Nach Schmähschrift: Ist Aperol Spritz wirklich ein schlechter Drink?

Für die “New York Times” ist der Aperitif Aperol Spritz ein schlechter Drink. Die Schmähschrift löste in den sozialen Netzwerken eine wilde Debatte aus – zugunsten des orangeroten Sommer-Drinks.

Aperol Spritz ist bei uns das ganze Jahr über beliebt. (Symbolbild: Getty Images)

Ein lauer Sommerabend im Freien. Man sitzt am See und beobachtet, wie sich der orange Sonnenuntergang im leuchtenden Glas des roten Aperol Spritz spiegelt, das vor einem steht. Der feurige Italiener macht definitiv was her, keine Frage. Obwohl sein leicht bitterer Geschmack nicht jedem zusagt, ist der Aperitif ein äußerst beliebter und günstiger Drink. Zumindest bei uns. In den USA bekam das Mischgetränk jetzt eine bittere Kritik.

Die “New York Times” mag Aperol Spritz nicht

“Cocktail-Shaming“. So könnte man den viel diskutierten Artikel der New York Times sehen, in dem der Autor aus dem Food-Ressort Aperol Spritz als schlechten Drink klassifiziert. Es werden eine ganze Reihe an Nachteilen aufgezählt. Da sind zum einen die Zutaten: billiger Prosecco und Likör von minderwertiger Qualität. Dann der Geschmack: Insgesamt zu süß, das Mischverhältnis stimme oft nicht und ohnehin würden die Eiswürfel alles verwässern. Gekrönt würde der schlechte Drink schließlich mit einem zu großen, bauchigen Glas und einer Monster-Orangenscheibe. Alles in allem sei Aperol Spritz ein Getränk, das als “Capri-Sonne für Erwachsene“ längst nicht so gut schmecke, wie es in den sozialen Medien oft aussehe.

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Autsch. Ein Schlag ins Gesicht aller Aperol-Fans, die auf Twitter sofort anfangen, den geliebten Drink zu verteidigen. Es bildet sich rasch ein “Team Aperol“ Lager:

“Das ist die schlechteste Meinung des Jahres“, meint dieser Twitter-Nutzer.

Viele Twitter-Nutzer beziehen sich auf die Meinungen von “bento” und “Spiegel”. Das Portal titelte “Wer Aperol Spritz nicht mag, hat ihn nicht verstanden“ mit freundlichen Grüßen an die Times:

Die Debatte nahm so große Ausmaße an, dass sich auch andere US-Medien äußerten. CNN etwa sieht das Ganze mit ironischer Selbstkritik an der Nation: “Das Internet hat völlig den Verstand verloren. Party-Fronten verhärteten sich, Paare trennten sich und Alkohol wurde in Massen verschüttet.“ Dazu titelt CNN einen Artikel mit den Worten: “Ist es schon soweit mit unserer Nation gekommen? Der Streit um Aperol Spritz“.

“Das ganze Internet stimmt darin überein, dass Apero Spritz, in der Tat, gut ist.“ Die Kollegen des “New York Magazines” outeten sich auf Instagram klar Pro-Aperol:

Die Geschmäcker sind nun mal verschieden. Dass Aperol Spritz in den USA noch nicht ganz angekommen ist, liegt wohl auch daran, dass Mutterkonzern Campari erst 2017 eine große Marketingkampagne dazu startete. Der Drink befindet sich dort noch auf dem mühsamen Weg zu dem Klassiker, der er in den meisten deutschen Bars bereits ist.

Also Ruhe bewahren – und ein Aperol Spritz trinken.

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