Harvard-Studie: Welche Schuhe den Füßen schaden – und welche nicht

Nina Baum
Freie Autorin für Yahoo Style
Welche Schuhe sind für unsere Füße am besten – das haben Wissenschaftler nun herausgefunden. (Bild: Getty Images)

Die richtigen Schuhe machen ein schönes Outfit erst perfekt. Um die Fußgelenke zu schonen, entscheiden viele sich für gut gepolsterte Schuhe. Doch auch die können den Füßen schaden, wie Forscher der Harvard Universität nun feststellten. 

Hohe Hacken schaden den Füßen – das wird vielen jungen Frauen früh eingebläut. Aber offenbar sind auch flache Schuhe nicht die Lösung aller Probleme. Daniel Lieberman, Vorsitzender der Abteilung für Evolutionsbiologie an der amerikanischen Harvard University, und sein Team haben herausgefunden: Sneaker und Laufschuhe, die häufig eine Art Stoßdämpfer und eine dicke Polsterung in der Sohle haben, sind nicht so vorteilhaft wie gedacht. Im Gegenteil, sie machen die Füße für Verletzungen sogar anfälliger.

Liebermans Team untersuchte in seiner Studie die Auswirkungen des Laufens in Sneakern und des Barfußlaufens. Dafür verglich er den Laufstil von 73 Läufern aus den USA und aus Kenia. Die Forscher kamen dabei zu dem Schluss, dass Schuhe unseren Füßen tatsächlich langfristig mehr schaden als helfen.

Sie entdeckten, dass die Mehrheit der Barfußläufer mit dem Vor- oder Mittelfuß auf dem Boden aufkam. Bei diesem Vor- und Mittelfußlauf wird der gesamte Bewegungsapparat beim Bodenkontakt weniger belastet. Das Gegenteil sahen die Forscher aber bei den Testpersonen, die Sneaker trugen – diese traten zuerst mit der Ferse auf. Der Aufprall und das Abrollen über die Ferse belastete die Füße aber wesentlich mehr, auch in gedämpften Laufschuhen.

Lieberman erklärte im Interview mit dem „Time“-Magazin: „Wenn du in Schuhen gehst, drücken deine Füße gegen einen festen Bodenersatz, der dafür sorgt, dass die Muskeln in den Füßen weniger arbeiten müssen, als wenn man barfuß wäre.” Bei der schlecht trainierten Fußmuskulatur steigt das Verletzungsrisiko und Fußprobleme wie Plattfüße können auftreten.

Sneaker vs. High Heels

Natürlich muss man auch hier genauer unterscheiden: Sneaker oder Laufschuhe sind immer noch besser für die Füße als unbequeme High Heels. Diese Sorte von Schuhe kann nicht nur unbequem sein, sondern auch die Muskelstruktur in den Waden verändern. Die Folge davon sind dann schlimme Gelenkprobleme.

Schon Schauspielerin Sarah Jessica Parker, die jahrelang als Carrie Bradshaw in „Sex and the City“ teure Designerschuhe mit gefährlich hohen Absätzen trug, gestand einmal in einem Interview, dass sie sich durch das jahrelange Tragen von billigen High Heels ihre Füße ruiniert habe.

Aua! Sarah Jessica Parker ruinierte sich ihre Füße durch High Heels. (Bild: Mark Mainz /Getty Images)

Die besten Schuhe für gesunde Füße

Aber nicht nur der hohe Absatz macht den Fuß kaputt, auch zu enge Schuhe können der Gesundheit schaden. Es gibt allerdings auch nicht den einen perfekten Schuh für alle Menschen. Welcher Schuh am gesündesten ist, ist eine Frage des Alters und Gewichts der einzelnen Person.

Für den Wissenschaftler Daniel Lieberman ist jedoch der Barfußschuh die gesündeste Wahl. Das sind die oft leider wenig schicken, flachen Schuhe, die mit einer weichen Gummisohle ausgestattet sind und oft sogar einzelne Zehen haben – wie ein echter Fuß eben. „Menschen, die gewöhnlich barfuß oder nur minimal beschuht sind, haben viel seltener Plattfüße als die gewöhnlich Population mit Schuhen”, verrät der Wissenschaftler.

Wer Barfußschuhe trägt, läuft gesünder. (Bild: Getty Images)

Insofern: Öfter mal an die Gesundheit statt an den perfekten Look denken, macht langfristig Sinn.