danach ergänzte er den Turm noch um eine Rutsche.

„Sie alle liebten es, zu rutschen und darin zu spielen. Elijah öffnete innen sogar seine Augen. Das ist eine große Sache für uns. Er hat Cerebrale Visuelle Informationsverarbeitungsstörungen, sein Sehvermögen ist stark beeinträchtigt. Da waren auch unsere anderen Kinder vom Iglu begeistert“, erinnert sich Eichhorn. Und auch Zahara lächelte die ganze Zeit, weil sie sich miteinbezogen fühlte. Sie hat eine zerebrale Kinderlähmung und Herzprobleme, dazu sieht sie schlecht.

Kinder machen ihn zu einem liebenden und mitfühlenden Vater

Dass ein Bild des Iglus viral gehen könnte, damit hatte Eichhorn dennoch nicht gerechnet. Vor vier Tagen veröffentlichte ein Freund das Bild auf Reddit, dort führte es zeitweise die Charts an und wurde bis heute über 70.000 Mal bewertet. Deshalb nahm auch die New York Times und die BBC Kontakt auf, und auch Reporter von Fox und NBC, alle wollten mehr über die Geschichte hinter dem Iglu erfahren.

Was die Medien so interessiert, ist für Eichhorn normal: der Gedanke an Inklusion. Er hat sein Leben der Pflege seiner Kinder gewidmet. „Mein Leben ist so viel besser, dank meiner Kinder. Ohne sie wäre ich nicht dieser mitfühlende und liebende Mensch, der ich heute bin. Wir sind ein Beispiel dafür, dass die Adoption von Kindern mit besonderen medizinischen Bedürfnissen, ein Familienleben noch schöner machen kann. “