Junge erblindet, weil er sich nur von Chips ernährt hat

Ein Teenager erblindete, nachdem er sich nur von Chips und Schokolade ernährt hatte. Seine Mutter macht das britische Gesundheitssystem (National Health Service, NHS) dafür verantwortlich.

Kerry James sagte, sie und ihr Sohn Harvey Dyer würden sich vom NHS im Stich gelassen fühlen, weil dieses nicht früher eingegriffen hatte.

In ITVs Sendung “This Morning” behauptete James am Dienstag, die Ärzte hätten mehr tun können, um Harveys Essstörung zu behandeln, die als sogenanntes ARFID-Syndrom bekannt ist (ARFID ist die Abkürzung für Avoidance Restricted Food Intake Disorder).

Letzten Oktober erblindete der 18-jährige Harvey auf dem linken Auge und die Ärzte machten die fehlenden Vitamine und Mineralien in seiner Ernährung dafür verantwortlich.

Harvey Dyer, 18, war mit seiner Mutter Kerry James in der britischen TV-Sendung This Morning zu Gast. Quelle: ITV

Die liebevolle Mutter glaubt, Vitamin-Spritzen hätten Harveys Augenlicht retten können, wenn sie ihm zu einem früheren Zeitpunkt verabreicht worden wären.

„Wenn Sie damals schon den Bluttest gemacht und dann erkannt hätten, dass [Harveys] Vitamin A-Spiegel so niedrig ist, dann hätten sie ihm damals schon Vitamin A-Spritzen geben können“, sagte James und fügte hinzu, die Spritze hätte sein Augenlicht „retten können“.

„Jetzt können wir nur abwarten.“

„Uns wurden Milkshakes und solche Sachen angeboten, aber zu dem Zeitpunkt warst du nicht in der Lage, so etwas zu dir zu nehmen. Ich glaube, sie sagte zu ihm, du wirst jetzt älter, du musst Verantwortung übernehmen und diese Lebensmittel essen.“

Laut James begann Harvey zu schwitzen, zu weinen und zu schreien, wenn man ihm Essen anbot, das er nicht mochte.

Der britische Teenager Harvey Dyer (18) ernährt sich seit seinem zweiten Lebensjahr ausschließlich von Kartoffelchips und Schokolade. Quelle: ITV

Und als sie mit ihm als Kind zum Kinderarzt ging, schaffte sie es nicht, ihn dazu zu bringen, dass er die angebotenen Medikamente einnahm.

Die Mutter besteht darauf, dass sie „nicht mehr tun konnte“, um ihrem Sohn zu helfen und dass sie keine „schlechte Mutter“ sei.

Auch die Ernährungsberaterin Ursula Philpot von der Leeds Beckett University war in der Sendung zu Gast. Sie sagte, auch sie glaube, Harvey sei vom System im Stich gelassen worden.

Philpot sagte, er hätte die notwendigen Vitamine und Mineralstoffe als Injektion erhalten sollen.

Sie argumentierte, Harvey und seine Familie hätten eine Erfahrung gemacht, die so „nicht hätte passieren dürfen“.