Hund und Katze: Ist es schädlich, wenn der eine das Futter des anderen frisst?

Ann-Catherin Karg
·Freie Journalistin
·Lesedauer: 2 Min.

Wo Hunde und Katzen in einem Haushalt zusammenleben, kann es schon einmal passieren, dass sie das Futter des jeweils anderen attraktiver finden als ihr eigenes. Da die Tiere aber völlig unterschiedliche Bedürfnisse haben, um gesund zu bleiben, sollte das Fremdnaschen unbedingt eine Ausnahme bleiben.

Hunde und Katzen brauchen ganz andere Nährstoffe. (Bild: Getty Images)
Hunde und Katzen brauchen ganz andere Nährstoffe. (Bild: Getty Images)

Wer Hunde und Katzen zur selben Zeit füttert oder die Näpfe für beide gut erreichbar stehen lässt, kann kaum verhindern, dass sich der Hund einmal am Napf der Katze bedient und umgekehrt. Passiert das nur ab und an ist das kein größeres Problem, zur Gewohnheit sollte das aber nicht werden. Denn die beiden Tierarten weisen einen wichtigen Unterschied in ihrer Ernährungsphysiologie auf: Hunde sind Allesfresser, die am besten mit einem breit angelegten Nahrungsangebot zurechtkommen. Katzen dagegen sind Fleischfresser mit einem sehr viel höheren Proteinbedarf.

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Katzen haben einen viel größeren Proteinbedarf als Hunde

Grundsätzlich sind beide Tierarten auf eine regelmäßige Proteinzufuhr angewiesen, damit ihr Körper kleinere Schäden reparieren und sich regenerieren kann. Katzen brauchen Proteine darüber hinaus auch zur Energiegewinnung, wohingegen Hunde ihre Energie vor allem aus Kohlenhydraten gewinnen. Diesen Bedürfnissen entsprechend werden auch die Futtermittel für Hunde und Katzen hergestellt.

Hunden drohen Verdauungsbeschwerden und Übergewicht

Haben sie mehr Proteine zu sich genommen, als sie brauchen, können zur Not auch Hunde diese verbrennen. Im Unterschied zu Katzen entstehen dabei aber Abfallprodukte, die den Organismus belasten und zu gesundheitlichen Problemen führen können. Ein erstes Symptom sind zum Beispiel Verdauungsprobleme und Blähungen, langfristig könnten auch die Nieren angegriffen werden. Da Katzenfutter auch mehr Fett enthält droht außerdem Übergewicht.

Bei falscher Ernährung können Katzen schwer krank werden. (Bild: Getty Images)
Bei falscher Ernährung können Katzen schwer krank werden. (Bild: Getty Images)

Umgekehrt sieht es auch für Katzen nicht besser aus, die sich dauerhaft von Hundefutter ernähren. In diesem Fall hätten sie nicht nur einen Mangel an Proteinen, sondern auch an Aminosäuren wie Taurin, das in tierischer Muskelmasse vorkommt. Ein Mangel daran kann kardiovaskuläre Erkrankungen auslösen oder zur Erblindung führen. Da ihr gesamter Organismus auf den Verzehr von Fleisch ausgelegt ist, fehlt Katzen außerdem das Enzym, um pflanzliche Proteine im Hundefutter zu verdauen. Außerdem decken Katzen einen Großteil ihres Flüssigkeitsbedarfs über das Futter, das anders als bei Hunden immer nass und nie trocken ist. Nehmen sie zu wenig Wasser auf, können sie dehydrieren und ihre Nieren könnten geschädigt werden.

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Um zu verhindern, dass ihre Tiere krank werden, sollten Halter von Hunden und Katzen diese am besten getrennt voneinander füttern und auch die Näpfe so platzieren, dass sie vom jeweils anderen nicht erreicht werden können.

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