Interner Regierungsantrag: So teuer werden die schwimmenden Flüssiggas-Terminals, die Deutschland unabhängig von Russland machen sollen

Robert Habeck (Grüne, r), Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, nimmt am 5. Mai mit Bernd Althusmann (CDU), Wirtschaftsminister von Niedersachsen, an einer Bootstour zum zukünftigen Anleger für das FSRUs (floating Storage and Regasification Units) für den Flüssiggasimport nach Deutschland teil.
Robert Habeck (Grüne, r), Bundesminister für Wirtschaft und Klimaschutz, nimmt am 5. Mai mit Bernd Althusmann (CDU), Wirtschaftsminister von Niedersachsen, an einer Bootstour zum zukünftigen Anleger für das FSRUs (floating Storage and Regasification Units) für den Flüssiggasimport nach Deutschland teil.

Die Bundesregierung will in den kommenden zehn Jahren jährlich 274 Millionen Euro ausgeben, um schwimmende Terminals zum Import von verflüssigtem Erdgas (LNG) zu mieten und zu betreiben. Das geht aus einem Bereinigungsantrag an den Haushaltsausschuss des Bundestags hervor, der Business Insider vorliegt.

Dem Antrag zufolge sollen die sogenannten "schwimmenden Speicher- und Regasifizierungseinheiten" in diesem Jahr Miet- und Betriebskosten von 200 Millionen Euro zubuche schlagen. Bis zum Jahr 2032 sollen dann jährlich Kosten von 274 Millionen Euro anfallen. Insgesamt würden die Terminals bis dahin also knapp drei Milliarden Euro kosten.

Ihre Anschaffung hatte die Bundesregierung in Reaktion auf den russischen Angriff auf die Ukraine beschlossen. Insgesamt vier Terminals will die Bundesregierung mieten und betreiben, um darüber zunächst Flüssiggas (LNG) aus Ländern wie den USA, Kanada, Katar und Algerien zu importieren. Auf lange Sicht soll über die Terminals auch grüner – also klimaneutral hergestellter – Wasserstoff importiert werden. So soll Deutschland möglichst schnell unabhängig von russischen Erdgasimporten gemacht werden. Das erste Terminal soll Ende des Jahres in Betrieb gehen.

Die Bundesregierung will sich laut dem Business Insider vorliegenden Haushaltsantrag auch an der German LNG GmbH beteiligen. Das Unternehmen wurde 2018 mit dem Ziel gegründet, in Brunsbüttel "multifunktionale LNG-Terminals" zu bauen und zu betreiben. Bis ins Haushaltsjahr 2041 will die Bundesregierung insgesamt knapp 740 Millionen Euro in die GmbH investieren. In diesem Jahr sollen es fünf Millionen, im kommenden über zehn Millionen Euro sein. Nach 2041 sollen weitere Investitionen in Höhe von bis zu 670 Millionen Euro möglich sein.

Der Haushaltsausschuss des Bundestags wird am Donnerstag darüber entscheiden, ob die von der Bundesregierung beantragten Investitionen für die schwimmenden LNG-Terminals abgesegnet werden. Aus Ausschusskreisen ist zu hören, dass mit einer Zustimmung zu rechnen sei.

Dieser Artikel erschien am 19.5.22 und wurde zuletzt am 20.5 aktualisiert.

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