Innovativ, belastbar, aufgeweckt: Die Generation Z ist da

Die Generation junger Menschen, die zwischen 1998 und 2015 geboren wurde, wird sich schneller durchsetzen als die vorherige (Bild: Getty)

Generation Z. Die iGeneration, die Post-Millennials, die Gründer. Es gibt eine Reihe von Bezeichnungen für diejenigen, die ungefähr zwischen 1998 und 2015 geboren wurden, aber derzeit scheint sich „Generation Z“ durchzusetzen. Da diese Gruppe von 61 Millionen jungen Amerikanern – was 26 Prozent der US-amerikanischen Bevölkerung entspricht – in ihre prägenden Jahre kommt, fragen wir uns: Wer sind diese Menschen, die die Zukunft des Landes sind und was ist ihnen wichtig? Wenn man diese Generation bittet, sich selbst zu definieren, antworten sie, sie seien „innovativ“, „selbstbewusst“, „belastbar“ und „aufgeweckt“. Sie sind die Kinder der Generation X und wuchsen in einem turbulenten Amerika heran, wo sie sich an vorderster Front einer geteilten Nation wiederfinden. In einer Reihe von Artikeln von Yahoo Lifestyle lernen wir die aufstrebende Generation kennen und erfahren, was ihre Mitglieder so mächtig, so rechthaberisch, so einzigartige macht. Das ist die Generation Z.

Generation Z vs. Millennials

Die Generation, die der Generation Z am nächsten kommt, sind die Millennials, die zwischen Anfang der 1980er und Mitte der 90er geboren wurden. Wenn man die beiden vergleicht, fallen gleich ein paar Unterschiede auf. Millennials werden oft als „Ich, ich, ich Generation“ bezeichnet, sie wuchsen im Amerika des Wohlstands der 90er auf und ihnen wurde schon früh gesagt, sie sollten ihre Träume verwirklichen – nur damit diese Träume dann von der Realität zunichte gemacht wurden. Die Generation Z wuchs in viel ernüchterten Zeiten auf. Es ist die erste Generation nach 9/11, ihre Kindheit fiel in eine Zeit der wirtschaftlichen Rezession, des Terrorismus und einer landesweiten Serie von Schießereien an Schulen. Während den Millennials häufig ihr scheinbares Anrecht und ihre Apathie vorgeworfen wurde, weiß die Generation Z, dass sich etwas ändern muss und sie tragen die Bürde dieser Verantwortung – eine Tatsache, die bei den von der Generation Z organisierten Protestmärschen für ein schärferes Waffenrecht offensichtlich wurde, bei denen über eine Million Menschen nach Washington D.C. kamen. So wie etwa die zehnjährige Mari Copeny, aka Little Miss Flint, die Yahoo Lifestyle erzählte, warum sie für sauberes Trinkwasser in ihrer Gemeinde Flint, Michigan, kämpft: „Niemand hörte auf die Erwachsenen. Ich wusste, wenn ich laut genug sprechen würde, würden sie auf mich hören.“

Generation Z und Vielfalt

Bis 2020 werden über die Hälfte aller Kinder in den USA einer Minderheit angehören – was die Generation Z zur ersten Generation macht, für die Vielfalt normal ist. Die Generation Z ist auch die erste, die in einer Zeit aufwächst, in der die Homo-Ehe kein heißes Eisen mehr für die Politik ist – sie ist ein konstitutionelles Recht. Es sollte daher nicht überraschen, dass ihre sozialen Tendenzen progressiv sind. Viele ihrer gleichaltrigen Lieblings-Promis wie Rowan Blanchard und Amandla Stenberg identifizieren sich als homosexuell und nur 48 Prozent der Generation Z identifiziert sich als rein heterosexuell. So erklärt die 19-jährige Trans-Künstlerin Chella Man Yahoo Lifestyle: „Meine Identität ist das, was zählt, allerdings fällt das meiste davon in ein Spektrum zwischen den herkömmlichen Kategorien.“

Generation Z und das Internet

Als erste Generation von Digital Natives hat die Generation Z einen Bezug zum Internet wie niemand zuvor. Für eine Gruppe, für deren Mitglieder das Internet so wesentlich ist wie Bücher oder Fernsehen und die bereits in sehr jungen Jahren ein Handy in der Tasche hatte, kann man problemlos sagen, dass ihre Internet-Gewandtheit im Vergleich zu den vorhergehenden Generationen unübertroffen ist. Die Generation Z verbringt im Schnitt über zehn Stunden pro Tag online. Und während die vorhergehenden Generationen diesen Umfang der Internetnutzung gerne verachten, erzählten zahlreiche Kinder der Generation Z Yahoo Lifestyle, dass sie sich wünschten, die Erwachsenen würden ihre Handy- und Technologienutzung ernster nehmen. Die Mitbegründerin des March for Our Lives, Jaclyn Corin, sagte Yahoo Lifestyle, dass ihre Handynutzung im direkten Zusammenhang mit ihrer Fähigkeit stand, eine nationale Bewegung ins Leben zu rufen. „Wir bilden uns weiter. Ich weiß, dass jedes Stück Information, das mit auf diesem Weg hilft, aus dem Internet stammt.“ Social Media Star Baby Ariel sagte etwas Ähnliches über ihre Internetnutzung hinsichtlich der Unterhaltung: „Wir leben in einer neuen Welt, in der soziale und digitale Medien einfach eine neue Form der Unterhaltung darstellen, die genauso legitim ist wie ‚traditionelle‘ Unterhaltung.“

Generation Z und psychische Gesundheit

Nahezu permanent online zu sein führt unvermeidlich zu einem gewissen Grad von Isolation im wahren Leben. Während die Generation Z eine hochgradig globale Welt ihr Eigen nennt, sind die jungen Leute in ihren eigenen Geräten gleichzeitig ziemlich abgesondert. Die Generation Z wurde vor Kurzem als „die einsamste Generation“ bezeichnet, denn über die Hälfte von ihnen sagt, sie fühlen sich einsam. Sie sind außerdem sehr pessimistisch hinsichtlich ihrer Zukunftsaussichten und besorgt über den Alltag. Das Positive ist jedoch, dass die Generation Z nichts vom virtuellen Perfektionismus hält, den die Millennials kultiviert haben und ihre Online-Präsenz ist sehr viel politischer, aktivistischer und bewusster.

Generation Z und die Wirtschaft

Wenn man all die erwähnten Punkte bedenkt, dann überrascht es wenig, dass die Generation Z sehr unternehmerisch handelt und bei Ausgaben sehr zurückhaltend ist. Laut einer aktuellen Studie sind 70 Prozent der Teenager der Generation Z bereits selbstständig – passend zum Zugang der innovativen Landschaft des Internets. Sie sind auch darüber besorgt, sich zu verschulden, kennen die Realität einer wirtschaftlichen Katastrophe und sparen bereits für ihre Rente. Sie mögen an der Schwelle zur Führung der Wirtschaft dieser Nation stehen, aber ihre Ausgabegewohnheiten entsprechen in vielerlei Hinsicht eher denen der steuerlich vorsichtigen „Stillen Generation“ (die inmitten der Turbulenzen der Weltwirtschaftskrise und des Zweiten Weltkriegs aufwuchs) als denen der verträumten Millennials.

Die Generation Z steht für ihre Rechte – und die anderer – auf (Bild: Getty)

Generation Z und die Zukunft

Selbst wenn Sie nichts über die Generation Z wussten, bevor Sie diesen Artikel lasen, war Ihnen wahrscheinlich bwusst, dass dies eine Generation mit einer Mission ist. Von der Forderung nach einem verschärften Waffenrecht bis zu LGBTQ-Rechten – diese Generation erkennt die Fehler im System und ist angetreten, sie zu beheben. „Die Welt braucht Geschichten, die Leidenschaft hervorrufen, dafür werde ich Gedichte verwenden“, erklärt die 20-jährige Youth Poetin Laureate Amanda Gorman Yahoo Lifestyle. „Wir sind die Generation, die die Welt retten wird. Wir reden nicht nur darüber. Wir werden unsere Ideen in Aktionen verwandeln, sagt Copeny. Die Generation Z ist hier – und sie ist bereit, die Welt zu verändern.