Grapefruit-Genuss: Bei diesen Medikamenten drohen gefährliche Wechselwirkungen

Nina Baum
Freie Autorin für Yahoo Style
Grapefruits können gefährliche Wechselwirkungen im Körper auslösen, wenn sie mit bestimmten Medikamenten kombiniert werden. (Bild: Getty Images)

Viele schwören auf die gesunden Inhaltsstoffe der Grapefruit. Müssen jedoch bestimmte Medikamente eingenommen werden, kann sich deren Wirkung durch die Inhaltsstoffe der Frucht verstärken oder abschwächen. Die Folge können schwerwiegende gesundheitliche Probleme sein.

Grapefruits enthalten den Pflanzenstoff Naringin – dieser ist nicht nur für den bitteren Geschmack verantwortlich, ihm und einigen weiteren Stoffen wird auch nachgesagt, Wechselwirkungen mit oral einzunehmenden Arzneimitteln hervorrufen zu können. Bestimmte Medikamente werden in Kombination mit dem Genuss von Grapefruit abgeschwächt, bei anderen wiederum verstärkt sich die Wirkung. Ganz besonders macht sich dies bei der Einnahme von Schlaf- und Beruhigungsmitteln bemerkbar, wenn diese sogenannte Benzodiazepine enthalten. Dabei kann es zu einer verstärkten Sedierung führen.

Wechselwirkungen mit weiteren Medikamenten

Wer unter Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen leidet und dafür Kalziumkanalblocker einnimmt, sollte ebenfalls auf Grapefruits verzichten, um kein Risiko einzugehen. Aber auch Arzneimittel wie Psychopharmaka und Antiepileptika sowie Medikamente, die den Cholesterinwert senken oder das Immunsystem unterdrücken, können von Wechselwirkungen durch den Verzehr von Grapefruits betroffen sein. Das Problem: Ein Enzym in der Leber, das für den Abbau der Medikamente im Dünndarm zuständig ist, wird durch die Inhaltsstoffe der Frucht gehemmt. So verstärkt sich die Wirkung der Arzneien, die dann sogar bis zu drei Tage anhalten kann. Ärzte raten daher dringend von der kombinierten Einnahme ab, da schwerwiegende Folgen nicht ausgeschlossen werden können. Je nach Präparat steigt beispielsweise das Risiko für Leberschäden, Blutdruckproblemen und Nierenversagen.

Darüber hinaus können Inhaltstoffe der Grapefruit bestimmte Proteine blockieren und so die Aufnahme bestimmter Wirkstoffe abschwächen. Medikamente können dann nicht wie beabsichtigt wirken. Übrigens: Ähnliche Inhaltsstoffe sind auch in Pampelmusen und Pomelos enthalten und sollten deshalb ebenfalls gemieden werden, wenn spezielle Mittel eingenommen werden.

Packungsbeilage lesen

Ob beim Genuss von Grapefruits mit Wechselwirkungen zu rechnen ist, sollte vor dem Verzehr überprüft werden. Hierfür genügt manchmal schon ein Blick auf die Packungsbeilage der Medikamente. Wenn man das Obst meiden sollte, ist dies in der Regel dort verzeichnet. Wer ganz sicher sein möchte, sollte sich beim Arzt oder in der Apotheke erkundigen.

Grapefruit ist trotzdem gesund

Auch wenn bestimmte Personen besser auf sie verzichten sollten: Die Grapefruit hat zurecht einen guten Ruf. Das bittersüße Obst enthält reichlich Kalium, Kalzium, Magnesium, Eisen und Phosphat – diese für den Körper essenziellen Mineralstoffe kontrollieren und beeinflussen zahlreichen Vorgänge im Körper, darunter unter anderem die Blutbildung und Sauerstoffversorgung der Zellen. Zudem liefert sie viel Vitamin C und wertvolle B-Vitamine, die Stoffwechselvorgänge steuern sowie beim Abnehmen helfen und das Bindegewebe stärken sollen. Dem pflanzlichen Farbstoff Lycopin, der für die rötliche Farbe der Grapefruit verantwortlich ist, wird nachgesagt, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu senken. Ein Glas Grapefruitsaft am Morgen ist also durchaus eine sinnvolle Sache, sofern man keine Wechselwirkungen mit eingenommenen Medikamenten fürchten muss.