«Klimaneutral»: DUH geht gegen Werbeversprechen vor

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) will juristisch gegen Werbeversprechen von Unternehmen vorgehen, die bestimmte Produkte als «klimaneutral» bezeichnen.

Der Umwelt- und Verbraucherschutzverband forderte zunächst mehrere Unternehmen auf, bestimmte Werbeaussagen zu unterlassen. Die DUH nannte am Mittwoch bei einer Pressekonferenz acht Unternehmen, darunter die besonders bekannten Drogeriemarktketten dm und Rossmann sowie Beiersdorf und Shell Deutschland, gegen die sie rechtliche Verfahren einleitete. Die DUH kritisierte, dass angebliche Kompensationswirkungen von Projekten und Werbeversprechen teilweise nicht nachvollziehbar seien.

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Das Werbeversprechen der Klimaneutralität ist laut DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch vielfach Verbrauchertäuschung. «Oftmals ist es eher ein CO2-Ablasshandel, mit dem sich Unternehmen grün waschen. So wird den Menschen Geld aus der Tasche gezogen, das Klima aber nicht geschützt», sagte er. Wer mit Umwelt- und Klimaschutz werbe, müsse dies auch belegen, sagte DUH-Rechtsanwalt Remo Klinger. Wer Verbraucher aber im Unklaren darüber lasse, wie die vermeintliche Klimaneutralität zustande komme, täusche sie.

Keine Irreführung

Eine Unternehmenssprecherin von Rossmann betonte angesichts der Vorwürfe, eine Irreführung des Verbrauchers und insbesondere eine unrichtige Bewerbung der klimaneutralen Produkte liege nicht vor und habe auch zu keinem Zeitpunkt vorgelegen. «Dennoch nehmen wir die Kritik der DUH ernst und prüfen aktuell eine weitere Optimierung in der Kommunikation. Dass die Deutsche Umwelthilfe umweltbezogene Werbung stets prüft, betrachten wir als wichtig.»

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Eine Sprecherin von Beiersdorf sagte, das Unternehmen habe sich bewusst gegen die Bezeichnung «klimaneutral» entschieden. Stattdessen sei auf Produktebene von «klimaneutralisiert» die Rede. Somit werde den Verbrauchern gegenüber unterstrichen, dass die betroffenen Produkte einen verbleibenden CO2-Fußabdruck hätten, der durch das Engagement des Unternehmens ausgeglichen werde.

Die Unternehmen dm und Shell Deutschland äußerten sich auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur zunächst nicht zu den Vorwürfen.

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