Kombi-Schutz: Wie wirkt sich die Impfung mit zwei unterschiedlichen Impfstoffen aus?

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Eine in Großbritannien durchgeführte Studie über die Auswirkungen der Impfung mit zwei unterschiedlichen Impfstoffen wird ausgeweitet.

Die Com-Cov-Studie sollte zunächst ausleuchten, ob jeweils eine Dosis AstraZeneca und Pfizer/BioNTech bedenkenlos miteinander kombiniert werden können. Jetzt soll die Studie auch die Impfstoffe von Moderna und Novavax berücksichtigen.

Experten glauben, dass die Kombination von zwei Impfstoffen deren Wirkung verstärkt und verlängert. Zudem erhofft man sich einen erhöhten Schutz gegen neue Viren-Mutationen sowie mehr Flexibilität bei der Vergabe von Impf-Terminen, da nicht länger darauf geachtet werden müsste, mit welchem Vakzin die Patienten zuerst geimpft wurden.

"Das Augenmerk dieser Studie sowie der ersten Com-Cov-Studie liegt darauf, herauszufinden, ob die verschiedenen Vakzine flexibler eingesetzt werden können, indem wir unterschiedliche Impfstoffe für die erste und zweite Impfung verwenden", so Professor Matthew Snape, der den Versuch für die Universität Oxford leitet. "Sollte es uns gelingen, dass diese Misch-Pläne ebenso gute Immunreaktionen erreichen wie unsere Standard-Impfungen, dann können unter Umständen mehr Menschen schneller geimpft werden."

Ein weiterer Vorteil wäre, dass ein Land nicht mehr abhängig von einem Impfstoff wäre, sollte es kurz- oder auch längerfristig zu Lieferschwierigkeiten kommen.

Jetzt suchen die Verantwortlichen 1050 Freiwillige über 50, die in den letzten acht bis 12 Wochen ihre erste Dosis Pfizer oder AstraZeneca erhalten haben. Die Teilnehmer erhalten dann entweder eine Kombi-Dosis mit Moderna oder Novavax oder den gleichen Impfstoff wie zuvor.

Wissenschaftler achten auf eventuelle Nebenwirkungen sowie darauf, wie das Immunsystem auf die Kombination reagiert. Ergebnisse des zweiten Teils der Studie werden im Juni oder Juli erwartet.

"Wir erhoffen uns, dass wir keine Kombination ausschließen müssen", so Professor Snape. "Das ist das Hauptanliegen: Gibt es Kombinationen, die wir nicht verabreichen sollten, weil sie keine gute Immunreaktion hervorrufen? Ich hoffe sehr, dass das nicht der Fall sein wird."

Im Rahmen des ersten Teils der Studie wurden bereits 800 Probanden untersucht, die entweder zwei Dosen AstraZeneca oder Pfizer erhielten oder eine Kombination der beiden Impfstoffe.