Jennifer Lawrence: Knatsch mit der Familie

Janet Mayer/startraksphoto.com/Cover Images

Da ist sie beileibe nicht allein: Schauspielerin Jennifer Lawrence (32) muss damit klarkommen, dass sich ihre Familie zu einem anderen politischen Lager zugehörig fühlt. Konflikte sind vorprogrammiert.

Harte fünf Jahre

Während der Hollywoodstar immer liberaler wurde, driften Papa & Co immer mehr in das hart konservative Lager ab und wählten Donald Trump. "Ich habe in den letzten fünf Jahren so hart daran gearbeitet, meinem Vater und meiner Familie zu vergeben und zu versuchen, sie zu verstehen: Es ist anders. Die Informationen, die sie bekommen, sind anders. Ihr Leben ist anders", erklärte die Oscar-Preisträgerin im Gespräch mit 'Vogue'. "Ich habe versucht, darüber hinwegzukommen, aber ich kann es wirklich nicht. Ich kann es nicht." Im derzeitigen Amerika müsse man Haltung annehmen und könne nicht unpolitisch sein, denn die Konsequenzen der Politik würden Menschenleben kosten.

Jennifer Lawrence kommt über die Wahl von Donald Trump nicht hinweg

Vor allem, dass ihre Landsleute sich vor sechs Jahren für Donald Trump entschieden haben, stößt der Mutter eines kleinen Kindes sauer auf. "Es bricht mir das Herz, weil Amerika die Wahl zwischen einer Frau und einem sehr gefährlichen Glas Mayonnaise hatte. Und sie sagten: 'Nun, eine Frau können wir nicht haben. Nehmen wir das Glas Mayonnaise'", wetterte Jennifer Lawrence. "Ich will meine Familie nicht herabsetzen, aber ich weiß, dass viele Menschen in einer ähnlichen Situation sind, was ihre Familien angeht. Wie kann man eine Tochter von Geburt an aufziehen und glauben, dass sie keine Gleichberechtigung verdient? Wie?"

Besonders die Entscheidung des Obersten Gerichtshofes, Abtreibungen wieder in die Illegalität zu treiben, habe ihr schwer zugesetzt. Sie selbst sei mit Anfang Zwanzig schwanger geworden und habe an Abtreibung gedacht. Bevor es dazu kam, hatte sie eine Fehlgeburt. Vor einigen Jahren sei sie wieder schwanger gewesen, dieses Mal wollte sie es behalten, hatte aber wieder eine Fehlgeburt. Nun ist sie glückliche Mutter und ihr Nachwuchs sorgt für Entspannung im Familienzwist, wenn ihr politischer SMS-Austausch zu heiß wird. "Ich spreche das Thema in dem Sinne an, dass ich Textnachrichten verschicke. Einfach: Bumm. Bumm. Bumm. Bumm. Bumm. Sie reagieren nicht. Und dann habe ich ein schlechtes Gewissen und schicke ein Bild von dem Baby." Es sieht trotzdem nicht danach aus, als ob Jennifer Lawrence und ihre Verwandten irgendwann politisch aufeinander zugehen werden.

Bild: Janet Mayer/startraksphoto.com/Cover Images