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"Die Unvermittelbaren": Hund beißt zu – was solltest du bei einer Bisswunde tun?

In Martin Rütters TV-Sendung "Die Unvermittelbaren" kam es zu einem gefährlichen Zwischenfall. Frauchen Helena wurde von dem verhaltensauffälligen Hund Timmy gebissen. Was es insbesondere bei Bisswunden zu beachten gilt – und wie du sie behandeln solltest, erfährst du hier.

Wie reagieren bei einem Hundebiss? (Symbolbild: Getty Images)
Wie reagieren bei einem Hundebiss? (Symbolbild: Getty Images)

In der neuesten Folge seiner RTL-Show "Die Unvermittelbaren" biss einer der verhaltensauffälligen Hunde zu. Helena und ihre Familie nahmen den dreijährigen Retriever-Mischling Timmy bei sich auf. Doch der etablierte Familienhund Juke reagierte aggressiv auf den Neuling. Es kam zu einem Kampf zwischen den beiden Hunden, bei dem Helena dazwischenging. Timmy verbiss sich dabei in ihren Arm, Frauchen musste ins Krankenhaus.

In einer Videokonferenz mit Martin Rütter wurde zum Glück schnell klar: Helena geht es den Umständen entsprechend gut. Ihr Arm wurde in der Klinik großflächig verbunden – sie wird wieder gesund. Hund Timmy bekommt bei der Familie eine zweite Chance.

Hundebiss: Deshalb sind die Wunden so gefährlich

Zu Situationen wie diesen kommt es in Deutschland täglich: Im Schnitt gibt es hierzulande pro Jahr 30.000 bis 50.000 Bissverletzungen durch Tiere. Laut einer Studie der Klinik für Kinderchirurgie der Berliner Charité werden davon 60 bis 80 Prozent durch Hunde – und 20 bis 30 Prozent durch Katzen verursacht. In etwa 90 Prozent beißen die eigenen Hunde oder Katzen zu, dabei sind Kinder häufiger Beißopfer als Erwachsene.

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Sowohl Hunde- als auch Katzenbisse können eine gefährliche Sepsis (Blutvergiftung) sowie schwerwiegende Infektionen nach sich ziehen. Das Problem sind ungewöhnliche Erreger im Speichel der Tiere, die mit dem Biss in die Wunde gelangen. Die Charité gibt das Infektionsrisiko nach einem Biss mit 10 bis 20 Prozent an.

Oberflächlicher Hundebiss: Erste Hilfe

1. Die Wunde gründlich mit Wasser ausspülen

2. Mit Desinfektionsmittel (Antiseptika) behandeln

3. Die Wunde mit einem sterilen Verband verbinden

4. Ab zum (Haus)-Arzt: Jede Bissverletzung sollte ärztlich untersucht werden!

5. Packe deinen Impfausweis ein, damit der behandelnde Arzt deinen Impfstatus (insbesondere Tetanus) überprüfen kann

Tiefe, stark blutende Bisswunde: Erste Hilfe

1. Lege im Falle einer starken Blutung sofort einen Druckverband an

2. Je nach Lage der Verletzung Hand bzw. Handgelenk fassen und Arm hochhalten

3. Sollte der Druckverband nicht ausreichen, um die Blutung zu stoppen, drücke mit vier Fingern die Arterie in der Muskellücke auf der Oberarminnenfläche gegen den Oberarmknochen

4. Presse bei starken Blutungen am Bein möglichst keimfreies Material direkt auf die Blutungsstelle, bzw. in die Wunde

5. Rufe den Rettungsdienst: 112

6. Tiefe Wunden nicht ausspülen oder reinigen. Die Blutstillung hat höchste Priorität! Zudem kann das Ausspülen bei tieferen Wunden dafür sorgen, dass ggf. gefährliche Erreger noch tiefer in die Gewebeschichten gespült werden.

Wenn es um kritische Erreger geht, sind Katzenbisse sogar noch gefährlicher als Hundebisse. (Bild: Getty Images)
Wenn es um kritische Erreger geht, sind Katzenbisse sogar noch gefährlicher als Hundebisse. (Bild: Getty Images)

Bisswunden von Tieren: Leider auch von Ärzten unterschätzt

Bisswunden – insbesondere welche, die von Katzen verursacht wurden – werden laut Charité leider auch von vielen Ärzten noch immer unterschätzt. Sollte es (auch nach einem Arztbesuch) zu einem oder mehreren der folgenden Sepsis-Symptome kommen, solltest du dich sofort ins Krankenhaus fahren lassen, bzw. den Rettungsdienst (112) verständigen:

  • Entzündungszeichen der Wunde (starke Schwellung, Rötung, Überwärmung)

  • Schnelle Atmung, schneller Puls

  • Fieber

  • Ganzkörperschmerzen

  • Verwirrtheit

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